Das Vergleichsportal Verivox berichtet von historisch hohen Preissteigerungen. Aktuell liegen die Preise für Kfz-Versicherungen etwa zwölf Prozent über dem Niveau des Vorjahres, quer durch alle Versicherungsarten. Die Spanne zwischen dem mittleren und dem günstigsten Preissegment beträgt momentan durchschnittlich 27 Prozent.

Versicherer spüren vor allem höhere Kosten bei Personal und Ersatzteilen.
Versicherungsbranche rechnet mit roten Zahlen
Versicherungsgesellschaften selbst wollen sich zu konkreten Zahlen nicht äußern. Aussagen zu Preiserhöhungen seien aus kartellrechtlichen Gründen nicht gestattet, so die HUK-Coburg. Auch dieser Versicherer nutzt Superlative und prognostiziert einen „historischen“ Jahreswechsel im Markt der Kfz-Versicherungen aufgrund der historisch hohen Kostensteigerungen, die rote Zahlen für den gesamten Markt bedeuten.
Für die Verbraucher ist diese Entwicklung zwar unerfreulich, doch „Versicherer benötigen ausreichende Prämien, um langfristig am Markt zu bestehen. Insofern sind faire Preise für die Bafin von großer Bedeutung“, heißt es. Ähnliches gilt für Wohngebäude-Versicherungen. „Ich hoffe auf den Sieg der ökonomischen Vernunft“, äußert sich Grund.
Kosten für Bau und Ersatzteile explodiert
Laut Angaben des Versicherungsverbands GDV, sind die Preisindizes für Bauleistungen und Kfz-Ersatzteile, die relevant für die Wohngebäude- bzw. Kfz-Versicherung sind, zuletzt sogar stärker gestiegen als die allgemeine Inflation. Sowohl Ersatzteile als auch die Arbeitskosten in Kfz-Werkstätten werden immer kostspieliger, insbesondere im Hinblick auf Kfz-Versicherungen. Mit dem Ende der Corona-Beschränkungen steigen auch die Unfallzahlen wieder, so der Verband.

Der Fachverband GDV warnt, dass auch andere Versicherungen teurer werden.
Im Sommer bereitete die Versicherungsbranche ihre Kunden darauf vor, dass die Preise für Kfz-Versicherungen deutlich steigen würden. Ersatzteile und Stundenlöhne haben teilweise stark zugelegt. Nun liegen erste Zahlen vor, die die Preiserhöhung quantifizieren.
Laut GDV liegen die Stundensätze mittlerweile durchschnittlich bei 173 Euro, bei Lackierereien bei 188 Euro. Einnahmen von 30,2 Milliarden Euro stehen Ausgaben von 32,8 Milliarden Euro gegenüber, so die Schätzung des Verbands. Die sogenannte Schaden-Kosten-Quote steigt mit 109 Prozent auf über 100 Prozent, was den Handlungsdruck erhöht.
Kunden sollten Preise vergleichen
Kunden haben jedoch auch Einflussmöglichkeiten auf die Beiträge. Besonders im Bereich der Kfz-Versicherungen herrscht harter Wettbewerb. Daher könnte es sich für Kunden lohnen, nach Alternativen Ausschau zu halten. Bei der Marktführerin HUK-Coburg rechnet man zwar auch mit roten Zahlen, verspricht den Kunden aber „weiterhin attraktive Prämien aufgrund niedriger Betriebskosten und effizienter Prozesse“.

HUK-Coburg rechnet mit roten Zahlen, verspricht aber trotzdem konkurrenzfähige Preise. Ein Kompromiss, der nicht lange gut gehen wird.
Kunden können auch selbst aktiv werden, um ihre Beiträge zu senken. Beispielsweise sollten sie überprüfen, ob sie vielleicht weniger Kilometer pro Jahr fahren, als im Vertrag angegeben, oder ob eine Vollkaskoversicherung noch sinnvoll ist. Auch eine höhere Selbstbeteiligung bei einem Schaden oder eine Vereinbarung über eine Werkstattbindung können die Prämien oft senken. Bei einem Kaskoschaden wird das Fahrzeug dann in einer Partnerwerkstatt des Versicherers repariert.
Eine Umfrage der ADAC Autoversicherung hat gezeigt, dass die Wechselbereitschaft bei den Kunden hoch ist. Fast die Hälfte (46 Prozent) ist offen für einen Wechsel der Kfz-Versicherung, wie es heißt. Für die meisten Autofahrer endet zum Jahreswechsel das Versicherungsjahr für die Kfz-Police. Der Vertrag kann bis zu einem Monat vorher gekündigt werden, Stichtag ist daher der 30. November.
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