Auto-Anschlag: Taxifahrer drehte in Essen um – und wollte Opfer zweites Mal überfahren
Ein Beitrag von
In Essen und Köln (Nordrhein-Westfalen) ereignete sich vergangenen Montag ein furchtbarer Auto-Anschlag gezielt auf fünf Frauen auf der Straße. Nach NIUS-Informationen wollte der Fahrer, ein 44-jähriger Jordanier, sogar noch extra mit dem Wagen umdrehen, um ein Opfer (50) ein weiteres Mal zu erwischen.
Das war geschehen:
Am Montagabend (5. August) um ca. 21:00 Uhr fuhr der Täter, ein Taxifahrer, in Essen eine 50-jährige Frau um. Sie wollte gerade die Straße auf einem Zebrastreifen überqueren. Wie NIUS erfuhr, zeigen gesicherte Videoaufnahmen, dass der Jordanier sogar extra noch einmal umdrehte – weil er die Frau ein zweites Mal überfahren wollte! Die Fußgängerin erlitt lebensgefährliche Verletzungen und musste ins Krankenhaus gebracht werden.
Der Täter, der aus Velbert stammt, flüchtete. Dann fuhr er weiter mit seinem VW Passat nach Köln, das gut eine Stunde mit dem Auto entfernt liegt. Dort fuhr er weiter ganz gezielt mit seinem Taxi Frauen um!
Zunächst fuhr der jordanische Fahrer in der Kölner Altstadt auf die Straße Kleine Budengasse. Dort fuhr er zwei Fußgängerinnen (22, 27) um. Beide junge Frauen wollten – aus Richtung Dom kommend – gerade bloß auf den Alten Markt gehen. Sie kamen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.
Dann raste er – wenige Meter entfernt – weiter in die Mühlengasse. Dort fuhr er drei weitere Frauen an (23, 25), eine konnte gerade so zur Seite springen. Die zwei jungen Frauen wurden leicht verletzt, so die Polizei.

Vor diesem Brauhaus raste der Anschlagsfahrer gezielt auf Frauen zu.
Horror: Nach Zeugenaussagen soll der Mann ganz gezielt auf die Personen zugefahren sein! War dies etwa eine geplante Tat?
Als ein Kellner des umliegenden Brauhauses den unfassbaren Vorfall mitbekam, nahm er zu Fuß die Verfolgung auf. Das Taxi sei ihm auf der „Großen Neugasse“ entgegengekommen, so die Polizei. Der Fahrer sei ohne zu bremsen auf ihn zugefahren. Der mutige Kellner versuchte zur Seite zu springen, doch ein Außenspiegel touchierte ihn am Oberkörper.
Der 44-jährige Jordanier wurde von den Polizeibeamten festgenommen. Die Einsatzkräfte beschlagnahmten das Taxi, abgebrochene Fahrzeugteile sowie den Führerschein und den Fahrgast-Beförderungsschein. Es besteht der Verdacht, dass der 44-Jährige unter Drogeneinfluss – konkret: Kokain- und Cannabis – stand. In seinem Taxi wurde zudem Kokain gefunden. Die Polizisten nahmen deshalb eine Blutprobe.
Nach NIUS-Informationen ist N. in Jordanien 1980 geboren. Videoaufnahmen, die die Polizei sicherstellte, zeigen, wie er durch die Straßen rast und Menschen panisch wegrennen.

Nur fünf Minuten zu Fuß entfernt vom Kölner Dom: Die Mühlengasse.
Wie war der Auto-Anschlag motiviert?
Brisant: Der Tathergang, indem ein Auto benutzt wurde, um die zielgerichtete Opfergruppe Frauen umzufahren, könnte dafür sprechen, dass der aus Jordanien stammende Mann beispielsweise ein politisches oder gar islamistisches Motiv haben könnte.
Zunächst teilte gegenüber NIUS der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Dienstagabend (6. August) mit, dass es bei dem Täter aufgrund seiner vorliegenden psychischen Erkrankung dringende Hinweise darauf gebe, dass der 44-jährige Jordanier vermindert oder wohl gar nicht schuldfähig sein könnte. Aus diesen Gründen wäre der Staatsschutz demnach nicht involviert. Laut Staatsanwaltschaft gäbe es aktuell keine Hinweise auf ein Terrormotiv.

Der jordanische Täter (44) nahm sein gelbes Taxi als Tatwaffe (Symbolfoto).
Auf Antrag der Kölner Staatsanwaltschaft wurde der Täter in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht. Laut Pressemitteilung der Polizei hätte der Notarzt dies nach ärztlicher Untersuchung angewiesen. Heißt: Der Täter kam direkt vom Tatort in die Psychiatrie.
Wie NIUS erfuhr, lägen bei der Staatsanwaltschaft „konkrete Anhaltspunkte“ vor, dass „er die ihm vorgeworfene Tat vor dem Hintergrund einer schweren psychischen Erkrankung zumindest im Zustand verminderter Schuldfähigkeit begangen haben könnte und weitere Fremdgefährdungen nicht auszuschließen sind.“
Bisher kein Ausschluss von Motiven
Doch: Am Mittwoch (7. August) teilte die Staatsanwaltschaft Köln gegenüber NIUS mit, dass die Ermittler derzeit grundsätzlich ein politisches oder religiöses Motiv wie z.B. ein islamistisches Motiv nicht ausschließen. Auch wenn es „derzeit keine Hinweise“ für ein „politisch oder religiös motiviertes Vorgehen“ gäbe, heißt es. Die Behörden ermitteln in jede Richtung. Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer erklärt: „Vor dem Hintergrund der psychischen Erkrankung des Beschuldigten lassen sich verlässliche Angaben zum Tatmotiv derzeit nicht machen.“

Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer von der Staatsanwaltschaft Köln
Der Autoanschlag-Täter wird nach NIUS-Informationen von einem Sachverständigen eingehend psychiatrisch untersucht. Die Vorwürfe im Antrag der Staatsanwaltschaft: Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, gefährliche Körperverletzung in drei Fällen sowie vorsätzliche Körperverletzung. Auch wird geprüft, ob die Horror-Tat als versuchtes Tötungsdelikt zu bewerten ist.
Mehr NIUS: Versuchter Totschlag: Zwei Türken stechen in württembergischer Kleinstadt auf Tunesier ein
Zara Riffler
Artikel teilen
Kommentare