Brandbrief vom BAMF-Chef an Faeser: Mehr als 350.000 Asylanträge allein in diesem Jahr
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Die Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geben die tatsächliche Realität in der Asylkrise nicht wieder.
Der momentane Zustrom von Migranten liege deutlich höher als in der Statistik ausgegeben, warnt BAMF-Chef Hans-Eckhard Sommer in einem Brandbrief, den er bereits am 3. November an Innenministerin Nancy Faeser (SPD) verschickt hatte.
„In den Monaten September bis November verzeichneten wir jeweils zwischen 31.000 und 33.000 Asylgesuche (Erstregistrierungen). Insgesamt wurden 244.000 Asylanträge gestellt, darunter 218.000 Erstanträge“, heißt es in dem Schreiben, das der Bild-Zeitung vorliegt. Der Brief wurde noch vor Veröffentlichung der neuesten Asylzahlen am 8. November verfasst.
Allein im Oktober hätten es 55.000 Migranten nach Deutschland geschafft
„Aber selbst diese Zahlen geben den tatsächlichen Asylzugang nicht wieder, da die Länder mittlerweile erhebliche Registrierungsrückstände haben, sodass wir es tatsächlich im September mit rund 50.000 und im Oktober mit rund 55.000 Zugängen zu tun hatten“, erklärt Sommer. Seine Hochrechnung: „Bis zum Ende des Jahres muss mit einem Asylzugang von 350.000 oder sogar darüber hinaus gerechnet werden.“

Drei Migranten stehen vor einem Schild der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen am Standort Braunschweig.
Zudem warnt der BAMF-Chef vor einer Überlastung seiner Behörde. Mittlerweile gebe es immer mehr anhängige Verfahren. Allein für Personal und IT-Infrastruktur würden seiner Behörde knapp 245 Millionen Euro fehlen für 2023/24 fehlen. „Die Reduzierung des Mitteleinsatzes für IT-Dienstleistungen gefährdet den Dienstbetrieb und die Erfüllung der Kernaufgaben des Bundesamts.“
Der BAMF-Chef hatte seinen Brief vor dem Bund-Länder-Treffen am Montag verschickt. Dort wurde beschlossen, dass die Asylanträge schneller abgearbeitet werden sollen. Durch das Schreiben von Hans-Eckhard Sommer wird jedoch deutlich: Die Kapazitäten des Bundesamts reichen nicht aus, um den Anstrum von Asylbewerbern zu bewältigen.
Redaktion
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