Bundestag sagt Austauschjahr ab! Clara (15) darf nicht in die USA, weil sie nicht gegen Corona geimpft ist
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- Clara (15) bewirbt sich auf ein Bundestags-Stipendium, ihr Traum: Ein Jahr in die USA.
- Sie bekommt die Zusage. Und dann die Absage. Der Grund: Keine Einreise ohne Corona-Impfung.
- Irre: Es gab zu keinem Zeitpunkt die Pflicht für Minderjährige, bei einem USA-Aufenthalt eine Covid-Impfung nachzuweisen.
Es ist die Geschichte eines geplatzten Traumes.
Im Mai 2022 bewirbt sich die damals 14-jährige Clara (Name geändert) um ein angesehenes Stipendium des Deutschen Bundestags, das ihr einen einjährigen Auslandsaufenthalt in den USA ermöglichen soll. Es ist ein langwieriges und aufwendiges Auswahlverfahren, dementsprechend groß ist die Freude, als sie im Januar 2023 endlich die ersehnte Zusage erhält.
Ein paar Monate später dann erfährt sie von der Austauschorganisation, dass eine vollständige Impfung gegen das Coronavirus für die Teilnahme an den verpflichtenden Veranstaltungen in den USA vorausgesetzt wird. Clara ist ungeimpft.

Diese Impf-Anforderung kommt für Clara und ihre Mutter überraschend, da während des Bewerbungsprozesses nie die Rede davon war. Und abgesehen vom dem Hinweis der Organisation gab es zu keinem Zeitpunkt staatliche Corona-Impfvorschriften für Minderjährigen bei der Einreise in die USA. Seit dem 12. Mai 2023 dürfen sogar Erwachsene, die nicht gegen das Corona-Virus geimpft sind, wieder in die USA einreisen. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Corona-Impfung für unter 18-jährige ohne Vorerkrankungen ausdrücklich nicht mehr.
Wir haben im exklusiven Interview mit Clara über ihren wahrscheinlich geplatzten Traum vom Auslandsjahr in den USA gesprochen. Sehen Sie hier, wie das Mädchen die Geschichte erzählt – und welche klugen Gedanken sie über ihre Situation hat.
Claras Mutter wendet sich deshalb an eine Landesgruppe der Unionsfraktion im Bundestag, um ihre Unterstützung zu erhalten. Während der Großteil der Bundestagsfraktionen eher zurückhaltend reagiert, kommt es vereinzelt zu Unterstützung. Der Fraktionsvorstand bemüht sich durch Gespräche mit dem Bundestagspräsidium zwar um eine Regeländerung, für Clara könnte es, bis diese in Kraft tritt, allerdings zu spät sein. Die Zeit drängt, da sie bis spätestens Anfang Juli ihren Impfnachweis vorlegen muss. Andernfalls bleibt ihr der Traum vom Austauschjahr in den USA wahrscheinlich verwehrt.
Auch Claras Mutter zeigt sich enttäuscht. In einem persönlichen Gespräch zeigt sie sich besorgt darüber, was es mit der Seele eines Kindes macht, Diskriminierung in dieser Form zu erleben. Sie findet es frustrierend zu sehen, dass ihrer Tochter aufgrund einer Impfpflicht, die keine rechtliche Grundlage hat, die Möglichkeit genommen werden soll, an diesem Austauschjahr teilzunehmen. Besonders, weil Clara sich durch ein anspruchsvolles Auswahlverfahren qualifiziert hat. Sie hofft, dass die politischen Entscheidungsträger eine Ausnahme für sie machen und ihre Tochter diese wertvolle Erfahrung schlussendlich doch machen darf, und ihren Traum verwirklichen kann.
Giovanna Winterfeldt
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