Geheime Evakuierung: Bundeswehr fliegt rund 50 Personen aus dem Niger
Ein Beitrag von
- Nach dem Militärputsch im Niger hat die Bundeswehr rund 50 Personen aus dem westafrikanischen Land ausgeflogen.
- Ein Transportflugzeug vom Typ A400M habe am Donnerstag den Flughafen der Hauptstadt Niamey verlassen
- Der Konflikt im Niger könnte nach dem Militärputsch vergangene Woche weiter eskalieren.
- Deutschland hatte zunächst auf eigene Flüge verzichtet, um Menschen in Sicherheit zu bringen.
Nach dem Militärputsch im Niger hat die Bundeswehr rund 50 Personen aus dem westafrikanischen Land ausgeflogen. Ein Transportflugzeug vom Typ A400M habe am Donnerstag den Flughafen der Hauptstadt Niamey verlassen, schrieb die Bundeswehr am Abend auf Twitter. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos bestätigte die Angaben. Die Nationalitäten der Evakuierten waren zunächst unklar. Zudem war nicht bekannt, ob es sich dabei um Zivilisten handelte.
Ein Schulterpatch zeigt das Logo des Bundeswehr Lufttransportstützpunkt „Camp Vie Allemand“ in Niamey.
Die Bundesregierung hatte zunächst auf eigene Evakuierungsflüge verzichtet. Rund 60 Deutsche wurden mit französischen Flugzeugen in Sicherheit gebracht. Das Außenministerium in Paris erklärte die eigene Evakuierungsaktion am Donnerstag für abgeschlossen.
Im Niger hatten Offiziere der Präsidialgarde in der vergangenen Woche den demokratisch gewählten Präsidenten Mohamed Bazoum festgesetzt und für entmachtet erklärt. Der Kommandeur der Eliteeinheit, General Abdourahamane Tiani, ernannte sich im Anschluss selbst zum neuen Machthaber. Kurz nach Tianis Machtübernahme setzten die Putschisten die Verfassung außer Kraft und lösten alle verfassungsmäßigen Institutionen auf.
Heute hat um 17:30 Uhr MESZ ein Flugzeug vom Typ #A400M der #BundeswehrimEinsatz den Flughafen der nigrischen Hauptstadt Niamey mit rund 50 Personen nach Deutschland verlassen. pic.twitter.com/JTvb4nt4J7
— Bundeswehr im Einsatz (@Bw_Einsatz) August 3, 2023
Nach Militärputschen in Mali und Burkina Faso seit 2020 war der Niger das letzte der drei Nachbarländer in der Sahelzone, das von einer demokratisch gewählten Regierung geführt wurde.
Die Bundeswehr betreibt einen Lufttransportstützpunkt in Niamey, der das zentrale Drehkreuz für die Bundeswehr in Westafrika und wichtig für den laufenden Abzug aus dem benachbarten Mali ist.
Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte die Lage für die deutschen Soldaten in Niamey am Donnerstag als „ruhig“ bezeichnet. Der SPD-Politiker betonte, sein Ministerium habe in enger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt die Situation im Blick: „Die Priorität Nummer eins ist die der Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten.“
Der Konflikt im Niger könnte weiter eskalieren. Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas hatte den Putschisten ein Ultimatum gestellt. Sollte der festgesetzte Präsident Bazoum nicht bis Sonntag wieder eingesetzt werden, werde Ecowas Maßnahmen ergreifen, die Sanktionen und auch Gewalt umfassen könnten, hieß es.
Philippe Fischer
Artikel teilen
Kommentare