Der Fall Luke Mockridge: „Es sind Vernichtungs- und Hetzkampagnen“
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Im Dezember 2021 veröffentlichte der Spiegel einen Artikel mit dem Titel „Die Akte Mockridge“, in dem der Fall des erfolgreichen deutschen Comedians erneut aufgerollt und beleuchtet wurde. Der Vorwurf: Versuchte Vergewaltigung. Vorgebracht von seiner Ex-Freundin, der Podcasterin Ines Anioli.
Der Spiegel ließ wohl bewusst Informationen weg
Brisant ist, dass der Spiegel Akteneinsicht hatte und anscheinend bewusst Textnachrichten Aniolis wegließ, die sie in schlechtem Licht dastehen ließen, um die Erzählung des übergriffigen Mannes zu forcieren. Ebenso ignorierten die Autoren, dass die Beziehung nach dem beschriebenen Vorfall weiterging, das Paar gemeinsam in den Urlaub fuhr. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war Luke Mockridge bereits in zwei Instanzen als unschuldig erklärt worden. Dennoch publizierte der Spiegel den Artikel.
„Wenn man sowas weglässt, um ein Narrativ zu kreieren, dann muss ich davon ausgehen, dass es eine Vernichtungskampagne war. Mit Verdachtsberichterstattung hat das nichts mehr zu tun“, sagt YouTuberin Nina Kirsch zu dem Fall im Nachrichten-Talk Stimmt!
Mit all den Details, die mittlerweile bekannt sind, bröckelt das Bild von Mockridge als Täter. Stattdessen stellt sich die Frage, ob Anioli die Wahrheit gesagt hat. Es gibt ein Video, das anscheinend die zerstörte Wohnung des Comedians zeigt: Rotweinflecken im Bett, Feuer in der Badewanne, zerstörte Gläser.
Anioli gibt in einem Spiegel-Interview 2021 zu, den Schaden angerichtet zu haben. Zuvor hatte es Streit zwischen Anioli und Mockridge gegeben, weil dieser mit einer anderen Frau geflirtet hatte. „Hier haben wir ein klares Motiv. Das der eifersüchtigen, gehörnten Ex, die eventuell Rachegelüste auslebt“, so Kirsch bei „Stimmt!“.
Aber warum publiziert der Spiegel eine Geschichte, in der wesentliche Teile fehlen? „Das ist ein Thema, das alles versammelt, was Aufmerksamkeit anzieht. Nämlich Sex und Gewalt“, sagt der Medien- und Kommunikationstheoretiker Norbert Bolz, der lange als Professor an der Technischen Universität Berlin Medienwissenschaften lehrte. „Das ist eine Superstory. Diese solange wie möglich zu erzählen, ist viel wertvoller als die nüchterne Wahrheit“, analysiert er im NIUS-Talk.

Nina Kirsch
Es geht um die Zerstörung von Karrieren
Seit der Me Too-Bewegung sei ein neues Genre im Journalismus entstanden, das früher nur in Klatschmedien stattfand. „Im Grunde ist es der selbe Mechanismus wie bei der Yellow Press, nur wird das jetzt ideologisch aufgeblasen. Als ein Kampf um Gerechtigkeit“, findet auch der Journalist Frank Lübberding.
Das Problem: Es gehe nicht um Unterhaltung, sondern oft um die Zerstörung der Karriere von unliebsamen Personen. Die Konsequenzen seien fatal: „Diese Leute bekommen dann nicht einmal mehr ein Bankkonto, obwohl das gesetzlich vorgeschrieben ist“, so Lübberding. Die Kampagne gegen Mockridge hatte weitaus krassere Folgen: „Sie hat ihn an den Rand eines Selbstmordversuches gebracht hat“, sagt Nina Kirsch. Der Comedian wurde für drei Monate in eine Psychiatrie zwangseingewiesen.
Die ganze Folge Stimmt! gibt es hier:
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