Der grüne Rassismus: Der Abend, an dem Katrin Göring-Eckardt das größte Eigentor schoss
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Dieser Abend wird als vielleicht spektakulärstes Eigentor in die Geschichte der Fußball-Europameisterschaft eingehen: Kurz nach dem 2:0-Sieg der DFB-Elf gegen Ungarn schreibt die Grünen-Abgeordnete Kathrin Göring-Eckardt auf X: „Diese Mannschaft ist wirklich großartig“. Dann folgt der Hammersatz: „Stellt euch kurz vor, da wären nur weiße deutsche Spieler.“
Nanu? Hätte die Deutsche Nationalmannschaft dann verloren? Sind Fußballer mit dunkler Hautfarbe besser als solche mit weißer – oder umgekehrt?
Politiker werfen Rassismus vor und fordern Rücktritt
Schnell regt sich riesige Kritik an der Grünen Bundestagsvizepräsidentin. Der Psychologe Ahmad Mansour schrieb auf X: „Wer bei der deutschen Nationalmannschaft die Hautfarbe der Spieler thematisiert, betreibt Rassismus.“ Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki teilte mit: „Ich finde es wirklich bedenklich, wenn Menschen in Deutschland nach ihrer Hautfarbe bewertet werden. Die Kollegin sollte diesen Text schnell löschen.“

Sah in den Äußerungen Göring-Eckardts „Rassismus“: Ahmed Mansour.
Der Polizeigewerkschafter Manuel Ostermann zeigte sich ebenfalls empört: „Rassistische Einstellungen sind immer inakzeptabel, auch wenn diese von Grün kommen.“ Der AfD-Politiker Martin Sichert fragte: „Woher kommt Ihr Rassismus gegen Weiße?“ Und der FDP-Politiker Gerhard Papke legte Göring-Eckardt sogar den Rücktritt von ihrem Posten als Bundestagsvizepräsidentin nahe: „Fußballer nach ihrer Hautfarbe zu bewerten, ist Rassismus. Und Deutsche ohne Migrationshintergrund müssen sich nicht von Grünen zu Menschen zweiter Klasse stempeln lassen!“
Die Empörung ist ganz berechtigt.
— Manuel Ostermann (@M_Ostermann) June 19, 2024
Rassistische Einstellungen sind immer inakzeptabel auch wenn diese von Grün kommen.https://t.co/NW2dymbx0U pic.twitter.com/P03V9RH7sZ
Doch nicht alle waren so kritisch mit Göring-Eckardt. Der Leiter des ARD-Magazins Monitor, Georg Restle, schrieb: „Und jetzt regen sich alle über einen überflüssigen Tweet auf, statt darüber, was 21% der Menschen in diesem Land offenbar denken.“ Der SPIEGEL-Journalist Marius Mestermann teilte mit: „Ohne den wirklich unüberlegten Post verteidigen zu wollen: an einigen Reaktionen zeigt sich, wie sehr inzwischen Accounts diese Plattform dominieren, die stets schlimmstmögliche Interpretationen unterstellen und nach Fehltritten lechzen, um daran dann ihr Weltbild zu bestätigen“. Die Berichterstattung der Tagesschau zum Beitrag Göring-Eckardts auf X beginnt mit den Worten: „Ihr Beitrag war nur kurz online“.
Göring-Eckardt löscht den Tweet nach Shitstorm
Keine vier Stunden nach dem Absenden des Tweets löschte Kathrin Göring-Eckardt den Tweet. Die 58-Jährige schrieb: „Habe meinen Tweet gelöscht. Tut mir leid, wie ich formuliert habe.“ Und weiter führte die Politiker aus: „Mich hat aufgeregt, dass 21 Prozent der Deutschen es besser fänden, wenn mehr “Weiße” in der Nationalmannschaft wären.“ Sie sei „stolz auf diese Mannschaft“ – „und wünsche mir, dass wir auch die 21 Prozent noch überzeugen.“ Bis dahin war ein regelrechter Shitstorm auf Göring-Eckardt eingeprasselt. Der Tweet wurde bis Mittwochabend mehr als 1.600 Mal auf der Plattform X zitiert.
Göring-Eckardt bezog sich mit ihrem Verweis auf „21 Prozent der Deutschen“ auf eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag des WDR, die im Rahmen der Veröffentlichung der Dokumentation „Einigkeit und Recht und Vielfalt“ erhoben wurde. Ein gutes Fünftel hatte angegeben, sie fände es besser, wenn wieder mehr weiße Spieler in der deutschen Nationalmannschaft spielten.
Fast zwei Drittel (65 Prozent) stimmten der Aussage allerdings überhaupt nicht zu. DFB-Trainer Julian Nagelsmann und Joshua Kimmich äußerten sich irritiert über die Umfrage und fragten sich, warum dieses Stimmungsbild überhaupt abgefragt wurde. „Ich hoffe, nie wieder so was von so einer Scheißumfrage lesen zu müssen“, sagte Nagelsmann auf einer DFB-Pressekonferenz vor der EM.
Göring-Eckardt irritierte bereits zuvor
Die Aussage Göring-Eckardts ist nicht das erste Mal, dass die Frau, die einst Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche war, mit Äußerungen irritiert. Im Rahmen der Flüchtlingskrise 2015 und den Folgejahren sagte die Politiker auf einem Grünenparteitag: „Es [das Land] wird bunter werden. Ja, wie wunderbar ist das. Das haben wir uns immer gewünscht. Wahrscheinlich wird es auch religiöser werden. Na klar. Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich sag' euch eins: Ich freu‘ mich drauf!“
Auf diese Äußerungen Göring-Eckardts wird von Seiten von Kritikern der deutschen Migrationspolitik immer wieder verwiesen, wenn beispielsweise islamistische Attentate passieren.
Redaktion
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