„Der ist nicht im Schweinestall ermordet worden!“: Empörung über SPD-Zwischenruf zu Mannheimer Polizistenmord
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Erneuter Eklat in einer parlamentarischen Sitzung im Zusammenhang mit dem Polizistenmord von Mannheim! Bei einer Rede des Bundesagrarministers Cem Özdemir zur Messerattacke durch Sulaiman A. vom 31. Mai rief die SPD-Politikerin Daniela De Ridder dazwischen: „Er ist aber nicht im Schweinestall gestorben“.
Am gestrigen Mittwoch steht Cem Özdemir als Vertreter der Bundesregierung im Plenum und stellt sich in einer Fragestunde. Eigentlich geht es um Tierwohl und Standards bei der Viehhaltung. Doch plötzlich ändert sich das Thema. Die CDU-Abgeordnete Christina Stumpp konfrontiert Minister Özdemir mit einer Aussage aus dem ZDF-Morgenmagazin vom 10. Juni: „Hier sagten Sie für die Grünen: ‚Wir müssen den Leuten deutlich machen: Wir können Sicherheit. Wir können Zuwanderung steuern.‘ Daher die Frage: Wenn Sie das glauben, werden Sie als Minister im Bundeskabinett endlich einer Ausweitung der Liste der sicheren Herkunftsstaaten um Marokko, Tunesien und Algerien zustimmen?“
Özdemir holt daraufhin aus und kommt auf das Thema Abschiebungen zu sprechen. „Was mir große Sorgen macht, ist, dass diejenigen, die gut integriert sind, häufig abgeschoben werden und dass wir uns bei denjenigen, die eigentlich abgeschoben gehören, schwertun, sie aus dem Land zu kriegen“, sagt Özdemir.

Stand im Bundestag Rede und Antwort: Cem Özdemir (Grüne)
Es kommt erneut zu einer Nachfrage durch Christina Stumpp von der Unionsfraktion. Die Bundestags-Vizepräsidentin, Katrin Göring-Eckardt (Grüne), zeigt sich verwundert und verweist darauf, dass diese Frage weggehe vom Thema der Landwirtschaft. Dennoch darf Stumpp fortfahren: „Sie haben das Thema Abschiebung angesprochen. Sie kommen genauso wie ich aus Baden-Württemberg, und die schrecklichen Bilder des islamistischen Terroranschlags in Mannheim haben wir alle noch vor Augen. Wir haben einen ermordeten Polizisten zu beklagen, und die Grünen möchten …“ – doch dann wird die Frage unterbrochen.
Die SPD-Politikerin Daniela De Ridder tönt dazwischen: „Er ist aber nicht im Schweinestall gestorben!“

Das Protokoll der Fragerunde.
„Wie moralisch obdachlos muss man sein?“
Fakt ist: Der SPD-Politikerin ging es mit ihrem Zwischenruf darum, darauf hinzuweisen, dass die Nachfrage zu Abschiebungen ein fremdes Thema sei, das nichts mit der Fragerunde zum Tierwohl zu tun habe. Fakt ist aber auch: Der Verweis auf einen Schweinestall im Kontext des Polizistenmords ist geschmacklos – und hätte vermieden werden können. Zumal dadurch auch der Eindruck entsteht, die Tötung (und auch die politischen Konsequenzen) seien nicht wichtig genug.
Der Zwischenruf veranlasste schlussendlich auch Katrin Göring-Eckardt zu einer Rüge für Daniela de Ridder. „Sie hat bei der Befragung des Ministers Özdemir, die sich auf den furchtbaren Mord an dem Polizisten in Mannheim, Rouven L., bezogen hat, gesagt: Er ist aber nicht im Schweinestall gestorben!“
Auch auf sozialen Medien sorgte der Zuruf für Empörung. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer schrieb auf X, nun äußere sich nach Tuba Bozkurt „auch SPD-MdB Daniela De Ridder in völlig inakzeptabler Weise (‚Er ist aber nicht im Schweinestall gestorben‘) bei einer Frage zum ermordeten Polizisten Rouven L. Solche Pietätlosigkeit macht fassungslos.“
Der Feuerwehr-Gewerkschafter Manuel Barth fragte: „Sind die alle hirntot? Wie moralisch obdachlos muss man sein, um die eigene große Klappe in den Momenten nicht unter Kontrolle zu haben?“
Bereits vergangene Woche sorgte der Zwischenruf der Grünenpolitikerin Tuba Bozkurt für Empörung. Die 41-Jährige fragte im Berliner Abgeordnetenhaus: „Ist Mannheim tot?“, als die Innensenatorin über den Messerangriff sprach. Es folgte Gelächter aus der Grünenfraktion. Inzwischen hat Bozkurt ihr Amt im Präsidium des Abgeordnetenhauses niedergelegt.
Inzwischen hat sich die SPD-Politikerin auf ihrem Instagram-Account zum Vorfall zu Wort gemeldet. Sie „bedauert dieses Missverständnis“. Sie habe nach aus ihrer Sicht fachfremder Frage zu Rouven L an den Landwirtschaftsminister „Was hat das mit Landwirtschaftspolitik zu tun? Der Polizist ist doch nicht im Schweinestall ermordet worden!“ gerufen. Es sei nicht ihre Absicht gewesen, „Menschen zu verletzen oder zu diskredtieren“.
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