Die Islamisierung Brüssels: In Teilen Belgiens ist die Islam-Partei stärker als in Deutschland die SPD
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Mit 16,5 Prozent holte die Islam-Partei „Team Fouad Ahidar“ bei der Wahl des EU-Parlaments in der Region Brüssel-Hauptstadt mehr Stimmen als die SPD in Deutschland, die 13,9 Prozent holte. Unter den niederländisch sprechenden Belgiern landete die gerade erst gegründete Partei auf Anhieb das zweitbeste Ergebnis – hinter den belgischen Grünen.
Team Fouad Ahidar zieht mit drei Plätzen im Brüsseler Parlament ein, die Grünen erhielten vier. 17 Sitze von 89 Sitzen sind für die niederländischsprachige Liste reserviert, die restlichen 72 für die französischsprachige Liste. Der Erfolg von Team Fouad Ahidar hat in belgischen Medien viel Aufmerksamkeit erregt, in europäischen wurde hingegen kaum berichtet.
Die Partei kann auf den hohen muslimischen Bevölkerungsanteil Belgien zurückgreifen. 22 Prozent der Bevölkerung in der Region Brüssel-Hauptstadt, in der 1,2 Millionen Menschen leben, sind muslimisch. Der Islam ist mit 400.000 muslimischen Bürgern die zweitgrößte Religionsgemeinschaft Belgiens. Im Wahlkampf mobilisierte Team Fouad Ahidar mit den Themen Palästina, der Forderung, dass Staatsbedienstete sich islamisch verschleiern dürfen, und dem islamisch-rituellen Schächten.
Das Programm der Partei speist sich zudem aus radikalem Israelhass. Gefordert wird ein Verbot von Waffenverkäufen und militärischem Equipment an Israel, ein Embargo gegen israelische Produkte. Der gesamte Handel mit Israel soll verboten werden und der Luftraum für israelische Flugzeuge gesperrt werden. Außerdem soll der jüdische Staat von jedem internationalen und europäischen Wettbewerb ausgeschlossen werden.
Verharmlosung von Islamismus
Der Gründer Fouad Ahidar war ursprünglich bei den Sozialisten „Vooruit“. Nach dem 7.10. trennte er sich von der Partei, Auslöser war das Massaker vom 7.10., das er als „eine leichte Reaktion von Teilen der Hamas“ verharmloste. Ahidar rechtfertigte sich mit Genozid-Vorwürfen gegen Israel und einer damit verbundenen Holocaust-Relativierung: „Ich denke, jeder kann sehen, dass dies ein menschlicher Völkermord ist. Ich kann diesen Begriff verwenden. Ich war in Auschwitz in Polen, um zu sehen, was Völkermord ist, was ein Massaker ist, und heute sehe ich, dass praktisch die gleichen Methoden angewandt werden.“ Das war dem damaligen Parteichef Conner Rousseau zu viel, wie das belgische Medium vrt-news berichtete: „Für Vooruit ist jedes Todesopfer – auf beiden Seiten – eines zu viel.“ Mit seiner Verharmlosung der islamistischen Hamas stehe Fouad Ahidar in der Partei allein da, so Rousseau. Es kam zum Zerwürfnis.

5.10.2023: Der ehemalige Parteivorsitzende Conner Rousseau nimmt zu den Rassismus-Vorwürfen Stellung.
Ahidar begründete seinen Partei-Austritt mit einem Rassismus-Skandal um Rousseau, den dieser betrunken in einer Bar verursachte. Eine Zeitung hatte das Polizei-Protokoll geleakt, das wütende Aussagen dokumentierte, wonach Rousseau Polizisten aufgefordert haben soll, ihre Schlagstöcke gegen Angehörige der Roma-Gemeinschaft einzusetzen. „Seien wir ehrlich: Es sind immer diese braunen Männer“, so Rousseau laut belganewsagency.eu. Weiter polterte er: „Meiner Meinung nach sollten Sie viel härter gegen sie vorgehen. Sie sollten Ihren Knüppel viel mehr einsetzen. Ich kann doch nicht den ganzen braunen Abschaum herausschmeißen. Wirklich, diese Roma, schlag sie einfach. Mit denen kann man einen Scheißdreck machen.“
Rousseau trat daraufhin als Parteichef zurück. Es dürfte auch dieser Skandal gewesen sein, welcher der Islampartei Platz gemacht hat. Team Fouad Ahidar überholte die Sozialisten jedenfalls um 6 Prozent. Kamen sie 2023 noch auf 15 Prozent, sind es nun nur noch 10 Prozent – und damit der 6. Platz. Das Beispiel Brüssel zeigt besonders deutlich, wohin die Zukunft Europas weist: Hohe muslimische Bevölkerungsanteile sind für Parteien mit islamischer Agenda mobilisierbar. Oftmals im Gepäck: Israelhass und Antisemitismus.
Redaktion
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