Die letzten Weihnachtsrätsel im Check: Gab es Jesus wirklich?
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An der Existenz der Person Jesus von Nazareth kann es nach Ansicht des Afrikanisten und Theologen Prof. Dr. Dr. Roland Werner („Faszination Jesus“, Spacecontrol Verlag) keinen Zweifel geben. „Die Tatsache, dass Jesus gelebt hat, ist unstrittig“, sagte er bei „Schuler! Fragen, was ist“. „Jesus ist meiner Meinung nach eine der bestbezeugten Persönlichkeiten der Antike.“
Werner, der auch den Autor der großen Jesus-Monografie, Markus Spieker („Jesus - Eine Weltgeschichte“, Fontis Verlag) beraten hat, stützt sich dabei vor allem auf die außerordentlich breite Quellenlage. „Natürlich gab es Jesus, da sind sogar die allergrößten kritischen Wissenschaftler einer Meinung. Es gibt einige Fakten über Jesus. Es gibt neben dem Neuen Testament zahlreiche außerbiblische Quellen. Aber es gibt vor allem zwei Fakten, bei denen sich alle einig sind. Er wurde getauft von Johannes dem Täufer, und er ist gekreuzigt worden. Das sind unverrückbare geschichtliche Tatsachen.“

Roland Werner ist seit 2016 Professor für Theologie im globalen Kontext an der evangelikalen Evangelischen Hochschule Tabor in Marburg.
Die Taufe ist in allen Evangelien berichtet
Er „sage das als Wissenschaftler“, nicht als Christ, so Werner. „Die Taufe ist in allen Evangelien berichtet. Da könnte man noch sagen: Wie zuverlässig sind die? Aber Johannes der Täufer wird nicht nur in den Evangelien, sondern auch bei Josephus Flavius, einem ganz wichtigen Geschichtsschreiber des ersten Jahrhunderts, ausführlich besprochen. Und wie gesagt, es ist Konsens, dass es diese Verbindung gab. Auch Josephus Flavius spricht von Jesus in Zusammenhang mit Johannes und dass er gekreuzigt wurde. Das ist auch außerbiblisch bezeugt, zum Beispiel bei Tacitus oder bei Josephus oder bei anderen frühen Schriftstellern außerhalb der Bibel.“
Auch den biblischen Texten könne man mit Blick auf die Existenz Jesu durchaus harte Fakten entnehmen. Das betreffe beispielsweise seine Kreuzigung, die vergleichsweise präzise datiert wird, so Werner. „Gelitten unter Pontius Pilatus heißt es zum Beispiel im apostolischen Glaubensbekenntnis. Da fragt man sich: Warum erscheint dort Pontius Pilatus? (...) Das ist eine Zeitangabe, eine historische Verortung. Wir wissen, wann Pilatus gelebt hat oder bzw. wann er dort der Chef war im Heiligen Land. Das war zwischen 26 und 36 nach Christi Geburt. Damit haben wir einen ganz starken historischen Hinweis.“
Das ganze Interview mit Professor Werner sehen Sie hier:
Wer biblischen Quellen misstraut, kann sich allerdings auch auf externe Zeugnisse zurückgreifen. „Auch die Gegner Jesu damals, im Talmud oder in der Mischna (erste Niederschrift der Tora - Anm. d. Red.) berichten über Jesus. Bei denen ist er natürlich kein ,Messias', sondern ein Betrüger. Aber die leugnen nie die Tatsache, dass Jesus gelebt hat. Und sie berichten auch, dass er Wunder getan hat. Sie sagen nur, die hatten irgendwie mit ägyptischer Magie oder so zu tun. Also es gibt grundlegende Dinge, wo ich sagen würde, daran gibt es keinen Zweifel. Natürlich, wenn wir an Richtung Wunder, wenn wir Richtung Auferstehung gehen, da sind wir auf einer anderen Ebene, da kann man auch drüber reden. Da gibt es Indizien, aber keine Beweise.“
Ralf Schuler
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