Dieser Klima-Experte warnte früher vor kalten Wintern
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- Der Klimawissenschaftler Mojib Latif behauptete am Donnerstag bei Markus Lanz, es sei seit "über hundert Jahren" Stand der Wissenschaft, dass die Temperatur auf der Erde ansteige.
- Ein Twitter-User hat nun alte Aussagen von Latif gefunden, in denen dieser von einer bevorstehenden Eiszeit sprach.
- Der öffentliche Umgang von Klima-Prognosen ähnelt dem mit Corona-Prognosen, als lediglich die apokalyptischsten in den Medien Verbreitung fanden.
Der Planet wird in wenigen Jahren brennen, von Dürren, Überschwemmungen und sonstigen Plagen heimgesucht, wenn wir jetzt nichts dagegen tun: Die feste Überzeugung, dass die Apokalypse unmittelbar bevorsteht und nur noch durch menschliches Einlenken verhindert werden kann, bringt Aktivisten dazu, sich an Straßen zu kleben, Kunst zu zerstören und Straftaten zu begehen.
In (nur leicht) abgeschwächter Form findet dieser Glaubenssatz aber auch in der Mitte der Gesellschaft Anklang. Dass von "der Wissenschaft" bewiesen sei, dass man irgendwas gegen den Klimawandel tun muss, ist Konsens im Großteil der deutschen Journalisten bis hin zu den meisten Parteien im Bundestag.
Wie schon zu Zeiten der Corona-Krise, als "die Wissenschaft" sich einig war, dass ein aberwitziges Szenario von bis zu einer Million Corona-Infizierten gleichzeitig möglich war, ist auch beim Thema "Klima" jeder, der fatalistische Experten-Statements anzweifelt, ein Leugner, wissenschafts- sowie menschenfeindlich und schnellstens zu canceln.
Am Donnerstag saß nun "die Wissenschaft" in Persona des Klimaforschers Mojib Latif bei Markus Lanz und ereiferte sich darüber, dass seit Jahrzehnten bekannt sei, dass es eine globale Erwärmung gebe. „Das wissen wir übrigens nicht erst seit ein paar Jahrzehnten. Das ist Stand der Wissenschaft, das wissen wir seit weit über hundert Jahren.” Niemand könne sich nun „hinstellen und sagen, wir hätten es nicht gewusst. Wir wussten, dass es genau so kommt und genau so ist es jetzt gekommen”, erklärte Latif. „Die Simulation von vor 30 Jahren mit dem was passiert ist, passt wie die Faust aufs Auge.”
Archiv-Aufnahmen zeigen andere Einschätzung des Wissenschaftlers
Der Twitter-User @tomdabassman hat nun einen Video-Zusammenschnitt aus Archivmaterial erstellt und getwittert, in dem Aussagen von Latif aus den Jahren 1997 und 2008 enthalten sind. In den Ausschnitten zeichnet der Forscher ein gänzlich anderes Bild des zu erwartenden Klimas. So sagte er 1997 in einem Beitrag der Sendung Das!, der davon handelte, dass es „bei uns im Winter eiskalt" werden würde, und zwar rund 20 Jahre lang: „Wir erwarten ähnlich wie in den 60er Jahren relativ kalte Winter in der Zukunft.”
Im Zusammenschnitt des Twitter-Users folgt ein Ausschnitt aus dem Jahr 2008, in dem Latif auf seine Fehlprognose angesprochen wird. „Ganz so kalt waren die Winter doch nicht”, konfrontiert ihn der Moderator mit seinen elf Jahre alten Worten. Latif gesteht das ein, fügt aber hinzu: „Ich würde die Prognose trotzdem noch nicht so ganz abschreiben”. In der Wissenschaft und auch in der Klimaforschung arbeite man mit Ungenauigkeiten. „Mal abwarten, in zehn Jahren sprechen wir uns nochmal”.
Mehr als zehn Jahre später scheint er seine damaligen Worten vergessen zu haben, oder wollte zumindest nichts mehr davon wissen. Ein Nachhaken von Moderator Markus Lanz gab es diesmal auch nicht.
Janina Lionello
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