Energiekonzerne geben Habeck die Schuld am endgültigen AKW-Aus: „Es fehlte der politische Wille“
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Zwei Energieunternehmen proben den Aufstand gegen Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne): Sie widersprechen Habecks These, wonach der Wunsch der Betreiber ihn vom endgültigen AKW-Aus überzeugt und einen Weiterbetrieb unmöglich gemacht hätte. Tatsächlich habe „der politische Wille“ dazu gefehlt, so die Konzernchefs.
In einem Schreiben an ihre Mitarbeiter, aus dem die Bild-Zeitung zitiert, erklärte nun der Vorstand von PreussenElektra: „Wir als PreussenElektra haben uns zu jeder Zeit offen für eine Prüfung und Umsetzung eines Weiterbetriebs gezeigt und dies – wo immer möglich – artikuliert.“ Habeck habe den AKW-Sachverhalt „erheblich verkürzt“ dargestellt. „Wesentliche Argumente, die die Machbarkeit eines Weiterbetriebs belegen, werden ausgeblendet.“ Dies könne man „so nicht stehenlassen“.
Vergangene Woche hatte Habeck erklärt, dass die Betreiber der Kernkraftwerke im Frühjahr 2022 einen Weiterbetrieb nicht für möglich gehalten hätten. Grund dafür: die fehlenden Brennelemente.

Das stillgelegte Kernkraftwerk Isar 2 des Betreibers PreussenElektra.
Der Energiekonzern widerspricht der Darstellung von Habeck
PE schreibt jedoch: „Unser Angebot, den Weiterbetrieb von KKI2 zu prüfen und umzusetzen, stand. Es fehlte jedoch am notwendigen politischen Willen dazu, was auch durch die prompte Veröffentlichung des ministeriellen Prüfvermerks belegt ist.“
Das Energieunternehmen ist mit seiner Kritik nicht allein. Auch der Konzern E.on wollte sein Kernkraftwerk Isar 2 weiterlaufen lassen. „Wir haben in der gesamten Debatte klargemacht, dass wir einen Weiterbetrieb des Kraftwerks technisch und logistisch ermöglichen könnten, sofern die Bundesregierung dies wünscht“, zitiert die Bild.
Das Wirtschaftsministerium teilt dazu mit: „Ende Februar/Anfang März 2022 lautete die Aussage von EnBW, E.ON und RWE, dass ein Streckbetrieb keine zusätzlichen Strommengen bringen würde.“ Dies hätten die Betreiber bereits im Vorfeld eines gemeinsamen Termins deutlich gemacht. Demnach sei ein ununterbrochener Weiterbetrieb nicht mehr möglich gewesen, beziehungsweise hätte die Stromerzeugung 2022 reduziert oder die Anlagen abgeschaltet werden müssen, um im Winter 2022/2023 zur Verfügung zu stehen.
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