Ernährungs-Experte: Unser Landwirtschaftsminister vergrault die deutsche Industrie
Ein Beitrag von
- Christoph Minhoff ist Hauptgeschäftsführer des Deutschen Lebensmittelverbands
- Im Interview von „Schuler – Fragen, was ist“ äußert er sich kritisch über die aktuelle Bundespolitik
- Auch die Preisentwicklung in den Ladenregalen wird sich nicht entspannen
Fast 30 Jahre arbeitete Christoph Minhoff im Journalismus, unter anderem beim Bayerischen Rundfunk und beim ZDF. Im Jahr 2012 wechselte er zum Deutschen Lebensmittelverband. Als Vertreter einer kritischen Industrie spricht er bei „Schuler – Fragen, was ist“ ausführlich über die Inflation in den Supermärkten, die radikale Ernährungspolitik des Landwirtschaftsministers und den Reformbedarf in den öffentlich-rechtlichen Medien.
Das ganze Interview finden Sie hier:
„Die Situation mit den Preisen wird sich nicht unbedingt entspannen“
Die Inflation wird in nächster Zeit nicht stagnieren, erklärt Minhoff, weil „alle Indikatoren, was Rohstoffe anbelangt, was Personalkosten anbelangt, was Transportkosten anbelangt leider immer noch nach oben zeigen“.

Über Ernährung sollte jeder frei entscheiden
Ernährungsminister Cem Özdemir hat genaue Vorstellungen davon, was die Bürger essen sollten und was eher nicht: also wenig Zucker, möglichst kein Fett, weniger Salz, weniger Fleisch, mehr trinken gegen die Hitze. Minhoff sieht das Engagement für Ernährung positiv, jedoch nicht das einseitige Verständnis von gesunder Ernährung: „Das Problem ist ein bisschen, dass dieser Minister (Özdemir, Anm.d.Red.) Zeichen setzen möchte. Ein deutliches Zeichen in eine bestimmte Richtung, wie sich Ernährung und Ernährungsumfeld verändern soll. Und das ist oft ein Punkt, an dem wir auch in den Konflikt kommen.“

Mehr als 40 Minuten unterhielten sich Politk-Chef Ralf Schuler und Christoph Minhoff.
Cem Özdemir vergrault deutsche Industrie
Zunehmende Regulation durch die Politik, etwa durch Gesetzesinitiativen von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir, erzeugt für den ehemaligen Programmgeschäftsführer des TV-Senders Phoenix einen Standortnachteil für Deutschland: „Die Unternehmen, die in Deutschland bisher produzieren, überlegen natürlich: Ist das hier der richtige Standort für meine Produktion?“
Das geplante Werbeverbot von Özdemir setzt laut Minhoff mit einer falschen Messlatte der WHO an. „In Deutschland sind nach WHO-Auffassung 80 Prozent der Lebensmittel ungünstig. Und dann wird es halt absurd wenn ein Minister sagt, er will die Kinder schützen. Und verbietet Werbung für so berühmte Kinderprodukte wie den Brühwürfel oder die Sojamilch.“
Ralf Schuler
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