Bestsellerautorin Birgit Kelle: „Es geht um die Abschaffung der Frau“
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Alles Gender oder was? Obwohl überall von Gendergerechtigkeit und Gender Mainstreaming die Rede ist, glaubt die Bestsellerautorin Birgit Kelle („Gender Gaga“, „Muttertier“, „Noch normal?“) nicht, dass die breite Öffentlichkeit schon begriffen hat, dass dahinter eine manifeste Ideologie steckt.
„Deswegen glauben ja bis heute auch immer noch sehr, sehr viele Leute, dass Gender und auch Gender Feminismus, irgendwie immer noch Frauenpolitik sei und dass das nur irgendwie der internationale Begriff dafür wäre, was wir schon immer gemacht haben: Emanzipation der Frau, Gleichberechtigung usw“, sagte sie bei „Schuler! Fragen, was ist“.
Publizistin und CDU Mitglied Birgit Kelle zu Gast bei Ralf Schuler.
In den Augen vieler Menschen seien Gender und Emanzipation noch immer „synonyme Begriffe“, so Kelle. Dabei sei oft nicht klar, dass „diese Theorie von der Selbstidentifizierung von Geschlecht, dass das nicht biologisch determiniert sei, dass das etwas Neues ist und dass das eine völlig andere Sichtweise auf den Menschen ist.“
Sehen Sie hier das Interview mit Birgit Kelle:
Es sei bezeichnend, dass in einer Straßenbefragung von NIUS zum Internationalen Frauentag, die demonstrierenden Frauen auf die Frage: „Was ist eine Frau?“ keine Antwort wussten, sagt Kelle, die sich seit langem mit der Gender-Bewegung beschäftigt. Die einfachste Antwort hätte lauten können: „Ich bin eine Frau.“ Ihr Befund: „Man hat im Prinzip das Thema Frau schon so problematisiert, dass sie an ihre eigene Weiblichkeit gar nicht mehr glauben, dass sie glauben, sie müssten selber noch darüber nachdenken, was sie sind. Und das ist aber etwas, was ein wirklich neues Phänomen ist.“
Weiblichkeit ist nicht mehr gegeben
Nach Ansicht von Kelle „geht es schon lange nicht mehr um die Frau. Es geht genau genommen hier eigentlich sogar um die Abschaffung der Frau, weil man ja Weiblichkeit nicht mehr als gegeben angibt, sondern als etwas, was man erst erfüllen müsste oder etwas, was sogar jeder sein kann“, so die Autorin mit Blick auf so genannte „Trans-Frauen“, also Männer, die sich als Frau betrachtet wissen wollen.
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Es sei allerdings nicht so, dass Männer von diesem Trend der Entgeschlechtlichung ausgenommen seine, sagt Kelle. „Ich glaube, dass man dem Mann schon vor zehn oder zwanzig Jahren abgewöhnt hat, noch selber darüber befinden zu wollen, was er denn sein will. Das heißt, ein Erfolg dieser feministischen Debatte ist ja tatsächlich, dass Männer überhaupt nicht mehr wagen, männlich zu sein, weil sie sich sofort einen oben drauf holen in der Öffentlichkeit. Das heißt, die Frage, wie ein Mann sein soll, erklären Frauen schon eine ganze Weile.“

Birgit Kelle fordert einen femininen Feminismus.
Wir erleben eine Umkehr der Pubertät
Dass die aktuellen Debatten häufiger das Thema Frau kreisen, sieht Kelle darin begründet, dass „wir viel häufiger das Phänomen haben in der politischen Auseinandersetzung, dass jetzt Männer in die Öffentlichkeit treten, die alle Frauen sein wollen, während wir in der politischen Öffentlichkeit kaum Frauen haben, die Männer sein wollen.“ Das sei in gewisser Weise eine Umkehr der Pubertät, in der deutlich mehr Mädchen Männer sein wollen. Das Phänomen der Transsexualität, also von Menschen, die das Gefühl haben, im falschen Körper zu sein, „schon immer eher ein Phänomen war von Erwachsenen und dort vor allen Dingen von Männern, die Frauen sein wollen.“
Für Kelle ist klar: „Männer, die vorgeben, Frauen zu sein und jetzt in Frauendomänen rein wollen, nehmen Frauen etwas. Transfrauen verhalten sich teilweise sexuell übergriffig gegenüber Frauen oder dominieren eben auch durch ihre körperliche Kraft, zum Beispiel im Frauensport. Sie holen sich also Vorteile durch das Frausein. Während ich, wenn ich als Frau sage, ich möchte als Mann leben, ich in der Regel wahrscheinlich keinem Mann irgendeinen Vorteil wegnehmen würde, sondern immer im Nachteil bliebe. Deswegen fokussiert sich die Debatte vor allen Dingen auf die Frage Frau.“
Ralf Schuler
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