Faeser will nichts zum Mord von Bad Oeynhausen sagen: „Bitte wenden Sie sich an die Behörden in Nordrhein-Westfalen“
Ein Beitrag von
Dieser Fall bewegt Deutschland – und er ist der Alptraum aller Eltern. Der 20-jährige Philippos aus Bad Oeynhausen wollte nur auf die Abi-Feier seiner Schwester gehen. Dann wird er plötzlich auf dem Heimweg von zehn jungen Männern zu Tode geprügelt. Die Täter laut der Polizei: „südländisch“. Seine Eltern, Familie und Freunde sind in unfassbar großer Trauer.
Doch von Innenministerin Nancy Faeser (SPD) finden sich bisher keine Worte zu diesem schrecklichen Mord. Ist dieser Mord für Deutschlands Innen-Chefin etwa kein Anlass, um sich zu äußern?
Nach dem Sylt-Vorfall im Mai meldete sich Faeser rasch und deutlich zu Wort. In einem Video sangen mehrere Personen in Sylt die Parole „Ausländer raus!“ auf der Melodie des bekannten Eurodance-Hits „L’Amour toujours“. „Wer Nazi-Parolen wie 'Deutschland den Deutschen - Ausländer raus' grölt, ist eine Schande für Deutschland“, sagte die Innenministerin. Sie sprach sich sogar für strafrechtliche Konsequenzen für ein solches Verhalten aus. Auch appellierte Faeser: „Hier darf es keinerlei schleichende Normalisierung geben.“
NIUS wollte von der Bundesinnenministerin deshalb wissen: Wieso die Ministerin sich bisher nicht zu dem dramatischen Vorfall in Bad Oeynhausen geäußert hatte. Und: Wo denn der Unterschied zu dem Vorfall in Sylt liege, sodass die Innenministerin sich folglich zu Vorfällen wie in Bad Oeynhausen nicht äußert?

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD)
Fragwürdig: Auf die Anfrage verweist das Haus von Faeser an die Behörden in dem Bundesland Nordrhein-Westfalen, wo sich die Tat ereignete.
So teilte eine Sprecherin mit: „Die Bundesinnenministerin hat immer betont, dass Gewalt in der Demokratie durch nichts zu rechtfertigen ist und der Rechtsstaat Gewalt konsequent entgegentritt“. Zu den „konkreten Fällen bitten wir Sie“, sich „an die Behörden in Nordrhein-Westfalen“ zu wenden.
Heißt im Klartext: Innenministerin Faeser will nichts zum Mord an Philippos (†20) sagen. Sie fühlt sich als Bundesinnenchefin offensichtlich nicht in Verantwortung bei diesem zutiefst dramatischen Prügel-Mord, weshalb sie an ihre Kollegen auf Landesebene verweist.
Mehr NIUS: Erschütterndes Interview mit Philippos (†20) Eltern: „Er wurde umgebracht. Knallhart.“
Zara Riffler
Artikel teilen
Kommentare