Feuergefechte. Sprengstoff-Anschläge. Hinrichtung auf offener Straße: Der Normalbürger gerät in Schusslinie der Organisierten Kriminalität
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Ob mittags, abends oder nachts: Für die Bürger werden die Straßen immer gefährlicher. Denn die Organisierte Kriminalität in Deutschland droht zu eskalieren. Banden-Kriege lassen den öffentliche Raum zum Sicherheitsrisiko werden. NIUS erklärt anhand neuster Zahlen, wie sich der Alltag der Bevölkerung verändert.
Mittwochnacht, gegen 1 Uhr, sind noch Bürger auf den Straßen in Berlin-Schöneberg unterwegs. Es ist ruhig, einige sind auf dem Heimweg zu ihren Familien. Vielleicht hören manche von ihnen Musik, telefonieren oder denken über den morgigen Arbeitstag nach. Dann plötzlich, aus dem völligen Nichts, wird in der Bülowstraße aus einem BMW heraus geschossen. Mehrmals fallen Schüsse.
Der brisante Tatort: vor einer Bushaltestelle, wo jeden Tag Menschen warten. Dahinter: Geschäfte, eine Apotheke, Restaurants.

Nach Schüssen aus BMW in Schöneberg: Rettungskräfte mussten einen Passanten auf der Straße notoperieren.
Ein Mann wird getötet (42). Zwei weitere verletzt (42, 44). Dramatisch: Einen 42-jährigen Brasilianer, erwischt es zufällig. Er war – vollkommen unbeteiligt – mit dem Fahrrad zur falschen Zeit am falschen Ort. Die Schüsse trafen ihn, er fiel auf die Straße. Rettungskräfte notoperierten ihn noch am Tatort. Passanten, die die Tat mitansehen mussten, brachen zusammen, weinend. Zwei Frauen sackten kraftlos zu Boden, hielten sich schluchzend die Hände vor das Gesicht.
Dieser Vorfall ist kein Einzelfall! Immer mehr Normalbürger geraten in die blutige Schusslinie der Organisierten Kriminalität. Kurz: „OK“. Eine besonders bekannte OK-Form: die Clan-Kriminalität.
Araber-Clans verlagern blutige Kriminalität auf die Straße
Blutspuren auf der Straße. Drive-by-Shootings aus Autos. Hauseingänge, die in die Luft gesprengt werden. Das alles gab es vor zehn Jahren in dieser drastischen Form nicht. Zuvor war die unbeteiligte Bevölkerung nicht in Gefahr, Teil eines OK-Gewaltverbrechens zu werden und zu sterben. Heute ist klar erkennbar, dass der öffentliche Raum immer mehr zu einem Sicherheitsrisiko wird.

Die alltägliche Bushaltestelle in Berlin-Schöneberg ist nun ein Tatort.
DENN: Die klassische Organisierte Kriminalität in Deutschland operierte früher meist im Verborgenen. Deutsche oder auch europäische Mafia-Gangs (z.B. aus Italien), wollten ihre kriminellen Tätigkeiten unbemerkt lassen. Weder ihren Geldgewinn noch ihren Machteinfluss auf Behörden wollten sie gefährden.
Doch mit der unkontrollierten Massenmigration, die schon 2014 in Bewegung kam, änderte sich das. Organisierte Kriminelle aus insbesondere islamisch geprägten Ländern treiben immer mehr ihr Unwesen in Europa und Deutschland. Das zeigen nun auch neueste Zahlen, die Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) gemeinsam mit BKA-Chef Holger Münch am Donnerstag vorstellte.
„Ich will gleich am Anfang klar sagen: Wir haben eine weiter steigende Zahl nicht deutscher Tatverdächtiger“, betonte Faeser deutlich. Die Täter agieren „konspirativ und international vernetzt“.

Stellten Donnerstag den Bericht zu Organisierter Kriminalität vor: BKA-Chef Holger Münch und Innenministerin Nancy Faeser (SPD).
Während die Zahl der deutschen Tatverdächtigen der Organisierten Kriminalität auf 2391 sinkt (2022: 2761), wächst die Zahl der erfassten ausländischen Tatverdächtigen besorgniserregend auf 4243. Ausländer haben demnach einen OK-Anteil von rund 58 Prozent. Darunter wächst die Zahl tatverdächtiger Zuwanderer (834) und Personen mit ungeklärter Identität (713), die z.B. staatenlos sind.
Syrische Banden nehmen auffällig zu
Besonders auffällig: Die Zahl der syrischen Banden in der Organisierten Kriminalität hat sich gegenüber dem Vorjahr von 18 auf 30 nahezu verdoppelt. Eine Bande kann generell aus 3 bis zu 280 Personen bestehen.
Unter der Kategorie tatverdächtige Zuwanderer stieg die Zahl von Syrern auf 219 (2022: 136). „Rund 26 Prozent der OK-tatverdächtigen Zuwanderinnen und Zuwanderer waren syrische Staatsangehörige“, betonen die Kriminalbeamten in ihren Bericht.
Viele erfasste OK-Tatverdächtige sind schon im Migrationsjahr 2014 oder davor zugewandert. Auch im Jahr 2015 gab es einen Sprung. Seitdem stieg die ausländische Verdachtszahl immer wieder leicht an. Wie hoch die Dunkelziffer ist, ist allerdings unklar.

Juni 2023: Im Clan-Milieu in der Essener Innenstadt eskalierte es zwischen syrischen und libanesisch-türkischen Großfamilien.
Im Sommer vergangenen Jahres brachen brutale Straßenschlachten in Nordrhein-Westfalen aus. Türkisch-libanesische Gangs standen einem brutalen Clan aus Syrien gegenüber. Mitten in Essens Innenstadt. Auch in Castrop-Rauxel. Baseballschläger, Messer, Macheten, Schlagstöcke und sogar eine Maschinenpistole stellten die Polizisten sicher. Die Szenen? Kriegsähnlich! Die Stadt Essen: heute eine Clan-Hochburg.
Essens Polizeipräsident warnte deshalb: „Wir dürfen jetzt nicht die gleichen Fehler machen wie in den 80er Jahren mit den Libanesen, die zu uns gekommen sind und die man mehr oder weniger sich selbst überlassen hat. Andernfalls bilden und verfestigen sich auch die Syrer-Clans.“
Kopfschuss-Hinrichtung neben Passanten
Frankfurter Hauptbahnhof. Hier pendeln täglich Menschen für ihre Arbeit oder einen Besuch bei Freunden nach Frankfurt am Main (Hessen). Oder machen sich zu Urlaubsreisen auf. Leer ist dieser Bahnhof nie. Überall um einen herum sind Läden, Geschäfte, Reisende.
Mitte August fuhr gerade ein Zug in den Bahnhof rein. Es war kurz vor 21 Uhr. Menschen mit Koffern laufen hin und her. Warten. So steht auch ein 27-jähriger Mann vor Gleis 9. Ein 54-Jähriger läuft von hinten auf ihn zu. Kommt nah an ihn ran. Schießt dem 27-Jährigen in den Kopf. Er fällt zu Boden. Der Täter schießt noch zweimal, um sicherzugehen, dass er wirklich tot ist. Ob andere die Tat sahen? War dem Mörder egal. Der Kopfschuss-Täter war nicht mal maskiert.

Ermittler sammelten bis morgens die Spuren am Frankfurter Hauptbahnhof.
Nur einen Meter neben dem Opfer stand ein Passant mit seinem Koffer. Wenige Meter um ihn herum: Alles voll mit unbeteiligten Menschen! Sie ALLE mussten die Tat miterleben. Rannten panisch weg. Es waren 11 Horror-Sekunden, die das Leben der Augenzeugen veränderten.
In einer Sekunde auf die Nächste wurde der gewöhnliche Bahnhof zum gefährlichen Hinrichtungsort. Täter und Opfer: türkisch. Es war eine Blutrache zwischen türkisch-kurdischen Clans. Hakim E., das Opfer, soll zuvor mit 12 Schüssen einen Verwandten des Kopfschuss-Täters in der Türkei ermordet haben, floh dann nach Deutschland.

Häufig türkische Herkunft bei organisierter Clan-Kriminalität
Schaut man sich die neuen Statistiken an, verwundert die Horror-Hinrichtung in Frankfurt kaum. Der Hauptanteil der ausländischen OK-Tatverdächtigen kommt aus der Türkei (696). Insgesamt registrieren die Polizisten 90 türkische Banden. Bei Auseinandersetzungen zwischen Gruppen der Organisierten Kriminalität sind unter ausländischen Tatverdächtigen mit Schusswaffen am häufigsten Türken vertreten (53) – Tendenz steigend.
Bei der organisierten Clan-Kriminalität dominiert unter ausländischen Staatsbürgerschaften die türkische (100 Tatverdächtige).
Das ganz offensichtliche Problem: Die OK-Gangs aus der islamischen Welt operieren anders. Sie gehen deutlich brutaler vor. Den öffentlichen Raum nehmen die türkisch oder arabischen Kriminellen strategisch als Hinrichtungsort oder gar als Kriegsplatz. Sie sind absolut skrupellos. Denn für die türkischen und arabischen Clans gilt kein Rechtsstaat.

Nach dem türkischen Clan-Mord: Wo eigentlich Reisende stehen, bewachen Polizisten den Frankfurter Hauptbahnhof.
Angst schüren, einschüchtern, Blutvergießen – und das alles mitten auf der Straße – ist auch bewusst gewollt. Es gehört zu ihrem Geschäft. Die Gangs wollen zeigen: Sie sind es, die ihre eigenen Gesetze machen – die ganze Straßen und Viertel zu ihren Revieren mit eigenen Regeln erklären. Sie sind gekommen, um die Straßen zu beherrschen. Nicht, um bloß Geld im Untergrund zu waschen.
Besorgniserregend sind auch Verbindungen zwischen Organisierter Kriminalität und Politisch motivierter Kriminalität. Davon sind zwei OK-Banden „türkisch dominiert“, heißt es.
Schüsse prägen die berüchtigte Hauptstadt
Berlin-Spandau. Ein Montagnachmittag im Frühling (7. Mai). Mehrere Notrufe gehen bei der Polizei und Rettung ein. Panisch und geschockt riefen Anwohner an. Denn wieder wird auf offener Straße geschossen. Wieder aus einem fahrenden Auto. Das Ziel des Mordanschlags: Ein Mann, der, wie viele Passanten, gerade auf dem Gehweg lief. Mindestens zwei Schüsse wurden abgegeben. Auch soll auf den Mann eingestochen worden sein.

5. September Berlin-Schöneberg: Polizei untersucht am Tatort ein Auto, an das Einschusslöcher zu sehen sind.
Anwohner mussten in ihren Häusern bleiben – 150 Meter Sperrkreis. Eine Notfallseelsorge musste anrücken, um die unter Schock stehenden Zeugen zu versorgen.
„Diese öffentliche Hinrichtung heute in Spandau zeigt uns, zu was Menschen in der organisierten Kriminalität fähig sind“, erklärte der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei Berlin, Benjamin Jendro.
Auch Berlin gilt als eine Clan-Hauptstadt. Hier versuchen mehrere Banden ihr Unwesen zu treiben. Das zeigt sich auch in der Kriminalitätsstatistik. Letztes Jahr zogen in 704 Fällen die Täter eine Schusswaffe in Berlin. Das war ein Höchststand sowie eine Steigerung um 44 Fälle. 624 Personen wurden Opfer von Pistolen und Revolvern

März 2024: Berliner Polizisten räumen eine Villa eines arabisch-stämmigen Clans.
Marokko-Mafia: 166 „niederländische“ Tatverdächtige
In dem OK-Lagebericht des BKA sind auch 166 Tatverdächtige aus den Niederlanden aufgelistet. Dies betrifft das Rauschgiftgeschäft sowie Waffenschmuggel. Der Verdacht: Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um die gefährliche marokkanische Mafia, auch Mocro genannt, die in den Niederlanden ihr zu Hause hat.
Die marokkanischen Gangster kamen ab 1990 in das Cannabis-freundliche Land, weshalb einige von ihnen schon eingebürgert sind. Die marokkanischen Mafiosis haben auch gebürtige jugendliche Niederländer rekrutiert. Ihr Spezialgebiet: Drogen, Geldwäsche, Raub, Entführungen und Auftragsmorde. Darunter auch der an dem Journalisten Peter de Vries 2021 – er wurde auf offener Straße mit Schüssen hingerichtet.

Er recherchierte investigativ über die Marokko-Mafia: Der niederländische Top-Journalist Peter de Vries wurde auf offener Straße ermordet.
Die Mocro-Bande ist besonders in Nordrhein-Westfalen aktiv, das an die Niederlande grenzt. Sie führten bereits Anschläge mit Sprengstoffen und auch Entführungen in NRW durch. Sie sollen Sprengstoffanschläge auf Shisha-Bars und Hauseingänge begangen haben. Sie legten Bomben vor Wohnhäusern. Denn seit der Ampel-Legalisierung von Cannabis wollen die Gangster in Deutschland Fuß fassen.
Heißt: Die Marokko-Mafia kommt über die deutsche Grenze, macht den öffentlichen Raum für die Normalbürger lebensgefährlich – oder wortwörtlich: explosiv!
Kölns Kripo-Chef Michael Esser warnte deswegen: „Es ist eine neue Gewalteskalation im Drogenbereich eingetreten, im Bereich der organisierten Kriminalität, die auch Auswirkungen auf Unbeteiligte haben kann. Die Sprengmittel, die hier in Köln eingesetzt worden sind, haben Gott sei Dank zu keinen Verletzungen geführt.“
Zara Riffler
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