Film „Sound of Freedom“: Kinderschutz ist nicht rechts, sondern gesunder Menschenverstand
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- Die Kontroverse um den Film „Sound of Freedom“ zeigt eine gefährliche Verschiebung des Narrativs rund um das Thema Kinderschutz.
- Gesellschaftliche Themen wie Stillen, Kindererziehung oder Gesundheit werden zunehmend mit rechtem Gedankengut assoziiert, das ist eine fatale Entwicklung, die wichtige Diskussionen untergräbt und großen Schaden anrichtet
- Kinderschutz ist ein grundlegendes Anliegen und ein Maßstab für den Zustand einer Gesellschaft, kein politisches Instrument.
Der Film „Sound of Freedom“ von Alejandro Monteverde, der gerade in den Kinos anläuft, widmet sich der erschütternden Realität von Kinderhandel und Kindesmissbrauch. Mit Jim Caviezel in der Hauptrolle erzählt der Film die wahre Geschichte von Tim Ballard, einem ehemaligen US-Bundesbeamten, der sein Leben der Rettung von Kindern aus den Fängen von Menschenhändlern gewidmet hat.

Szene aus „Sound of Freedom“
Obwohl der Film an den Kinokassen große Erfolge verzeichnet, wird er stark kritisiert. Warum? Nicht wegen der filmischen Qualität oder der Darbietungen der Schauspieler: Kritiker argumentieren, dass der Film thematisch „Verschwörungstheorien“ bedient, indem er Kinderhandel und Pädophilie als weit verbreitete und systematische Praktiken darstellt. Den Machern wird vorgeworfen, dass sie das Thema zu sehr dramatisieren und damit die Realität verzerren. Wie bitte?!
Tut mir Leid, aber ich kann mich nicht erinnern, wann sich zuletzt Menschen darüber echauffiert hätten, ein Film, der auf wahren Begebenheiten beruht, würde etwas überdramatisieren. Immerhin reden wir hier immer noch über Geschichten, inszeniert von Schauspielern. Wieso also ausgerechnet hier plötzlich diese Überempfindlichkeit und „proof it“-Mentalität? Wieso ausgerechnet beim Thema Kindesschutz?

Aktivisten für Kinderrechte
Wichtige Themen dürfen nicht „extrem rechts“ geframed werden
Die absurd ablehnende Haltung gegenüber der Bemühung Kinder zu schützen ist allerdings weder ein neues Phänomen noch eine Ausnahme. Es scheint zu einem politischen Trend verkommen zu sein, wichtige und grundlegende Themen wie den Schutz von Kindern in eine politisch extrem-rechte Ecke zu stellen. Im Ernst: Wo kommen wir als Gesellschaft hin, wenn so bodenständige und essenziell wichtige, objektiv gute, Dinge wie das Stillen eines Babys, oder eine bindungsorientierte, liebevolle Erziehung zunehmend mit rechtem Gedankengut in Verbindung gebracht werden?
Und, ist es denn wirklich so schlimm, wenn ein Kind noch Mutter und Vater hat? Früher galt das noch als erstrebenswert, heute allenfalls noch als etwas angestaubte Realitätsverweigerung.
Rechtes Framing ist zur „Cancel-Culture“-Einstiegsdroge geworden, untergräbt wichtige Diskussionen und trägt zur Polarisierung unserer Gesellschaft bei.
Sobald Themen als „rechts“ oder „links“ eingeordnet werden, wird jede sachliche Diskussion im Keim erstickt. Menschen, die sich zu „rechts erklärten“ Themen äußern werden plötzlich mit politischen Etiketten versehen, die mit ihrer politischen Einstellung überhaupt nichts zu tun haben. Daraus entsteht dann eine Atmosphäre der Angst und des Misstrauens, in der offene und konstruktive Gespräche endgültig unmöglich werden.
Ein Phänomen, das wir auch in der politischen Talkshow-Landschaft zunehmend beobachten können: Du kannst als Politiker den ganzen Tag nur realitätsfernen Mist reden, gerne ein Leben lang, es interessiert niemanden. Aber ein falsches Wort zu „rechts“ eingeordneten Themen und deine politische Laufbahn ist ruiniert.
Schlimme Zustände: Kinderschutz braucht unsere Aufmerksamkeit

Filmplakat „Sound of Freedom“
Dabei gibt es aktuell leider mehr als genug Gründe dafür, auf Kinderschutz aufmerksam zu machen, egal in welcher Form: Allein in Deutschland werden jährlich rund 100.000 Kinder als vermisst gemeldet, in den USA sind es sogar 460.000 Kinder. Und auch wenn viele dieser Kinder wieder auftauchen, sind die Zahlen alarmierend. Laut der polizeilichen Kriminalstatistik 2022 werden in Deutschland täglich 48 Kinder Opfer sexueller Gewalt. Und das ist nur die Dunkelziffer. 2022 wurden 42.075 Fälle von Missbrauchsdarstellungen von Kindern im Netz registriert, und damit ganze sieben Prozent mehr als 2021.
Wir alle sollten also dankbar sein, dass Produktionen wie „Sound of Freedom“ auf Themen wie diese aufmerksam machen, und den Menschen so die Chance geben aktiv dagegen vorzugehen. Stattdessen werden sie boykottiert, und das zeugt doch von einer tiefgreifenden Missachtung der Rechte und der Würde unserer aller Kinder.
Es ist unsere Pflicht, auf diese Zustände aufmerksam zu machen und zu handeln. Anstatt diejenigen zu kritisieren, die sich diesen Problemen widmen, sollten wir sie unterstützen und ihre Arbeit würdigen.
Bedrohungen des Kindeswohls heute
Leider sehen wir in unserer Gesellschaft heute eine entgegengesetzte Tendenz. Die fehlende politische Auseinandersetzung in Deutschland mit dem Problem von Handys an Schulen beispielsweise, die oft zur Verbreitung von Cybermobbing und kinderpornographischen Inhalten verwendet werden. Oder die Normalisierung von Frühsexualisierung in Schulen und Kindergärten, bei der Kinder plötzlich nach ihrem Masturbationsverhalten gefragt werden dürfen, was nichts anderes als institutionalisierter sexueller Missbrauch ist. Auch die übermäßige Thematisierung von LGBT-Inhalten in Kinder- und Familienfilmen kann zur Verwirrung und frühzeitigen Sexualisierung von Kindern führen.
Nicht zu vergessen die Maßnahmen während der Corona-Pandemie. Insbesondere die langen Lockdowns haben vielen Kindern und Jugendlichen erheblich geschadet. Studien zeigen eine Zunahme von psychischen Erkrankungen, Essstörungen und Selbstmordgedanken unter Kindern und Jugendlichen.
Das alles sind Alarmsignale, die eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderschutz erfordern würden.
Kinderschutz ist kein rechtes oder linkes Thema. Es ist gesunder Menschenverstand. Es ist das Thermometer einer Gesellschaft, das anzeigt, wie es um den Gesamtzustand eines Landes beschert ist! Nämlich nicht gut.
Giovanna Winterfeldt
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