Forscher finden heraus: Darum leiden Frauen in der Schwangerschaft an Übelkeit
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Neue Erkenntnisse zur Schwangerschaftsübelkeit: Das Protein GDF15 gilt als möglicher Auslöser. Forscher diskutieren vielversprechende Ansätze zur Behandlung von Hyperemesis, einer schweren Form der Schwangerschaftsübelkeit.
Etwa 70 Prozent aller Schwangeren leiden in den ersten Monaten unter Schwangerschaftsübelkeit, doch für 1 bis 3 Prozent wird es zur Herausforderung, die mit häufigem Erbrechen und Dehydrierungsgefahr einhergeht und sich teilweise auf die gesamte Schwangerschaft erstreckt. Neue Forschungsergebnisse bieten Einblicke in die Ursachen und mögliche Behandlungsansätze.
Studie entdeckt das möglicherweise verantwortliche Protein
In einer kürzlich veröffentlichten Studie des Wissenschaftsmagazins Nature haben Forscher ein Protein namens GDF15 als entscheidend für die Entstehung von Hyperemesis, einer schweren Form der Schwangerschaftsübelkeit, identifiziert. Dieses Protein wird hauptsächlich von kindlichen Zellen in der Plazenta produziert und steigt während der Schwangerschaft im Blut der Mutter signifikant an.

Der Gehalt des Proteins GDF15 im Blut der Frau nimmt während der Schwangerschaft oft zu.
Die Studie zeigt, dass ein höherer GDF15-Wert das Risiko für Schwangerschaftsübelkeit erhöht. Tatsächlich spielt aber nicht nur die Menge des von dem Kind produzierten Proteins eine Rolle, sondern auch die genetische Empfindlichkeit der Mutter. Trägt sie eine seltene genetische Variante mit niedrigen GDF15-Werten, reagiert sie besonders empfindlich auf den Anstieg des Proteins während der Schwangerschaft. Frauen, bei denen höhere GDF15-Werte festgestellt wurden, litten laut der Studie hingegen deutlich seltener unter Schwangerschaftsübelkeit.
Forscher glauben, dass GDF15 normalerweise eine Signalwirkung im Körper hat, die das Gehirn darauf aufmerksam macht, potenzielle Schadstoffe zu meiden. Auch bei Chemotherapien ist das Protein für die auftretende Übelkeit verantwortlich. In der Frühschwangerschaft könnte diese Empfindlichkeit daher sogar vorteilhaft sein, um das sich entwickelnde Kind zu schützen. Allerdings kann bei Hyperemesis dieser Schutzmechanismus zu stark ausgeprägt sein, was die Kindesentwicklung wiederum gefährden kann.

Das Protein GDF15 als möglicher Auslöser für Schwangerschaftsübelkeit.
Die Auswirkungen von Hyperemesis gehen über physische Beschwerden hinaus. Betroffene fühlen sich oft depressiv, mit Gedanken an Suizid oder dem Wunsch, die Schwangerschaft vorzeitig zu beenden. Die Erkenntnisse aus dieser Studie könnten nicht nur das Verständnis für die Ursachen von Schwangerschaftsübelkeit vertiefen, sondern auch die Entwicklung neuer und zielgerichteter Behandlungsmethoden ermöglichen. Bisher sind diese nämlich sehr begrenzt: während der sensiblen Schwangerschaftsphase dürfen nur Medikamente eingesetzt werden, die nachweislich keine Schäden für das Kind verursachen. Meist wird eine Kombination aus Ernährungsempfehlungen, Vitaminen und Antihistaminika als mögliche therapeutische Maßnahme empfohlen.

Betroffene Frauen leiden oft auch psychisch unter den Folgen von Hyperemesis.
Die Forscher der Studie ziehen die Möglichkeit in Betracht, Frauen mit einem hohen Risiko für Hyperemesis, bereits vor der Schwangerschaft mit GDF15 zu desensibilisieren. Durch die Erhöhung der eigenen GDF15-Werte bei diesen Frauen könnte eine mögliche Verringerung der starken Reaktion auf den Anstieg dieses Proteins während der Schwangerschaft erreicht werden.
Sie ist die wohl bekannteste Betroffene: Catherine, Fürstin von Wales
In allen drei Schwangerschaften litt Catherine an Hyperemesis. Während der Schwangerschaft mit ihrem ältesten Sohn George musste Kate sogar mehrere Tage im Krankenhaus wegen intensiver Übelkeit behandelt werden. Die physischen Beschwerden zwangen sie zu wiederholten Absagen von öffentlichen Terminen und Reisen.

Kate und William von England kurz nach der Geburt ihres ersten Sohnes im Juli 2013.
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