Frau von verurteiltem Saudi-Blogger: „Das Problem liegt in der Dummheit jener Linken, die glauben, dass Islamisten friedlich sind“
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Zehn Jahre Haft, 1000 Peitschenhiebe und eine Geldstrafe von umgerechnet etwa 194.000 Euro: Zu dieser Strafe wurde der saudische Blogger Raif Badawi 2013 wegen „Beleidigung des Islam“ verurteilt, da er sich in einem Blog-Beitrag für Religionsfreiheit starkgemacht hatte. Seit 2022 ist er nicht mehr im Gefängnis, ein zehnjähriges Ausreiseverbot hält ihn allerdings weiterhin in Saudi-Arabien. Seine Frau Ensaf Haidar ist mit den drei gemeinsamen Kindern nach Kanada geflüchtet. Gegenüber NIUS warnt Haidar nun vor den gefährlichen Auswüchsen, die der politische Islam bereits jetzt in Europa zeigt.
Wie haben Ihre Kinder die vielen Jahre ohne ihren Vater erlebt?
Ensaf Haidar: Es ist eine Erfahrung und ein Gefühl, das ich nicht beschreiben kann. Stellen Sie sich vor, ein vierjähriges Mädchen verliert seinen Vater, während er noch lebt, aber sie kann ihn nicht sehen. Jetzt ist sie 17 Jahre alt. Aber meine Kinder haben sich an das Leben und die bittere Realität angepasst.
Wir beobachten eine zunehmende Ausbreitung des Islam in Europa. Wie blicken Sie auf diese Entwicklung?
Ensaf Haidar: Das Problem liegt leider in der Dummheit eines Teils der europäischen Linken, die glauben, dass Islamisten friedlich sind und dass sie allein den Islam vertreten.

2015 wurde Raif Badawi mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit des Europäischen Parlaments ausgezeichnet. Ensaf Haidar nahm den Preis im Namen ihres inhaftierten Mannes entgegen.
Ich werde meinen Kampf trotz der Drohungen fortsetzen!
Tatsächlich kennen die meisten Europäer die Wahrheit über die Islamisten und die Scharia nicht, daher sehe ich es als meine Pflicht an, sie über die Wahrheit und die Scharia zu informieren. Sie können sich vorstellen, dass die meisten, die mich angreifen, die dummen Linken sind und nicht die Islamisten, die mich als islamophob bezeichnen, obwohl ich Muslim bin. Ich werde trotz der Drohungen keine Angst haben und meinen Kampf fortsetzen!
Wir haben an verschiedenen Orten in Deutschland Massengebete während des Opferfestes gesehen. Was halten Sie von dieser Form der Religionsausübung?
Ensaf Haidar: Es ist eine Farce und es gibt keine Erklärung dafür, warum man sich so verhält, außer dass es ein Versuch ist, zu protzen und Nicht-Muslime einzuschüchtern. In Wahrheit handelt es sich um eine gefährliche Angelegenheit, die einen eklatanten Verstoß gegen den Laizismus darstellt. Wissen Sie, dass man nicht einmal in einem islamischen Land wie Saudi-Arabien auf diese Weise auf der Straße beten darf?
Die Islamisten versuchen, die Demokratie der westlichen Länder auszunutzen, die sie im Grunde ablehnen. Sie profitieren von einer Demokratie, die durch die Scharia verboten ist.

Wie ist ihre Position zum islamischen Kopftuch?
Ensaf Haidar: Der Hidschab ist ein Symbol der Sklaverei und des Sexismus gegenüber Frauen. Es stimmt, dass es glücklicherweise fast keine Frauen gibt, die ihn im Westen tragen, aber vielen Frauen wird beigebracht, oder sie werden sogar gezwungen, den sogenannten Hidschab von klein auf zu tragen. Meiner Meinung nach ist dies ein schweres Verbrechen und – wenn bereits Kinder ihn tragen müssen – ein klarer und eindeutiger Kindesmissbrauch.

Wegen dieser Blog-Einträge wurde Raif Badawi zu zehn Jahren Haft, 1000 Peitschenhieben und einer Geldstrafe von umgerechnet etwa 194.000 Euro verurteilt:
„Der Staat ist religionslos. Das heißt nicht, dass er ketzerisch ist. Ganz im Gegenteil schützt und pflegt der Staat das Recht aller Religionen, ohne sie zu diskriminieren, zu bevorzugen oder den Glauben der Mehrheit zu missionieren. Der Liberalismus ist die Vision eines freien und guten Lebens für alle. Und diese Vision steht im Einklang mit der göttlichen Religion, die immer und jederzeit zur Güte, Liebe und zum Frieden aufruft.“
„Natürlich muss das liberale System auf andere Konzepte ausgeweitet werden wie Menschenrechte, Gleichberechtigung und Chancengleichheit. Hätten liberale Frauen und Männer nicht über Jahrzehnte dafür gekämpft, gäbe es solche Konzepte und Ideen nicht.“
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Janina Lionello
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