Geldautomat in Berlin mit Wucht gesprengt – Statiker muss Gebäude überprüfen
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Es passiert immer in den frühen Morgenstunden. Es ist dunkel, die Leute schlafen, die Straßen und Autobahnen sind leer. Ein lauter Knall reißt Anwohnerinnen und Anwohner aus dem Schlaf.
Laut Statistik des Bundeskriminalamts passiert das durchschnittlich 1,3 Mal pro Nacht. Allein im Jahr 2022 wurden 496 Geldautomaten in Deutschland gesprengt – ein neuer Rekord. Die Täter kommen fast ausschließlich aus dem Clan-Millieu und der organisierten Kriminalität.
Zuletzt knallte es heute Nacht gegen 02:30 Uhr in Großziehten am Berliner Stadtrand. Geldautomatensprenger jagten einen Automaten in die Luft – und die halbe Bankfiliale gleich mit!

Teile der Bankfiliale und Inventar liegen verstreut auf der Straße.
Die Explosion war so stark, dass Teile von Gebäude und Inventar auf der anderen Straßenseite landeten. Eine zeitnahe Wiedereröffnung der Sparkassen-Filiale? Undenkbar! Ein Statiker muss nun prüfen, ob das Gebäude überhaupt noch bewohnbar ist.
36 Bewohner des Komplexes aus Geschäften und Wohnungen mussten vorsorglich evakuiert werden.

Das Gebäude ist aktuell gesperrt – bis ein Statiker die Standsicherheit des Gebäudes überprüft hat.
Eine sofort eingeleitete Fahndung nach den Tätern, auch mit Hubschrauber, blieb erfolglos. Auch zur Ausbeute der Diebe ist nichts bekannt.
Jede Automatensprengung erfolgt nach gleichem Schema
„Die Geldautomatensprengung ist der moderne Banküberfall“, sagt Osnabrücks Polizeipräsident Michael Maßmann zu Spiegel TV. Seine Behörde ist in Niedersachsen für die Aufklärung dieser Taten verantwortlich. Und Maßmann hat viel zu tun, denn laut BKA kommen die meisten Täter aus den Niederlanden. Die typische Täter-Bande kommt aus Utrecht und hat marrokanische Wurzeln.

In der Nacht zu Montag wurde diese Sparkassen-Filiale nahe Berlin fast komplett zerstört.
Dabei sind die Aufgaben klar unterteilt. Im benachbarten Nordrhein-Westfalen wird zunächst ein Kennzeichen oder gleich an ganzes Auto besorgt. Bevorzugt sind hochmotorisierte Audi-Kombis, die eine zügige Flucht samt Beute in die Niederlande ermöglichen. Weitere Personen organisieren den Sprengstoff: in den meisten Fällen Gas.
Deutschland ist ein Paradies für Automatensprenger
Die eigentliche Tat dauert dann nur zwei bis drei Minuten und wird von zwei bis drei jungen Tätern Anfang 20 durchgeführt: Sprengstoff in den Automaten einleiten, sprengen, Geld einsammeln und Abfahrt. Oft geht es in halsbrecherischer Geschwindigkeit auf die nahegelegene Autobahn. Dort kann die Polizei, um Gefährdungen Dritter auszuschließen, nicht mithalten. Den Tätern ist das natürlich egal.
An dem Tatort zurück bleiben oft Sachschäden in Millionenhöhe. Und die Banden werden nach Deutschland zurückkehren. Für sie ist Deutschland ein Paradies: circa 52.000 Geldautomaten gibt es nach Spiegel-TV-Informationen in Deutschland. In den Niederlanden sind es gerade einmal 6000.
Philippe Fischer
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