„Germany's Next Topmodel“: Diversity auf Teufel komm raus
Ein Beitrag von
Germany´s Next Topmodel ist seit 2006 eine der beliebtesten deutschen Fernsehshows. Schöpferin und Hauptjurorin Heidi Klum (50) sucht in diesem Format jährlich nach der „schönsten Frau Deutschlands“. Ein Team, bestehend aus Fotografen, Designern und Gastjuroren, soll hierfür die Leistungen der Teilnehmerinnen auf dem Laufsteg, und bei Fotoshootings vor der Kamera, bewerten. Fans der Sendung werfen dem Format jetzt allerdings vor, dass genau dieses „die Leistungen der Teilnehmerinnen anhand ihrer Performance bewerten“, nur noch pro forma stattfindet. Und dass die Finalistinnen und die Siegerin heute ausschließlich nach Kriterien wie Hautfarbe oder Gewicht, also körperlicher Beschaffenheit, ausgewählt werden. Aber nicht mehr so wie es früher in der Modebranche üblich war: „Je dünner desto besser, am besten size zero“, sondern, ganz im Gegenteil: „Body positivity“-freundlich und "woke"-konform.
Im Finale der 18. Staffel von Germany´s Next Topmodel, wurden die beiden weißen Teilnehmerinnen, die "Best Agerin" Nicole (49), und das Finalisten Küken Selma (19), dementsprechend gleich in den ersten beiden Runden aussortiert. Übrig blieben: Olivia (22), Somajia (21) und Vivian (22). Drei bildschöne Frauen, kein Zweifel, trotzdem drängt sich die Frage auf, ob es Zufall ist, dass ausgerechnet drei Frauen mit dunkler Hautfarbe, also drei POC´s, im Finale stehen. Von denen eine zusätzlich auch noch ein „Oversize Model“ ist. Heißt, übergewichtig. Vivian, die sich dann auch, nicht wirklich überraschend, zum Schluss den Titel holt.
„Sie hat nur gewonnen, weil sie Curvy ist“. Schreibt ein User der GNTM-Community auf Instagram. Und „Heidi wollte halt auf Krampf, dass endlich mal ein Curvy Model gewinnt“, ein anderer.
Allgemein ist die Stimmung in den Kommentarspalten unter Beiträgen zu besagtem Thema aufgeheizt. Zu offensichtlich scheint es, dass die jungen Frauen nicht aufgrund ihrer Leistungen ausgewählt wurden.
Scheinbar hat sich nun also auch GNTM zu einer Art politischer Agenda entwickelt, bei der es wichtiger geworden ist, politisch korrekte Häkchen zu setzen, als Model Standards zu entsprechen. Man kann die Modeindustrie auch durchaus problematisch finden. Eben weil junge Frauen auf ihr Äußeres reduziert werden, und weil so unrealistische Schönheitsideale gefördert werden. Die Frage ist nur, ob es sinnvoll ist solche Formate folglich „auf woke umzukrempeln“, oder ob wir sie dann nicht einfach absetzen sollten.
Giovanna Winterfeldt
Artikel teilen
Kommentare