Wir sind ausgewandert! Hier erzählen Menschen, warum sie keine Lust mehr auf Deutschland hatten
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Die Deutschen wandern aus – das bestätigt das Statistische Bundesamt.
Allein im Jahr 2022 verließen 268.167 Deutsche die Bundesrepublik. Wenn man den Zuzug von Deutschen in Höhe von 184.753 mit einberechnet, bleibt ein Defizit von 83.414 Deutschen.
Doch was sind die Gründe für das Auswandern? Welche Länder ziehen die Auswanderer an?
NIUS hat nachgefragt und Migrationsgeschichten der anderen Art gesammelt. Wir fragten nach dem Zielland, Alter und der Motivation der Auswanderung:
Sarah, 30, Dubai
„Wir sind im Januar 2023 nach Dubai ausgewandert. Grund: Die Politik in Deutschland, die fehlende Sicherheit und die allgemeine Stimmung im Land. Sehr viel Neid, Hass. Man glaubt es nicht, aber wir fühlen uns hier sichtlich wohler mit den verschiedenen Kulturen und Religionen, als in Deutschland“

Eine Reisende am Flughafen von Mallorca.
Tanja, 44, Spanien
„Für uns geht es nach Spanien, wir wollen, dass unser Sohn sicher aufwächst. Deutschland hat sich leider so gedreht! Die „Politiker“ sind nicht mehr zu ertragen, nur Fehlentscheidungen. Das bessere Wetter spielt auch eine Rolle, hier sind die Menschen viel freundlicher und lebensfroher. Und es sind vor allem überwiegend auch einfach Spanier!“
Uwe, 59, Dauerweltreise
„Länder entdecken, Wärme, außerdem unzufrieden mit den Zuständen in Deutschland: Migration, Sicherheit, falsche Prioritäten bei Rente und Bürgergeld, kein Fördern und Fordern, marode Straßen und marode Infrastruktur, und so weiter und so fort...“
Maria, 32, Österreich
„Weil vorher mein Partner hierhin ausgewandert ist. Wegen seiner Selbständigkeit. Für mich war es sofort klar: Mir gefällt es hier viel besser. Schon allein, weil es hier Migranten und Dauerarbeitslosen absolut nicht leicht gemacht wird.“
Alex, 46, Schweiz
„Bin 2007 los in die Schweiz, weil ich wusste: Wenn ich anders leben will und nicht bis 70 arbeiten will, dann muss ich in absehbarer Zeit soviel Geld wie möglich verdienen und meine Fähigkeiten so verbessern, dass ich auf einem höheren Niveau arbeiten kann als es hier möglich ist. Ich wurde nicht enttäuscht, auch wenn es in 14 Jahren nicht immer einfach war, da wir nicht wirklich Freunde im Ausland haben.“
Sharon, 39, Israel
„Ich bin im Januar 2022 nach Israel ausgewandert. Der steigende Antisemitismus, das Wegschauen, das Nichtnennen von Tätern, die Relativierungen der Bundesregierung, der Politiker, der Menschen in Deutschland – das alles hat dann endgültig dazu geführt, das Land zu verlassen. Ich bereue die Entscheidung nicht. Wie man sehen kann, wird es in Deutschland immer schlimmer, in allen Bereichen. Hier in Israel ist auch nicht alles perfekt, das ist es nirgends auf der Welt, aber hier bin ich frei.“

Ein Airbus A350-900 der Singapore Airlines rollt auf dem Vorfeld des Changi Flughafens.
Florian, 32, Singapur
„Letztes Jahr nach Singapur (war vorher schon mal als Expat in China). Gründe vor allem finanziell: netto das Zweieinhalbfachte vom deutschen Gehalt. Aber auch weitere Themen, die ich einfach nicht mehr ertrage: die Sicherheit, die Sauberkeit und der allgemeine Wahnsinn in Deutschland rund um Migration, Pride und Klima etc.“
Dirk, 54, Schweiz
„Ich fühlte mich immer schon zu diesem Land hingezogen. Durch meinen Vater, der selbst hier lebte und arbeitete. Durch das Demokratieverständnis der Schweizer, ihren Stolz und die Liebe zu ihrer Heimat. Ein großartiges Land zum Leben, aber es ist auch nicht einfach, mit der Mentalität klarzukommen. Zurück nach Deutschland – niemals!“
Tobi, 34, USA
„Hier in Deutschland wird nur noch Politik gegen Leistungsträger gemacht. In den USA gibt es noch das Leistungsprinzip. Und je nach Bundesstaat wenig bis keine linken Besserwisser. Ich werde den kompletten Niedergang somit von außen anschauen, um dann wiederzukommen wenn die Leute es verstanden haben.“
Moritz, 32, Schweiz
„Vor 3 Jahren, noch während Corona, in die Schweiz. Grund: Beziehung. Nach 3 Jahren, nachdem ich die Schweiz neu als Arbeitnehmer kennenlernen durfte, kann ich sagen: beste Entscheidung meines Lebens. Obwohl familiär stark verwurzelt in Deutschland, würde ich niemals wieder zurück wollen. Im Juni 2020 war es, nach dem ersten Lockdown und nachdem deswegen der geplante Umzug im März 2020 nicht stattfinden konnte. Erwartungen hatte ich eigentlich keine. Wollte nur meine Fernbeziehung beenden. Inzwischen habe ich aber viele Dinge in der Schweiz schätzen gelernt. Intakte Infrastruktur, öffentlicher Verkehr, Internet, politisches System, starke Währung, mehr Netto vom Brutto trotz höherer Lebenshaltungskosten etc.“
Christoph, 44, Schweiz
„Habe berufsbegleitend den Bachelor of Science gemacht und ein gutes Angebot am schwarzen Brett der Uni gesehen. Deshalb Schweiz. Nur Idiotenjobs bisher in Deutschland gehabt. Das war 2015. Mittlerweile bin ich verheiratet und habe zwei Kinder.“
Markus, 33, Schweiz
„Für mich der Hauptgrund: die berufliche Perspektive, verdiene mehr für weniger Arbeit. Erhalte später in der Schweiz auch eine bessere Rente. Muss dazu sagen, meine Firma hat in Deutschland den Standort geschlossen und ist in die Schweiz, ich dann eben mit. Für mich findet in Deutschland eine Deindustrialisierung statt. Werde mein Möglichstes tun, um die Schweizer Staatsangehörigkeit zu erhalten.“

Ein Flugzeug der „Swiss International Airlines“ landet im Morgengrauen bei nebeligem Wetter am Flughafen in Zürich (Schweiz). Durch die hohe Luftfeuchtigkeit werden die Kondensstreifen sichtbar.
Stefan, 41, USA
„Ich bin Mitte 2021 hierhin ausgewandert. Hatte aber bereits 2016 mit der Planung dafür begonnen. Ich musste das von langer Hand planen, da ich durch meinen Arbeitgeber hierher wollte. Und nach dem Corona-Wahnsinn in Deutschland, konnte ich es kaum erwarten, in die konservativen Südstaaten zu kommen, wo es so gut wie keine Corona-Maßnahmen gab. Gründe für meine Auswanderung: „the american dream“, Freiheit, zunehmende Unzufriedenheit mit der deutschen Politik und deren Auswirkungen auf meine Lebensplanung, in den USA bessere und mehr Möglichkeiten beruflich, privat und unternehmerisch, weniger Steuern und Abgaben, weniger staatliche Umverteilung, mehr Eigenverantwortung. Die deutsche Mentalität: Neid, Negativität, Belehrung. Und natürlich: das Wetter hier in South Carolina.
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Ich bin zu 110 Prozent glücklich und froh, diese Entscheidung getroffen zu haben. Ich würde es genauso wieder tun, es war der absolut richtige Schritt für mich.“
Jean Maurice, 36, Bulgarien
„Bereits im ersten Corona-Jahr war für meine Freundin und mich klar, dass wir als Selbstständige am Existenzminimum weder irgendeine zeitnahe Hilfe vom Staat noch Verständnis für unsere Entscheidung gegen die Impfung von Seiten der Gesellschaft bekommen würden. Als wir beide unsere Krankenversicherung verloren hatten und ich nach drei Jahren Arbeit mein Startup schließen musste, beschlossen wir, lieber den Weg in die Freiheit von Malta über Prag und England bis in den Balkan zu wählen, als auch nur einen weiteren Tag vom deutschen System bevormundet und schikaniert zu werden.“
Freddy, 23, Bosnien und Herzegowina
Mir gefiel die politische und gesellschaftliche Situation in Deutschland immer weniger, da ich die massiven Einschränkungen der persönlichen Freiheit im Zuge der Corona-Pandemie als unverhältnismäßig gegenüber der realen Bedrohung empfand. Für mich persönlich zog ich den Schluss, dass es dabei nicht rein um den Schutz der Bevölkerung ging, sondern vielmehr um die systematische Wegnahme persönlicher Freiheiten, unter dem Deckmantel des Schutzes. Da ich mit den Verhältnissen in Bosnien bereits vertraut war, wusste ich, dass dort die persönliche Freiheit des Individuums viel besser auszuleben ist, da die Kultur am Balkan derartige, staatliche Eingriffe in das persönliche Leben der Menschen viel schwieriger macht.
Zwar ist Bosnien wirtschaftlich deutlich schlechter gestellt als Deutschland, allerdings überwog für mich meine persönliche Freiheit über wirtschaftlicher Sicherheit, die meines Erachtens auch nur vermeintlich gegeben ist in Deutschland. Meine Erwartungen, bezogen auf die Wahrung der persönlichen Freiheit des Individuums, wurden erfüllt, es herrscht eine Kultur des „leben und leben lassen“, was mir sehr zusagt.
Ich bin mit der Entscheidung zufrieden, auch wenn ich mit Sicherheit nicht den Rest meines Lebens in Bosnien verbringen werde. Dauerhaft in Deutschland zu leben ist für mich aber auch keine Option mehr, da die Situation in Deutschland meiner Meinung nach zunehmend schlechter wird, vor allem die politische Lage.
Unzufriedenheit mit der politischen Landschaft, den sozialen Bedingungen, den beruflichen Perspektiven und der allgemeinen Stimmung im Land macht sich unter den Deutschen breit – die neuen Heimatländern bieten oft eine bessere Lebensqualität und mehr Freiheiten. Doch wenn alle, die die Probleme erkennen, gehen – wer wird diese dann beheben?
Amir Makatov
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