Grillflation: So teuer wird ein ganz normaler Sommerabend
- Die Grill-Saison beginnt. Doch bleibt Grillen und Beisammensein erschwinglich?
- Eine NIUS-Untersuchung zeigt: Die Preise für das Grillvergnügen sind dramatisch in die Höhe geschossen.
- Alles sei günstiger geworden, versucht die Regierung uns weiter einzureden.
Inflation? Doch gar nicht so schlimm wie viele böse Zungen behaupten! Das ist das Dogma, welches die Ampel-Regierung in den vergangenen Wochen immer wieder auf die Bürger einrieseln ließ. Andreas Audretsch, Fraktions-Vize der Grünen im Bundestag, sagte, die Preise für Lebensmittel würden fallen, die für Energie besonders – und dankte dafür dem Wirtschaftsminister Robert Habeck. Der Lieblings-Ökonom der Grünen, Marcel Fratzscher, ergänzte bei X: „Eine geringere Inflation bedeutet (...), dass die Preise nicht mehr steigen.“

Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch
Quatsch mit Grill-Soße: NIUS hat in den Prospekten geblättert
Fest steht: Die Realität an den Supermarkt-Kassen spricht eine andere Sprache. Gemäß Verbraucherpreisindex (erhoben vom Statistischen Bundesamt) stiegen die Preise von Juli 2019 bis heute von 100,3 Punkte auf 118,6 Punkte – ein Plus von 18,25 Prozent. NIUS hat für Sie die Prospekte der Lebensmittelhändler aus Juli 2019 mit denen von heute verglichen. Die Grillflation ist nicht zu verheimlichen:
Schweinesteaks aktuell doppelt so teuer wie 2019

Schweinesteaks für den Grill: links das Aldi-Angebot aus dem Sommer 2019, rechts aktueller Angebotspreis aus dem Edeka-Prospekt.
Im Juli 2019 bot Aldi Nord marinierte Nackensteaks vom Schwein an – die 600g-Packung kostete 2,19 Euro. Konkurrent Edeka verlangt heute für das gleiche Produkt (im Angebot!) mehr als den doppelten Preis (4,79 Euro). Aldi selbst nimmt pro Kilogramm Schweinesteak aktuell sogar mehr als 9 Euro pro Kilogramm.
Heinz Ketchup: 52 Prozent teurer

Heinz Tomato Ketchup: links bei Lidl im Juli 2019, rechts aktuell bei Rewe.
Lidl bot im Juli 2019 die große Flasche Heinz Tomato Ketchup für 2,29 Euro an. Ein Aktionsangebot für die große 500ml-Flasche findet man heute bei Rewe. Pro Liter wurden damals 2,62 Euro berechnet. Heute kostet der Ketchup trotz Angebotspreis bereits 3,98 Euro pro Liter – ein Plus von 52 Prozent. In kleineren Größen kostet der Ketchup sogar mehr als 10 Euro pro Liter.
König Pilsener: 1 Euro mehr pro Kiste

König Pilsener: links das Angebot von Getränke Hoffmann aus Juli 2019, rechts aktuell beim gleichen Händler. Ein Plus von 10 Cent pro Liter.
Der Getränkehändler Hoffmann bietet aktuell den Kasten König Pilsener für 12,99 Euro an und weist diesen Preis als Angebot in seinem Prospekt aus. Im Vor-Corona-Jahr 2019 war die Kiste beim gleichen Händler noch exakt 1 Euro günstiger. Hier ist der Preis „nur“ um 8,5 Prozent gestiegen.
Preise bei Halloumi bleiben stabil
Beim beliebten Grillkäse müssen Kunden heute nicht tiefer in die Tasche greifen als damals. Im Juli 2019 verlangte Aldi Nord für 250 Gramm einen Betrag in Höhe von 2,79 Euro (11,20 Euro pro Kilogramm). Der Preis im Prospekt der kommenden Woche: 11,27 Euro pro Kilogramm. Eine Preissteigerung von lediglich 7 Cent.
Noch preisstabiler ist die Grillkohle von Lidl. Der 3-Kilogramm-Beutel Grill-Holzkohle-Briketts kostete im Sommer 2019 genauso viel wie heute (2,49 Euro).
Fazit: Das Bratwurst-Vergnügen wird beachtlich teurer
Wer den Grill anwirft, wird im Jahr 2024 mehr zur Kasse gebeten denn je. Nürnberger Rostbratwürstchen haben bei Aldi Süd von 2019 bis heute um 20 Prozent im Preis zugelegt (2,49 Euro vs. 2,99 Euro). Bei Steaks ist der Unterschied noch größer, wie oben ermittelt.
Die Preiserhöhungen machen beim Grillgut nicht halt – auch Süßigkeiten sind dramatisch teurer geworden. Die Tüte Haribo zum Teilen mit der Familie gab es im Jahr 2019 zum „Knaller-Preis“ von 95 Cent.

Heute gibt es die süßen Bären ebenfalls im Angebot bei Netto. Der neue Preis ist jedoch 71 Prozent höher: Pro Kilogramm werden nun im Angebotspreis statt 2,64 Euro satte 4,51 Euro fällig.
Philippe Fischer
Anna Rohling
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