In Düsseldorf wurden mehr als 250 Messer in der Messer-Verbotszone beschlagnahmt
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In Deutschland nimmt die Messergewalt dramatisch zu. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) will nun als Maßnahme das Waffenrecht verschärfen: weniger Klingenlänge, mehr Messerverbotszonen. Doch Zahlen aus deutschen Städten zeigen, dass Verbotszonen weder das Mitführen von Messern noch Attacken stoppen.
Mittlerweile vergeht in deutschen Großstädten keine Woche mehr, an dem nicht Messerstechereien stattfinden. Wie NIUS recherchierte, wurden 2023 landesweit 26.113 Messerangriffe und -drohungen von den Behörden registriert. Doch auch andere Hieb- und Stichwaffen wie Äxte, Macheten oder Schwerter gehören derweil zum Kriminalitätsalltag, die bisher in Statistiken oftmals nicht erfasst werden.
Der neue Faeser-Plan: Länder und Kommunen sollen mehr Messerverbotszonen einrichten. Zudem soll eine Verschärfung des Waffengesetzes dafür sorgen, dass die Klingen maximal noch sechs Zentimeter lang sein dürfen sowie das Mitführen von Springmessern ganz untersagt werde. Dazu will die Innenministerin in Kürze einen Gesetzesvorschlag vorlegen.
NIUS erklärt, ob Messerverbotszonen wirklich die Messer stoppen.
Die Realität: weiterhin Messer in Messerverbotszonen vorhanden
Vorreiter von sogenannten Waffen- und Messerverbotszonen ist das Land Nordrhein-Westfalen. Zunächst wurden 2021 in Köln und Düsseldorf solche Zonen zu Freitagen, Wochenenden, Feiertagen und Karneval mit bestimmten Uhrzeiten eingerichtet. Denn besonders in Nordrhein-Westfalen kommt es alltäglich zu schweren Messervorfällen. Seit Juni 2024 gilt in Köln am Wiener Platz sogar eine permanente Verbotszone aller Waffen.

So sehen die Schilder für Waffenverbotszonen aus.
Ein klarer Vorteil von Messerverbotsorten ist, dass die Polizeiarbeit hinsichtlich rechtlicher Hürden erleichtert wird. Einige gesetzliche Anforderungen an die Begründung konkreter Gefahren zur Personenkontrolle entfallen dort. Denn die Zone schafft bereits einen konkreten Anlass, um die Polizei zu berechtigen, Personen kontrollieren zu dürfen.
Allerdings bedeuten Verbotszonen nicht, dass an diesen Orten weniger bis gar keine Messer mehr mitgeführt werden – oder weniger bis gar keine Messerangriffe mehr stattfinden. Zudem können einerseits aus dem Verkehr gezogene Messer schnell und einfach ersetzt werden. Andererseits wäre es äußerst schwierig für die Polizei, immer mehr Messerverbotszonen zu kontrollieren. Das Personal ist schlicht nicht vorhanden.
35 Gewaltdelikte und mehr als 250 Messer in Düsseldorfs Verbotszone
Es zeigt sich, dass sich tatsächlich nicht mal in Brennpunkten ein Verbot von Messern wirklich konsequent durchsetzen lässt. Die Verbots-Schilder allein scheinen keinen automatischen Stopp zu bewirken. Trotz erklärter Zone und vieler Schilder werden weiterhin Messer mitgeführt und für schreckliche Attacken auf Menschen eingesetzt.

Das ist die Messerverbotszone in Düsseldorf.
Beispiel: Düsseldorf, wo die Kriminalität höher liegt als im Rest des Landes. Auch dort schnellen die Messerdelikte in die Höhe. Vergangenes Jahr gab es dort laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) 411 Vorfälle, bei denen Messer eingesetzt oder aufgefunden wurde. Die dortige Entwicklung: Immer häufiger sind Täter minderjährig, ohne deutschen Pass und bewaffnet mit einem Messer. In Düsseldorf liegt der Anteil ausländischer Bevölkerung bei 21 Prozent – dem gegenüber steht ein Anteil an ausländischen Tatverdächtigen bei der Gesamtkriminalität von 49 Prozent.
Auf NIUS-Anfrage teilte die Polizei Düsseldorf mit, dass allein 2023 innerhalb der Waffenverbotszone 35 Gewaltdelikte registriert wurden, bei denen ein Messer zum Einsatz kam. Insgesamt wurden sogar 256 Messer innerhalb der Zone festgestellt.
Heißt im Klartext: Eine Messer-freie Zone ist mehr eine politische Utopie als umsetzbare Wirklichkeit.

Juni 2024 in Köln: Auf einem Tisch liegen von der Polizei sichergestellte verbotene Stichwaffen.
Übrigens: Wer mit einem Messer in der Verbotszone erwischt wird, muss ein Bußgeld zahlen. Eine Straftat stellt es erst dar, wenn es sich dabei um ein verbotenes Messer handelt.
Zara Riffler
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