Interpol sucht Zeugen: Wer hat dieses Kind in die Donau geworfen?
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Am 19. Mai des vergangenen Jahres machte ein Kanufahrer eine schreckliche Entdeckung in der Donau bei Großmehring: ein Kinderleichnam. Der Junge war in Plastik gewickelt und mit einem Stein beschwert worden. Es lag keine entsprechende Vermisstenmeldung vor. Über ein Jahr nach dem Fund der Leiche hat Interpol nun die Ermittlungen ausgeweitet und bemüht sich um die Identifizierung des toten Vorschuljungen.
Es ist Ende Mai 2022. Ein Kanufahrer im Raum Ingolstadt macht eine grauenvolle Entdeckung: Er findet die in Plastik verpackte, mit einem Stein beschwerte Leiche eines fünf- bis sechsjährigen kleinen Jungen in der Donau. Später stellt sich heraus, dass der Leichnam des Kindes mit einem 40x20x6 cm großen Pflasterstein der Marke Diephaus mit der Typenbezeichnung „Natura Vigo“ beschwert wurde.
Das Gesicht des Kindes wurde im Auftrag der Staatsanwaltschaft Ingolstadt rekonstruiert. Dadurch konnten fundierte Rückschlüsse auf das tatsächliche Aussehen des Jungen zu Lebzeiten gemacht werden. Der Junge soll zwischen fünf und sechs Jahre alt und 110 cm groß gewesen sein. Sein Gewicht wird auf 15 Kilogramm geschätzt, seine Augenfarbe soll blau gewesen sein, seine Haarfarbe braun.

So sieht die Rekonstruktion des Kindergesichtes aus. Quelle: KPI Ingolstadt
Der Fall ging viral und wurde in sämtlichen Zeitungen und Medienformaten behandelt. Doch obwohl Rechtsmediziner das Gesicht des Kindes rekonstruieren konnten, meldeten sich bis jetzt keine Zeugen zum Fall.
Dieser unterscheidet sich im Vergleich zu anderen medienwirksamen Fällen verschwundener Kinder, wie beispielsweise dem Rebecca Reuschs oder Peggy Knoblochs, vor allem dadurch, dass seit einem Jahr keinerlei Vermisstenmeldung über den besagten Jungen eingegangen ist. Entsprechend liegen auch keinerlei Informationen über die Eltern des Jungen vor.
Auch ein Tötungsdelikt kann nicht ausgeschlossen werden.
Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind mindestens 63 Hinweise aus der Bevölkerung bei der Polizei eingegangen, es waren allerdings noch keine wegweisenden Informationen dabei. Darum bittet das Bundeskriminalamt nun um dringende Mithilfe: Bürger, die über Informationen zu dem Jungen, dem Tatgegenstand oder dem Tatort verfügen, werden gebeten, sich umgehend mit der Polizei in Verbindung setzen.
Auf der Internetseite des BKAs wird mit einer Belohnung in Höhe von 15.000,00 Euro für Hinweise zur Klärung der Todesumstände, zur Identifizierung des Täters oder des Jungen geworben.

Fahndungsplakat der Kriminalpolizei Ingolstadt.
Der Fall wird auch international verfolgt, Interpol hat sich eingeschaltet und bittet seine 195 Mitgliedsstaaten um Mithilfe bei der Aufklärung des Falls.
Der Generalsekretär von Interpol, Jürgen Stock, rechnet damit, dass der Junge Opfer von Entführung, Menschenhandel oder einer anderen Gewaltform gewesen sein könnte. Dennoch erklärt er hoffnungsvoll: „Irgendwo weiß jemand etwas über diesen Jungen.“
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Joelle Rautenberg
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