Keine Hetze gegen Bauern, sondern nur die Fakten
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Regierung und Medien diffamieren den Bauernprotest in Schlüttsiel im Widerspruch zur Einschätzung der Polizei als „Gewalt“. Sie rümpfen die Nase und erschaffen mit ihren abschätzigen Worten eine mediale Parallelwelt, die mit dem wirklichen Protest nichts gemein hat. Sie zeigen sich betont empört, als hätte man es mit einem Bauernmob aus dem 18. Jahrhundert zu tun ...
NIUS rekonstruiert den Donnerstagnachmittag und -abend in seiner chronologischen Harmlosigkeit.

Dies könnte der erste lebensgefährliche Mob der Weltgeschichte sein, in dem eine junge Frau mit Stirnband an vorderster Front wütete ...
Um 14:29 Uhr ruft jemand im Social-Media-Dienst Telegram zum Bauernprotest in Schlüttsiel auf. Er schreibt. „Achtung!! Robert Habeck lädt heute zum Bürgerdialog 16:45 Uhr im Fährhafen Schlüttsiel ein! Er wünscht sich unendlich viel Interesse. Tun wir ihm den Gefallen und kommen mit allem, was Räder hat!“
So harmlos es beginnt, wird es auch enden
Hier sieht man die Bauern anreisen:
Vermittlungsversuch und Gerangel
„Gegen 15:45 Uhr wurden vor Ort ca. 80 landwirtschaftliche Fahrzeuge gemeldet, welche sich auf dem Weg zum Fähranleger befanden. Polizeibeamte verlegten an den Fähranleger, um dessen Zufahrt abzusperren“, so die Polizeidirektion Flensburg. Schließlich warten die Demonstranten auf die Ankunft von Habecks Fähre:
Die Kritik an der Bundesregierung bringen die Bauern mit einem Slogan auf den Punkt und aufs Plakat: „Der Mittelstand wird ruiniert, in Berlin feiert man ganz ungeniert. #ampelabschalten“.

Das Demoplakat zeigt vollkommen normalen, legitimen bürgerlichen Protest.
Um ungefähr 17 Uhr legte die Fähre an. Lastwagen fahren über die Rampe heraus. „Alles ruhig und gesittet hier, kriegen wir das hin?“, fragt der Polizist im norddeutschen Singsang. „Ja“, antwortet die Menge. Ein fast schon harmlos wirkender, kooperativer Dialog zwischen Polizei und versammelten Bauern, der von den üblichen Verdächtigen auf den sozialen Medien als „Angriff auf die Demokratie“ oder gar „rechtsradikal“ bezeichnet wurde.
Lesen Sie hier einen treffenden Kommentar zum Verbal-Spektakel von NIUS-Kollege Jan A. Karon:
„Rechtsradikaler Pöbel“ & „Angriff auf die Demokratie“: Die Entrüstung über den Habeck-Protest ist nur noch lächerlich
Die Bilder sprechen für sich selbst ...
Zwischenzeitlich kam es zu einem Vermittlungsversuch durch die Polizei. Die Demonstranten wurden vor die Wahl gestellt: Entweder werde die Bereitschaftspolizei gerufen und die Demonstration geräumt oder aber zwei Personen dürfen auf der Fähre mit Habeck reden. Die Demonstranten schlagen das Angebot aus.
Auch sprechen die Bilder für sich selbst: Ein Mann steht seelenruhig da, mit den Händen in den Hosentaschen. Er nimmt die Worte des Polizisten entgegen, ebenso wie die Menge im Hintergrund: Alle lassen den Staatsbeamten zivilisiert ausreden.
Man könnte erwarten, dass Polizisten und Demonstranten sich aus dem Alltag kennen – als würden sie einander grüßen, wenn sich ihre Wege im Supermarkt kreuzen. Dieses harmlose Geschehen findet die Bundesregierung „beschämend“, der Spiegel spricht allen Ernstes von einem „Mob“, die Bild will gar eine „Schande von Schlüttsiel“ erkannt haben. Das glatte Gegenteil ist wahr.
Im Großen und Ganzen sehen wir hier einen politischen Konflikt, der nach den Spielregeln der Zivilisation ausgetragen wird.
Im folgenden Video skandiert die Menge zunächst „Wir haben die Schnauze voll!“, danach hört sie ihrem Protestsprecher zu, der ihnen das Vermittlungsangebot der Polizei übermittelt.
Anschließend legt die Fähre ab, fast zeitgleich versuchen etwa 20 Personen von den über 200 Demonstranten noch auf die Fähre zu gelangen. Hier kann man sich ein Bild vom Gerangel machen, das von Politik und Medien so maßlos skandalisiert wird:
Beruhigung und Auflösung
Zur Feier des Tages gab es schließlich noch ein feines Feuerwerk. Anders als in den Krawall-Bezirken Berlins wird es zur Freude der Allgemeinheit eingesetzt.
„Nach Ablegen der Fähre beruhigte sich die Lage und die Versammlung löste sich gegen 19:00 Uhr auf. Die Heimreise von Herrn Dr. Habeck nach Flensburg konnte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag durch die Landespolizei ohne weitere Vorkommnisse gewährleistet werden“, schreibt die Flensburger Polizei.
Fazit: Die Skandal-Berichterstattung beruht auf heißer Luft. Sie ist vielmehr selbst ein Skandal. Das wird besonders deutlich, wenn man den Bauernprotest am Donnerstag von Anfang bis Ende Revue passieren lässt. Doch Medien und Politik versuchen alles, um berechtigten Widerstand zu diffamieren und zu delegitimieren. Und haben sich mal wieder bis auf die Knochen blamiert ...
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Felix Perrefort
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