Lage im Ukraine-Krieg: Drohnen aus Pappe, neue Panzer, mehr Kampfjets
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Die wichtigsten Fakten:
- Die Ukraine vermeldet immer öfter Drohnen-Angriffe auf russischem Territorium
- Zusätzlich kommen Drohnen aus Karton zum Einsatz, die besonders günstig in der Produktion sind
- Nach Zusagen von circa 60 Kampfjets verkündet Selenskyj einen Bedarf von 160 Jets für eine erfolgreiche Verteidigung seines Landes
- Außerdem erhalten die ukrainischen Streitkräfte in den kommenden Tagen die ersten 10 Kampfpanzer vom Typ M1 Abrams
Ukraine griff russisches Kursk mit Karton-Drohnen an
Insgesamt 16 aus Karton gefertigte Flugkörper, die für Flugabwehr-Radare nur schwer zu orten sein sollen, seien in der Nacht zum vergangenen Sonntag zum Einsatz gekommen, berichteten ukrainische Medien unter Berufung auf Quellen beim Geheimdienst SBU.

Dieses vom Telegramm-Kanal des Gouverneurs der Region Kursk, Roman Starovoit, am Montag, dem 28. August 2023, veröffentlichte Foto zeigt ein beschädigtes Wohnhaus nach einem mutmaßlichen ukrainischen Drohnenangriff in Kursk in der südlichen Region Kursk an der Grenze zur Ukraine.
Dabei sollen in Kursk fünf russische Kampfflugzeuge und mehrere Flugabwehrsysteme beschädigt worden sein.
Unabhängig überprüft werden konnte das zunächst nicht. Russische Behörden hatten zuvor zwar das Flugabwehrfeuer auf feindliche Drohnen bestätigt, aber keine Angaben zu Schäden an Flugzeugen und anderer Militärtechnik gemacht. Satellitenaufnahmen vom Montag zeigten ebenfalls keine eindeutig erkennbaren Zerstörungen.
Selenskyj: Ukraine braucht insgesamt 160 Kampfflugzeuge
Über bereits erfolgte Zusagen hinaus benötigt die Ukraine Selenskyjs Aussagen zufolge zur Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg rund 100 weitere Kampfflugzeuge. „Insgesamt brauchen wir für eine schlagkräftige Luftwaffe etwa 160 Kampfflugzeuge“, sagte Selenskyj in einem vom portugiesischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen veröffentlichten Interview. Damit solle Russland die Möglichkeit genommen werden, den ukrainischen Luftraum zu beherrschen. Bisher habe Kiew Zusagen für „50 oder 60“ F-16-Kampfjets erhalten.

Bei einem Besuch in Dänemark inspizierte der ukrainische Präsident einige F16-Kampfjets.
In seiner abendlichen Videoansprache lobte Selenskyj zudem die Unterzeichnung eines Vertrags zur gemeinsamen Waffenproduktion mit dem größten britischen Rüstungsunternehmen BAE. „Unser Ziel ist es, die nützlichsten Verteidigungswaffen in der Ukraine zu produzieren. Und das wird passieren“, sagte er.
Erste US-Kampfpanzer kurz vor Auslieferung
Mitte September sollen zehn Abrams-Panzer an die Ukraine ausgeliefert werden. Das berichtet die US-Zeitung Politico unter Berufung auf Quellen im US-Verteidigungsministerium. Die Panzer werden aktuell auf US-Stützpunkten in Deutschland instand gesetzt. Rund 200 ukrainische Soldaten seien bereits am Stützpunkt Hohenfels auf dem Panzer geschult worden, bestätigt ein Sprecher der US-Streitkräfte.

Ein US-amerikanischer Kampfpanzer vom Typ Abrams M1 (hier bei einer Übung auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels)
EU-Chefdiplomat: Mehr Ausbildung für ukrainische Streitkräfte
Die Außenminister der EU-Staaten unterstützen nach Angaben von EU-Chefdiplomat Josep Borrell die Pläne für eine Ausweitung der europäischen Ausbildungsmission für die ukrainischen Streitkräfte. Die Minister befürworteten seinen Vorschlag, sich als neues Ziel zu setzen, 40 000 Soldaten auszubilden, wie Borrell nach EU-Beratungen im spanischen Toledo sagte. Das derzeit gültige Ziel von 30 000 ausgebildeten ukrainischen Soldaten bis Ende des Jahres wird nach Angaben vom Mittwoch bereits Ende Oktober erreicht.

Josep Borrell
Außenminister sprechen über Neuauflage von Getreideabkommen
Die Außenminister Russlands und der Türkei haben in Moskau über eine mögliche Neuauflage der Vereinbarungen für ukrainische Getreideexporte über das Schwarze Meer gesprochen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow verlangte dafür vom Westen Garantien, dass auch sein Land Getreide und Dünger ungehindert ausführen dürfe. Dann sei Russland bereit, zu dem Mitte Juli ausgesetzten Getreideabkommen zurückkehren, sagte er.
Philippe Fischer
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