Landwirt klagt an: Özdemir hat keine Ahnung von unserer Arbeit auf dem Feld
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Es ist eine Abrechnung, die sich gewaschen hat!
Hört man sich unter Landwirten um, dann erntet Agrarminister Cem Özdemir derzeit wenig Zuspruch. Versteht der Minister etwas von Landwirtschaft, wollte ich bei „Schuler! Fragen, was ist“ von Anthony Lee wissen, der als Bundessprecher der Bauernprotestbewegung „Landwirtschaft verbindet Deutschland“ Landwirte in ganz Deutschland vertritt.
„Nein“, sagt Lee, der selbst mit seiner Frau einen Hof in Niedersachsen betreibt. „Das muss er ja auch nicht. Es ist ja nie sein Hauptberuf gewesen. Was wir beklagen, ist, dass er nicht auf Fachleute hört. Ich glaube, ich spreche da für die absolute Mehrheit der Landwirte. Die Fachleute sind diejenigen, die draußen arbeiten. Früher saßen die auch im Ministerium. Ich bezweifle, dass es jetzt immer noch so ist. Wir werden überwiegend von Ideologen regiert.“
Das ganze Interview finden Sie hier:
Dass dem so ist, sehe man vor allem an der Personalpolitik des Landwirtschaftsministeriums, so Lee. Die entscheidenden Stellen sind besetzt mit NGOs, ob das Greenpeace ist oder der BUND und der NABU. Das sind alles Staatssekretäre aus diesen Organisationen. Und da hat man schon so seine Fragen, ob das wirklich alles so fachliche und gute Landwirtschaftspolitik ist. In der Außenpolitik hat man das ebenfalls gesehen, wo die frühere Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan Staatssekretärin und mal ratzfatz eingebürgert wurde. Das können Sie durch alle Ministerien einmal durchziehen.“
Özdemir suche sich seine Realität selbst zusammen und reagiere nicht auf Einladungen, so Lee, der auf der Landesliste Niedersachsen für die Freien Wähler zur Europawahl kandidiert: „Ich habe ihn sogar am Anfang mit einigen meiner Berufskollegen mit einem sehr netten Video eingeladen. Leider kommt er aber nicht auf die Höfe, sondern er sucht sich ausgewählte Höfe aus. Es wäre schön, wenn er mal genau das Leid sehen würde, was wir in der Landwirtschaft haben.“
„Vielen Bauern geht es schlecht“
Die Lage vieler Landwirte sei inzwischen dramatisch. „Vielen Bauern geht es schlecht. Einmal aufgrund der Erlöse, die sie nicht einfahren, die sie aber bräuchten. Vor allem auf aufgrund des politischen Irrsinns, der hier gerade läuft, mit Bürokratie, mit vielen Maßnahmen. Wir müssen uns einen Wettbewerb stellen, der selbst innerhalb der EU verzerrt ist. Wir haben da keine Waffengleichheit. Wir müssen uns einem Weltmarkt stellen. Das ist einfach total irre. Herr Özdemir reist nach Brasilien und sagt dort im ZDF, dass dort bis zu 100 Millionen Menschen in akut Hunger leiden. Und wir verlassen uns in Zukunft darauf, dass wir über ein Abkommen, das Mercosur-Abkommen, von Brasilien Lebensmittel bekommen, während wir unsere Selbstversorgung immer weiter herunterfahren. In den meisten Bereichen ist Selbstversorgung gar nicht mehr vorhanden.“

Will für die Freien Wähler ins Europaparlament: Landwirt Lee
Es ist vor allem eine EU-Regelung, die den Landwirten schwer zu schaffen mache, sagt Lee, wonach künftig vier Prozent der Ackerfläche als Brachland auszuweisen sind. „Das kann ich an einem ganz einfachen Beispiel erklären. Ich habe einen reinen Ackerbaubetrieb mit meiner Frau, und wir müssten bei den vier Prozent acht Hektar stilllegen, also 80.000 Quadratmeter. Und jetzt hören Sie Herrn Guterres, den Generalsekretär der Vereinten Nationen, der sagt: Es hungern 820 Millionen Menschen auf der Welt akut. Alle 3,6 Sekunden stirbt ein Mensch an Hunger auf diesem Planeten. Deswegen schwanken die Preise auch so extrem. Wegen wegbrechender Getreide-Exporte aus der Ukraine droht in Nordafrika eine Hungersnot, und wir Deutsche haben diese Idee mit den vier Prozent.“
Der Irrsinn mit den Wolfs-Zäunen
Auch die wachsenden Wolfsbestände sind ein Dauerthema für die Landwirte. „Bayern gibt derzeit eine halbe Milliarde Euro für Weideschutzzäune aus. Nur Bayern allein! Zäune, die nichts bringen! Es gibt eigentlich gar keinen sicheren Wolf-Schutzzaun außer im Zoo. Wie soll das denn aussehen, wenn wir unsere ganzen Weidetiere jetzt mit einem zwei Meter hohen Zaun umgeben? Das wäre das einzige, was Wölfe abhalten würde. Also ich habe Bilder gesehen, wo Wölfe mit einem Kalb im Maul über einen 1,20 Meter hohen Zaun springen. Das ist einfach lächerlich. Da halten sie gar nichts ab. Und vor allem ist es dem Bürger gar nicht erklärbar in dieser hohen Inflationslage, in der wir sind, wo jeder den Euro zweimal umdreht, dass wir für einen nicht funktionstüchtigen Zaun Milliardenbeträge ausgeben. Das können Sie keinem vermitteln. Wir in Niedersachsen haben so viele Wölfe wie Norwegen und Schweden zusammen. Nur Niedersachsen! Wir haben bis zu 4.000 Wölfe in Deutschland. Und das ist einfach weiterhin viel zu viel.“
Ralf Schuler
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