Laut WDR-Wissenschafts-Magazin: 200.000 Liter Kerosin „fürs Klima nicht besonders relevant“
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Die peinliche Pannen-Serie rund um die Pazifik-Reise von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) ist zu Ende: Nach zwei Versuchen und zwei abgebrochenen Flügen mit dem Regierungs-Airbus hat die Grünen-Politikerin ihre geplante Reise nach Australien, Neuseeland und Fidschi nun ganz abgebrochen. Der Pannen-Flieger wird durch die Luftwaffe nun sogar stillgelegt.
Insgesamt 160 Tonnen Kerosin wurden bei den beiden gescheiterten Flug-Versuchen abgelassen, um ein sicheres Landegewicht zu erreichen – das entspricht rund 200.000 Litern des Treibstoffs, der nach dem Ablassen durch die Sonneneinstrahlung zu Wasser und CO2 werden.
Ein Riesen-Schaden fürs Klima?

Der Airbus A340 der Luftwaffe wurde nun stillgelegt.
Fakt ist: Bei den beiden fehlgeschlagenen Baerbock-Flügen sind rund 500 Tonnen CO2 freigesetzt worden, also in wenigen Minuten so viel CO2 wie 45 Deutsche pro Jahr – für essen, trinken, heizen, Strom und Reisen – ausstoßen.
Für den Redakteur der WDR-Wissenschaftsredaktion „Quarks“, Lorenz Beckhardt, sind die weltweiten Treibstoff-Schnellablässe „jedenfalls nicht besonders relevant für das Klima“, wird er in einem Beitrag zitiert. Dabei stützt er sich auf eine Studie des Umweltbundesamtes. Weiter heißt es: Gleichwohl entsteht auch infolge des Ablasses klimaschädliches CO2.
Diese Einschätzung ist bemerkenswert, war es doch Beckhardt, der vor vier Jahren mit einem Kommentar in den Tagesthemen auf sich aufmerksam machte: „Macht Fleisch, Auto fahren und fliegen so verdammt teuer, dass wir davon runter kommen“, hatte er gefordert – und wurde für die radikalen Worte heftig kritisiert. Dass nun jährlich hunderte zusätzliche Tonnen CO2 durch abgelassenes Kerosin irrelevant seien, erscheint nicht wirklich konsitent.
In den vergangenen fünf Jahren kam es allein über Deutschland zu 118 Fällen, bei denen Kerosin abgelassen wurde. Dabei schwankte die abgelassene Menge zwischen 0,89 und 89 Tonnen. Dadurch, dass das Kerosin fein vernebelt und durch die Sonneneinstrahlung zu CO2 umgewandelt wird, erreicht praktisch nichts davon den Boden. Daher lautet die Einschätzung des Umweltbundesamtes: „Treibstoff-Schnellablässe haben nach dem aktuellen Kenntnisstand keine kritischen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.“
Pannen-Airbus ganz stillgelegt
Nach dem Debakel für die Luftwaffe wird der Regierungsflieger nun vorzeitig stillgelegt – ebenso wie ein weiterer Jet desselben Typs aus der Flotte. „Wir werden die beiden A340 so schnell wie möglich, das heißt in den kommenden Wochen vorzeitig außer Dienst stellen“, sagte ein Sprecher der Luftwaffe. Ursprünglich sollten die beiden Jets im Herbst und Anfang des kommenden Jahres außer Dienst gestellt werden.
Julius Böhm
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