Lauterbach frisch geboostert und mit Warnung: Bitte weiter auf Corona testen
Ein Beitrag von
- Gesundheitsminister Karl Lauterbach ruft dazu auf, sich bei Erkältungssymptomen weiter auf Corona zu testen.
- Die Begründung des SPD-Ministers: Es sei gefährlicher, wenn man Vulnerable mit dem Corona-Virus anstecke als mit anderen Erkältungskrankheiten.
- Die Aussage von Lauterbach ist faktisch falsch, denn eine schwere Grippe ist für Alte und Vorerkrankte ebenso gefährlich wie eine Covid-Erkrankung.
Lauterbach kann nicht von Corona loslassen!
Bei einem gemeinsamen Statement mit RKI-Chef Lars Schaade am Montagmorgen sagte der Gesundheitsminister: „Ich empfehle jedem mit Erkältungssymtomen, sich weiterhin freiwillig auf Corona testen zu lassen. Es macht einen Unterschied, ob es Covid ist oder nicht, wenn man Ältere infiziert.”
Der heutige Montag steht für den Bundesgesundheitsminister ohnehin im Zeichen von Corona, er ließ sich – werbewirksam und betont lässig im Adidas-T-Shirt – im Berliner Bundeswehrkrankenhaus eine Auffrischungsimpfung gegen das Virus geben. Seit heute sind in Deutschland neue angepasste Impfstoffe gegen aktuelle Corona-Varianten verfügbar.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach beim Boostern im Berliner Bundeswehrkrankenhaus
Lauterbachs Aussage, das Corona-Virus sei gefährlicher als alle anderen Erkältungskrankheiten, hält einem Faktencheck nicht stand. Denn für vorerkrankte Menschen kann eine Erkrankung mit Grippe-Viren oder anderen Atemwegserregern ebenso gefährlich werden wie eine mit dem Corona-Virus.
Die sicherste Methode, um niemanden anzustecken, ist nach wie vor, bei Krankheits-Symptomen zuhause zu bleiben.
Keine große Nachfrage nach neuem Impfstoff erwartet
Zudem ist seit Montag ein an neue Varianten angepasster Impfstoff verfügbar, den sich jeder auf Wunsch vom Arzt verabreichen lassen kann. Offen ist allerdings, wie sich die Nachfrage nach der Corona-Impfung entwickeln wird. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte zuletzt Auffrisch-Impfungen nur besonders gefährdeten Gruppen empfohlen, unter anderem Menschen ab 60 Jahren und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen.
Die Kassenärztliche Vereinigung in Baden-Württemberg rechnet nicht mit einer großen Nachfrage nach den angepassten Präparaten. „Die neueste Virus-Variante scheint nach allem, was uns bekannt ist, keine anderen Verläufe erwarten zu lassen als bisher“, teilte der Verband mit.

Lauterbach mit Tupfer am Arm
Mehr NIUS:
Student muss 1500 Euro Strafe zahlen, weil er Corona-Deutschland „Drecksstaat“ nannte
Janina Lionello
Artikel teilen
Kommentare