Leblose Truppe, ratloser Trainer: Tuchel und die peinlichen Ausreden der Bayern
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Als Thomas Müller am Samstag in der 66. Minute beim Stand von 5:1 für Eintracht Frankfurt am Spielfeldrand auf seine Einwechslung wartete, erinnerte ich mich an den 29. August 1978. Das ist die Gnade der frühen Geburt. Borussia Mönchengladbach führte 6:0 gegen Borussia Dortmund. Trainer Otto Rehhagel schaute auf seine Bank und forderte Sigi Held auf, sich warm zu machen. Der Nationalspieler schaute den Trainer an und fragte: „Soll ich jetzt das Ding hier vielleicht noch drehen?!“ Er blieb demonstrativ sitzen. Am Ende gewannen die Gladbacher 12:0 und Otto musste sich einen neuen Verein suchen.
Was war in Thomas Tuchel gefahren, als er Thomas Müller zu einer ähnlichen Mission Impossible aufforderte?

Beim Stand von 5:1 für Frankfurt wechselte Bayern-Trainer Thomas Tuchel Thomas Müller und Serge Gnabry ein.
Wie es aussieht, erreicht der Trainer die Mannschaft nicht mehr so ganz, denn wie anders ist es zu erklären, dass Tuchel das Ergebnis danach auf die Tatsache zurückführte, dass er kurz vor dem Spiel durch die Aufstellung der Eintracht irritiert der Mannschaft nochmals taktische Veränderungen mitgegeben habe, die diese offenbar überfordert hätten.
Der FC Bayern lässt sich also vom Gegner seine Taktik bestimmen.
Ich erzähle Ihnen dazu eine kleine Anekdote. Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin traten Harald Schmidt und ich zum ersten Mal bei der ARD als Waldi und Harry im Programm auf. Beim ZDF moderierte Johannes B. Kerner die abendliche Late Night Olympia Show. Johannes legte am Eröffnungsabend der Spiele vor; Harald und ich hatten uns vorgenommen, die Sendung des Kollegen gemeinsam anzuschauen. Schauen, was der Gegner macht. Zuvor stärkten wir uns in einer Pizzeria mit Pizza, Salami und Rotwein. Eine halbe Stunde vor Sendebeginn der Kerner Show meinte ich zu Harald, dass wir uns jetzt auf den Weg ins Hotel machen sollten, wenn wir den Anfang dort auch miterleben wollten.

Harald Schmidt und Waldi Hartmann moderierten in der ARD eine gemeinsame Late-Night-Sendung rund um die Olympischen Spiele. Harald Schmidt war auch zu Gast in der ersten Folge Waldis Dritter Halbzeit bei Nius.
Harald bestellte noch ein Reise-Vierterl, wir plauderten und als ich feststellte, dass wir bestenfalls noch die Hälfte der Show mitbekommen würden, entschied Dirty Harry in aller Gelassenheit: „Wo kommen wir eigentlich hin, wenn wir unsere Art der Sendung von der des Gegners abhängig machen? Wir machen es wie die Bayern, der Gegner hat sich nach uns zu richten.“ Also blieben wir sitzen und bestellten noch Wein.
Nach der 1:5-Niederlage fanden die Bayern zu viele Ausreden – zum Teil peinliche. Sie hätten durch die längere Pause den Rhythmus verloren. Thomas Tuchel erwähnte auch, dass nach „Expected Goals“ die Bayern fast gewonnen hätten.
Das gibt's doch nicht! Wissen Sie, was ich gesehen habe?
Eine leblose Truppe, die sich ihrem Schicksal ergeben hat, und einen ratlosen Trainer.
Vielleicht sollten die mal alle zusammen in eine Pizzeria gehen, Wein ohne Ende trinken und nicht auf den Gegner achten.
Herzlich, Ihr Waldi
PS: Harry und ich wurden natürlich Quotensieger.
Hier die aktuelle Folge Waldis Dritte Halbzeit:
Waldi Hartmann
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