Medien-Skandal: Der Antisemit, der sich als Jude ausgab
Ein Beitrag von
Über ein Jahrzehnt spielte Fabian Wolff eine Rolle, nicht im Sinne von Relevanz, sondern eine Rolle wie ein Schauspieler. Wenn linke Aktivisten oder Medien eine jüdische Stimme gegen den jüdischen Staat Israel brauchten, kam der deutsche Jude Fabian Wolff ins Spiel. Blöd nur, dass Wolff gar kein Jude ist, obwohl er das über Jahre behauptet hat.
Der Journalist und für die linke Szene „Quoten-Jude“ hat offenbart, dass er seine Identiät einfach erfunden hat. Wolff arbeitete für die Süddeutsche Zeitung, die Zeit, den Deutschlandfunk und andere Medienhäuser, oft beschrieb er aktuelle Themen aus der Perspektive des deutschen Juden. In einem quälend langen Essay in der Zeit gesteht er nun: Das mit den jüdischen Vorfahren stimmt gar nicht. Die Oma, die angeblich wegen ihrer jüdischen Herkunft vor den Nazis floh, hatte gar keine jüdische Herkunft. Diese Lebenslüge wirft ein verstörendes Schlaglicht auf die problematische Rolle, die Wolff in der politischen Landschaft eingenommen hat.
Wie nennt man es, wenn ein Jude gegen Juden anschreibt und eigentlich gar kein Jude ist? Ich würde sagen: Antisemitismus-Anpeitscher.
Für viele Personen innerhalb linker Kreise stellte Wolffs Eigenbezeichnung als Jude eine vorteilhafte Situation dar. Sie sahen in seiner Identität die Möglichkeit, ihren eigenen Antisemitismus zu legitimieren und sich dabei noch als Unterstützer der jüdischen Gemeinschaft zu präsentieren. Mit dem Zusammenbrechen seiner vorgeblichen jüdischen Identität verliert das schon immer problematische Verteidigungs-Mantra „Ich kann kein Antisemit sein, ich habe einen jüdischen Freund“ noch mehr an Glaubwürdigkeit.
Wolff ist zwar kein Jude, dafür ein Prophet: „Wie lautet unsere Lektion? Es gibt nur eine Sache, die schlimmer als ein Alibijude ist – ein Alibijude, der in Wirklichkeit gar kein Jude ist.“ Diese Worte schrieb Wolff einst vorausschauend im Heeb Magazine, allerdings nicht über sich selbst, sondern über Irena Wachendorff.
In seinem Zeit-Bekennerschreiben sagt Wolff: „Jetzt haben sich die Fakten geändert, und somit auch meine Wahrheit, die ich hier teile, ohne zu wissen, was damit beginnt.“ Bitte was? Die Fakten haben sich nicht geändert! Fakt war schon immer: Fabian Wolffs Judentum war zu keinem Zeitpunkt existent. Was sich geändert hat, ist sein öffentliches Bild. Vom Quoten-Juden zum Lügner.
Da hilft auch kein Disclaimer vor seinen oftmals problematischen Texten, welcher besagt, dass der Autor jetzt herausgefunden hat, dass er doch kein Jude ist. Die Zeit kennzeichnet einen international viel beachteten und disktutierten Text wie folgt: „Aus seinen Nachforschungen geht hervor, dass er nicht aus einer jüdischen Familie stammt.“ Aber der Artikel, in dem Wolff als Nicht-Jude den Deutschen erklärt, dass sein jüdisches Leben in Deutschland nur auf Englisch stattfindet, weil er die deutsche Sprache als Belastung empfindet, bleibt stehen. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen. Aber es ist leider Zynismus pur. Wem bringt denn dieser Text irgendwas? 
So berichtet die Jüdische Allgemeine über den Autoren, der vorgab, ein Jude zu sein
Wolffs Position als ein so genannter „Kostümjude", wie ihn die Jüdische Allgemeine zutreffend charakterisierte, stellt mehr als eine bloße persönliche Täuschung dar. Seine Rolle war ein Werkzeug zur Intensivierung und Legitimierung von Antisemitismus. Die Kritik an Israel, die Wolff unter dem Deckmantel einer jüdischen Identität äußerte, gab den Antisemiten innerhalb des linken Spektrums eine Stimme und eine Plattform.
Es ist anerkennenswert, dass Wolff seinen Fehler zugegeben hat. Dennoch sind die von ihm verursachten Schäden nicht so leicht zu beheben. Seine falsche jüdische Identität hat den Antisemitismus innerhalb linker Kreise genährt und legitimiert. Das holt niemand mehr zurück.
Was bleibt übrig von einer Figur, deren Aussagen aufgrund seiner vermeintlichen jüdischen Identität als nicht antisemitisch betrachtet wurden, der sich jedoch letztlich als Nicht-Jude entpuppt? Ein klarer Antisemit, der sich jahrelang als Teil der von ihm in Wirklichkeit verachteten Gruppe darstellte, um jegliche Kritik an seiner Sympathie für BDS (Boycott, Divestment and Sanctions - eine vom Bundestag als antisemitisch eingestufte Bewegung) und andere Judenhasser auf der linken Seite abzuwehren.
Philipp Peyman Engel, Journalist der Jüdischen Allgemeinen, schreibt auf Twitter: „Bemerkenswert: Juden, die Kritik an Fabian Wolffs BDS-Hanno-Hauenstein-Positionen anmeldeten, wurden von ihm in sehr altdeutscher Blockwart-Mentalität schon mal beim Arbeitgeber denunziert, so habe ich es selbst erlebt.“ Angesichts der neuesten Erkenntnisse erscheint dieses Verhalten nun in einem neuen Licht: Ein Antisemit der linken Art beschwert sich beim Arbeitgeber eines Juden darüber, dass dieser Antisemitismus kritisiert. Es ist eine Ironie, die nur noch von der Traurigkeit der gesamten Situation überschattet wird.
Engel schreibt in einem aktuellen Text in der Jüdischen Allgemeinen über den Fall Wolff, es sei kein neues Phänomen, wenn deutsche Intellektuelle sich ihre eigene Identität zurecht schustern. Viele hätten nach dem Krieg ihre angeblich jüdische Vergangenheit entdeckt. „Natürlich ist es angenehmer, sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen, wie das eigene Volk den Völkermord an sechs Millionen Juden ermöglicht hat. Stattdessen wird lieber auf die Seite der Opfer gewechselt.“ Nur mit einer Einschränkung: „Zwischen 1933 und 1945 wollte verständlicherweise kein Fabian Wolff Jude sein.“
Nun bleibt dem israelfeindlichen linken Milieu nur noch der Faschingsjude Max Czollek als glühende Galionsfigur gegen sich wehrende starke jüdische Stimmen …
Amir Makatov
Artikel teilen
Kommentare