Nach „Gestapo“ Entgleisung: Faeser stellt sich gegen ARD-Moderator
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Der Vergleich mit Hitlers „GeStaPo“ geht Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) zu weit!
Die oberste Dienstherrin der Bundespolizei meldet sich nach dem Eklat um den ARD-Moderator Stephan Anpalagan (NIUS berichtete) am Samstagabend zu Wort und stellt sich gegen den ARD-Mann: „Jeden Tag halten zehntausende Polizistinnen und Polizisten in Bund und Ländern ihren Kopf hin für unsere Sicherheit und unsere Demokratie. Sie verdienen unseren Respekt und keine Beschimpfungen“, schrieb Faeser bei Twitter.
Dass Faeser damit auf die „GeStaPo“-Entgleisung reagiert, ist offensichtlich – die Innenministern stärkt ihren Beamten öffentlich den Rücken, fordert Respekt für die Polizei, bleibt mit Blick auf den konkreten Fall jedoch sehr unkonkret. Weil sie nicht Ross und Reiter benennt hagelt es auch Kritik:
„Ist das alles, was Sie zu diesem Thema zu sagen haben?“, fragte eine Userin. Ein anderer: „Nennen Sie es doch beim Namen: Es ist der SWR-Mitarbeiter Anpalagan.“ Ein weiterer fragt: „Weshalb gehen Sie nicht darauf ein, wer und vor allem womit die Polizisten beschimpft wurden?“

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD)
Damit reagiert die Bundesinnenministerin auf Heiko Teggatz, den Chef der Bundespolizei-Gewerkschaft, der bei NIUS eine „umfangreiche, öffentliche Positionierung“ gefordert hatte. Teggatz nannte den Vergleich Anpalagans „eine Schande für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ und sagte, „jeder Bundespolizist wäre für eine solche Aussage während des Dienstes sofort aus dem Dienst entfernt worden“. Anpalagan solle sich hinterfragen, ob sei Verhalten mit seiner Berufsehre in Einklang zu bringen sei.
Die „Geheime Staatspolizei“ (GeStaPo) war die staatliche Terrororganisation Adolf Hitlers, die in der Nazi-Zeit maßgeblich an der Verfolgung der Juden und Inhaftierung und Ermordung von Andersdenkenden beteiligt war. Anpalagan hatte bei einem Twitter-Disput mit dem Polizeigewerkschafter Manuel Ostermann den Polizisten als „Mitglied der Gestapo-Nachfolgeorganisation“ bezeichnet. Dafür wurde Anpalagan heftig kritisiert – und nun auch subtil von der Innenministerin.
Immer häufiger Nazi-Beschimpfungen bei ARD und ZDF
Der Fall des ARD-Moderators Anpalagan ist kein Einzelfall: Zuletzt kam es immer wieder zu verbalen Entgleisungen, etwa bei ZDF-Satiriker Jan Böhmermann, der zuletzt knapp die Hälfte der Deutschen als „Nazis“ beschimpfte (NIUS berichtete). Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) hatte bei NIUS die „einseitige politische Agitation einzelner herausgehobener Personen bei ARD und ZDF“ kritisiert und kam zu dem Fazit: „Die hohen Umfragewerte für die AfD gehen zu einem großen Teil aufs Konto von ARD und ZDF.“
Julius Böhm
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