Natürlich gibt es „Kleine Paschas“ an unseren Schulen: Bildungsexperte verteidigt CDU-Chef Merz
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- Heinz-Peter Meidinger, langjähriger Chef des Deutschen Lehrerverbands, beklagt „konfrontative Religionsbekundung“ an deutschen Schulen.
- Muslime fordern: Keine Klausuren während des Ramadan, kein Schwimm-Unterricht für Mädchen.
- Kleine-Pascha-Debatte um Merz: Natürlich gibt es das, natürlich werden Lehrerinnen nicht ernst genommen!
ER weiß, wie es an Deutschlands Schulen zugeht!
Heinz-Peter Meidinger war viele Jahre Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. Und verteidigt jetzt CDU-Chef Friedrich Merz gegen Kritik für dessen Äußerung über Migrantenkinder („kleine Paschas“).
Im Gespräch mit „Schuler! Fragen, was ist“ sagte der Bildungs-Experte, Merz beschreibe einen Zustand, den es „natürlich“ gibt. „Über den Begriff kann man streiten. Die Frage ist, wenn er ihn nicht gebraucht hätte, hätte dann überhaupt jemand drüber geredet? Aber den Tatbestand, den er schildert, den gibt es natürlich. Wir haben die Klagen von Lehrkräften, insbesondere weiblichen Lehrkräften, dass sie weder von den Schülern noch von den Eltern, Vätern insbesondere, ernst genommen werden, dass man gleich sagt: Ich rede nur mit der Schulleitung. Wir haben den ganzen Umstand mit konfrontativer Religionsbekundung. Also das ist mit Sicherheit etwas, das es gibt. Nicht überall, aber an vielen Brennpunktschulen gibt es das.“
Das ganze Gespräch finden Sie hier:
Was Meidinger „konfrontativen Religionsbekundung“ nennt, ist erstens kein Einzelfall, sondern ein Problem an unseren Schulen. In Berlin sei dort im Rahmen eines Modellversuchs genauer hingeschaut worden. „Völlig unabhängig von der Religion ist untersucht worden, inwiefern Religion ein Grund sein könnte oder Ursache ist für Konflikte an Schulen. Und man war dann relativ überrascht, dass 90 oder 95 Prozent aller Vorfälle mit dem Islam zu tun haben, eher weniger mit Christentum oder anderem. Und das sind vielfältige Tatbestände. Da geht es darum, dass gesagt wird, wir wollen keine Klausuren schreiben während des Ramadan, oder die Mädchen wollen eben nicht am Schwimmunterricht teilnehmen – dürfen nicht, muss man wohl eher sagen, am Schwimmunterricht teilnehmen. Oder bestimmte Unterrichtsstoffe werden abgelehnt in der Sexualerziehung oder auch bei der Behandlung des Nahostkonflikts. Also das sind dann die Dinge, die da eine Rolle spielen.“

Heinz-Peter Meidinger zu Gast bei NIUS-Politik-Chef Ralf Schuler
Eine kritische Bilanz zieht Meidinger auch zur Bedeutung von Ganztagsschulen in Deutschland, auf denen ehedem große Hoffnungen für die Bildungsvermittlung ruhten.
„Also die große Hoffnung war ja, dass man über die Ganztagsschule mehr Bildungsgerechtigkeit erreicht. Und da muss man sagen, sind wir eigentlich kaum weitergekommen. Aus unterschiedlichen Gründen. Der eine Grund ist, dass wir einfach die Lehrkräfte nicht haben für einen qualitativen Ausbau von Ganztagsschulen. Und man muss auch ganz ehrlich sagen, dass der Großteil der Bevölkerung zwar sagt Ja, ich möchte mehr Ganztagsangebote. Aber wenn es darum geht, Kinder in verpflichtende Ganztagsschulen zu schicken, also jeden Tag am Nachmittag, dann ist es plötzlich nur noch eine kleine Minderheit. Die Leute wollen Flexibilität, sie wollen die Kinder mal in der Schule lassen, können aber dann auch wieder zu Hause haben. Und deswegen ist die Ganztagsschule in Deutschland eigentlich nicht gut vorangekommen. Wir haben immer noch ein Halbtagsschulsystem, wenn man es im internationalen Vergleich sieht.“
Ralf Schuler
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