Neue Horror-Droge: „Tranq“ verwandelt Menschen in Zombies
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Eine neue Horror-Droge erobert die USA. Szenen wie aus einem Zombie-Film: Menschen, die regungslos auf dem Boden liegen oder mit gebeugtem Oberkörper, die Arme schlaff herunterhängend, auf dem Bürgersteig stehen. Die Körper übersät mit eitrigen Wunden, offenen Stellen bis zum Knochen. Sie alle konsumieren „Tranq“. Ein Mix aus dem synthetischen Opiat Fentanyl und dem Tierbetäubungsmittel Xylazin.
„Tödlichste Drogengefahr“, die USA je erlebt hat
Der oberste US-Drogenbeauftragte, Rahul Gupta, spricht von der „tödlichsten Drogengefahr, die unser Land je erlebt hat”. Seit Jahren schon sorgt Fentanyl für die meisten Drogentoten in den USA und hat damit Heroin abgelöst. Allein 2022 starben rund 110.000 Menschen an eine Überdosis. Ein Höchstwert. In knapp einem Viertel aller sichergestellten Fentanyl-Pillen wurde auch das Tier-Sedativum Xylazin nachgewiesen. 48 von 50 US-Bundestaaten haben die neue Droge bereits registriert. Nicht verwunderlich, dass die Todesfälle, die auf „Tranq“ zurückzuführen sind zwischen 2020 und 2021 um das Zehnfache zugenommen haben.
Genug Fentanyl, um ganz Amerika zu töten
Fentanyl allein ist 50 Mal stärker als Heroin und wird normalerweise als starkes Schmerzmittel, zum Beispiel für Krebspatienten verschrieben. Als billiger Heroin-Ersatz – 10 Gramm Fentanyl bringen den gleichen Gewinn wie 100 Kilo Heroin – hat es schon lange den Schwarzmarkt erobert. 2022 stellte die Drogenbehörde DEA 379 Millionen Dosen der Substanz sicher. Genug, um die gesamte Bevölkerung Nordamerikas zu töten. In Kombination mit Xylazin drücken die Kartelle den Preis weiter. Der Mix führt zu einem noch längeren Rausch, lässt die Blutgefäße zusammenziehen und dadurch Gewebe absterben. Vielen Abhängigen müssen Extremitäten amputiert werden. Problematisch ist außerdem, dass herkömmliche Mittel gegen Überdosen nicht anschlagen weil „Tranq“ kein reines Opiat ist.
„Tranq“ in Deutschland bisher wenig präsent
In Deutschland ist weder Fentanyl, noch „Tranq“ bisher ein Massenphänomen. „Noch gibt es hier keinen Nachschub-Mangel an Heroin“, sagt Rüdiger Schmolke, Referent für Beratung und Prävention beim Notdienst für Suchtmittelgefährdete und -abhängige Berlin e.V.
Aber auch in Europa sei man alarmiert, denn der Spottpreis von Fentanyl könne auch hier zu einem Problem werden. „Unsere Drogenberater sind darauf sensibilisiert“, sagt Schmolke.
Dennoch: Durch den Sozialstaat hätten die Abhängigen in Deutschland weniger Notwendigkeit, auf billige Substanzen umzusteigen. „Der Verfolgungsdruck im öffentlichen Raum ist in den USA deutlich höher“, sagt der Sucht-Experte. Hier könnten Menschen in Drogenkonsumräumen getestete Substanzen zu sich nehmen. Durch diese Strukturen sei es „einfacher, sich regelmäßig mit Opiaten zu versorgen.“
Emilie Brummel
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