Neue Studie: Deutsches Klima-Institut arbeitet für Angstmache mit „irreführenden, konstruiertem Szenario“
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Eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) sorgt derzeit für Aufsehen: „19 Prozent Einkommensverlust weltweit durch Klimawandel“. Der frühere Umweltsenator von Hamburg, Professor Fritz Vahrenholt, erklärt bei NIUS, wie die Studienautoren Angst schüren. Brisant: Sogar Wissenschaftler des Weltklimarats (IPCC) halten es für irreführend, mit dem in der Studie genutzten „Worst-Case-Szenario“ zu arbeiten.
Die Pressemitteilung des Klima-Instituts resümiert das Ergebnis der in der Fachzeitschrift Nature erschienenen Studie wie folgt: „Selbst wenn Treibhausgas-Emissionen ab heute drastisch reduziert würden, müsste die Weltwirtschaft aufgrund des Klimawandels bis 2050 bereits mit einem Einkommensverlust von 19 Prozent rechnen“. Laut den Studienautoren seien die durch den Klimawandel verursachten Schäden „sechsmal höher als die Vermeidungskosten zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf zwei Grad“.
Die Tagesschau übernimmt diese dramatischen Behauptungen unkritisch: „Der Klimawandel bedroht die Weltwirtschaft“, titelt das ARD-Format. Und das sei sogar der Fall, wenn die Treibhausgase drastisch gesenkt werden würden. Andernfalls würden jedoch noch „deutlich größere wirtschaftliche Schäden“ drohen. Zum Hintergrund: Die Studie basiert auf den mathematisch modellierten Zukunftsszenarien des IPCCs. Deren Berichte sind die Grundlage internationaler Klimapolitik, auch der Ampel-Regierung.
Ein „immer wieder gemachter, unsäglicher Trick“
Aber gibt es wirklich Grund zu Beunruhigung und harten grünen Klimamaßnahmen, wie die Studie nahelegt? Professor Fritz Vahrenholt (SPD), früherer Umweltsenator von Hamburg, sagt gegenüber NIUS: „Die Studie arbeitet mit einem immer wieder genutzten, unsäglichen, aber ganz einfachen Trick. Sie nutzt eine extrem unrealistische Prognose aus den IPCC-Berichten, das Szenario 8.5, das auch unter IPCC-Wissenschaftlern nicht als Rechtfertigung für politische Entscheidungen akzeptiert wird.“

Fritz Vahrenholt kritisiert die Angstmache in der Klimapolitik auf wissenschaftliche Weise.
Dieses Worst-Case-Szenario geht von der Annahme aus, dass die CO2-Emissionen ungebremst steigen. Es zu verwenden, sei „inakzeptabel“, so Vahrenholt. Der ehemalige Politiker nennt es ein „konstruiertes Szenario, um die Welt in Angst zu versetzen“. Vahrenholt weist darauf hin, dass die amerikanische Biden-Regierung beispielsweise von dem moderaten IPCC-Szenario 4.5 ausgeht, wonach die CO2-Emissionen bis 2050 eben nicht drastisch zunehmen, sondern eher konstant bleiben.
Nicht nur der frühere Umweltsenator hält es für falsch, mit dem Worst-Case-Szenario Politik zu machen. Auch die IPCC-Autoren Glen Peters und Zeke Hausfather halten das verwendete Szenario für „irreführend“. Glen Peters gehört zu den Hauptautoren des aktuellen sechsten IPCC-Berichts.
Die beiden IPCC-Wissenschaftler forderten ebenfalls in Nature, man soll damit aufhören, „das Worst-Case-Szenario für die Klimaerwärmung als das wahrscheinlichste Ergebnis zu betrachten – realistischere Ausgangssituationen sorgen für eine bessere Politik.“

Das Worst-Case-Szenario ist das IPCC-8.5-Sznerario, auf das sich die Potsdam-Studie bezieht.
Die IPCC-Wissenschaftler kritisieren also exakt das, was die Wissenschaftler vom Klima-Institut in Potsdam getan haben: mit unrealistischen Horror-Szenarien Politik machen.
Realistisch, so Vahrenholt, sei stattdessen das moderate IPCC-Szenario 4.5, das bis 2050 mit gleichbleibenden Emissionen und, so Vahrenholt, einem Anstieg der globalen Temperatur von 1,5 bis 1,8 Grad rechnet.
Ein Blick in die Studie zeigt: Das moderate Szenario 4.5 wird in der Potsdam-Studie schlicht nicht verwendet. Es taucht in der gesamten Studie nicht auf. Vergleichen Sie diese beiden Grafiken:

Links: Grafik aus der Potsdam-Studie. Rechts: Grafik aus dem aktuellen IPCC-Bericht. Man sieht: Links fehlen die moderaten Szenarien.
Vahrenholt kommt NIUS gegenüber zu dem Schluss: Es handelt sich bei der Potsdamer Klimastudie um „aktivistische Wissenschaft“.
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Felix Perrefort
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