New York Times rudert bei Gaza-Foto zurück – Kind war nicht Opfer von Hunger, sondern schwer krank
Ein Beitrag von
Es war ein Foto, das um die Welt ging und Hass gegen Israel geschürt hat. Nun hat die New York Times eine nachträgliche „Editor’s Note“ veröffentlicht: Das Bild eines ausgemergelten Kleinkinds, das weltweit Empörung über eine angebliche Hungersnot in Gaza auslöste, war irreführend.
Der Junge leidet an einer schweren genetischen Erkrankung. NIUS hatte bereits am Samstag darüber berichtet, noch einen Tag vor Journalist David Collier, der präzise Informationen zu den Namen der Krankheit recherchiert hatte.
„Betrügerische Fotos“
Das Foto war ursprünglich mit der Schlagzeile „Young, old and sick starve to death in Gaza“ erschienen und hatte international Entsetzen ausgelöst. Neue Recherchen – unter anderem durch den britischen Journalisten David Collier – zeigen jedoch: Die medizinischen Akten des Jungen widersprechen der Darstellung.
Kritiker werfen der Zeitung vor, damit gezielt ein emotional aufgeladenes Bild propagiert zu haben – und erst auf öffentlichen Druck reagiert zu haben. Zudem werde es nicht in der gleichen Reichweite und Sichtbarkeit revidiert, wie sie es zuerst publiziert hatten. Die Times machte die Korrektur nicht auf ihrem Hauptaccount auf X publik, auf dem sie satte 55,1 Millionen Follower hat – sondern auf einem Nebenaccount mit gerade einmal 89 Tausend Followern.
Journalist David Collier kommentiert auf X:
„Es macht keinen Spaß. Erst wurde die BBC gezwungen, einen Dokumentarfilm zu depublizieren, weil der Star der Sohn eines Hamas-Ministers war. Nun müssen die meisten Mainstream-Medien eingestehen, dass sie betrügerische Fotos verwenden. Wir können Medien, die uns fortwährend belügen, unmöglich vertrauen.“
Mehr dazu erfahren Sie hier: Hamas-Propaganda im Gaza-Krieg: Mit diesen Bildern macht die Medienwelt sich schuldig
Große deutsche Medien nutzten das manipulative Foto
Auch in Deutschland wurde das Foto prominent genutzt. Das ZDF heute journal nutzte es in seiner Sendung vom 23. Juli.

Die Veröffentlichung der manipulativen Fotos ist in den großen deutschen Medien noch nicht korrigiert worden.
Die Zeit machte groß mit ihm auf:

Auch Die Zeit nutzte das Foto für eine pompöse Anklage.
Der Stern nutzte es noch am Dienstag. Anfragen von NIUS ließen das ZDF, Stern sowie Die Zeit bislang unbeantwortet.
Der Fall zeigt: Bilder werden zur Täuschung eingesetzt, besonders im Krieg – und besonders gegen Israel. Und sie bleiben haften, weil die Korrektur deutlich weniger Menschen mitbekommen.
Lesen Sie auch:
Warum wird das Mehl knapp, aber nicht die Munition? Die sechs unbequemen Fragen zum Gaza-Konflikt
Felix Perrefort
Artikel teilen
Kommentare