„Nimm mich nicht, ich bin zu jung”: Kinder berichten über ihre 50 Tage als Hamas-Geiseln
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Nach dem barbarischen Angriff der Terrororganisation Hamas auf den Staat Israel wurden über 200 Menschen entführt. Die Hamas und der Palästinensische Islamische Dschihad verschleppten Zivilisten und wollen mit ihnen palästinensischen Terroristen aus israelischer Gefangenschaft freipressen.
Nach Angaben des israelischen Regierungssprechers Eylon Levy befinden sich derzeit noch 161 der rund 240 Menschen in Geiselhaft. Davon sind 146 Israelis, 15 sind Ausländer. Zwei Geiseln wurden in der Gefangenschaft getötet.
Geisel-Deals wurden inzwischen mehrfach vorgenommen. Die freigelassenen Opfer erzählen Fürchterliches aus der Gefangenschaft: weibliche Gefangene wurden in Käfigen gehalten, es gab kein regelmäßiges Essen, als Bett dienten in einigen Fällen drei zusammengebundene Stühle.
Während die eingetauschten Palästinenser zum großen Teil Terroristen waren, finden sich unter den befreiten Israelis Frauen, Kinder und Rentner.
NIUS erzählt die Geschichten einiger befreiter Geiseln:
Eitan Yahalomi
Der 12-jährige Eitan Yahalomi wurde gleich nach seiner Ankunft in der palästinensischen Geiselhaft brutal verprügelt.
„Als er in Gaza ankam, verprügelten ihn alle Bewohner, alle. Er ist ein 12-jähriges Kind“, berichtete Eitans Tante Deborah Cohen dem französischen Fernsehen und fügte hinzu: „Jedes Mal, wenn eines der Kinder dort weinte, bedrohten sie es mit Gewehren, um es zum Schweigen zu bringen“.

Eitan musste sich Aufnahmen des Massakers anschauen.
Die ersten 16 Tage verbrachte Eitan eingesperrt, völlig isoliert, verriet seine Großmutter der Haaretz.
Doch nicht nur das: Die Terroristen zwangen Eitan, Videos vom Massaker am 7. Oktober zu schauen. Videos, die die Hamas mit Bodycams und Handys aufgenommen hat. Zu sehen waren brutalste Verbrechen. Das Kind musste sich anschauen, wie Menschen ermordet wurden. Der Junge hat in der Gefangenschaft stark abgenommen und ist sichtlich traumatisiert heimgekehrt. Laut seiner Tante kann er weder lächeln noch wirklich sprechen.
Das Schicksal von Eitans Vater bleibt vorerst ungewiss, er befindet sich weiterhin in der Geiselhaft der Hamas. Viele der Israelis, die nun wieder frei sind, haben Verwandte, die weiterhin als Geisel gehalten werden.
Yagil und Or Yaakov
Die Brüder Yagil und Or waren allein zu Hause und versteckten sich in einem Sicherheits-Raum, als die Terroristen angriffen. Ihre Mutter, Renana Gome, erzählt von dem schrecklichen Anruf ihrer Söhne, in dem sie flüsternd um Hilfe baten. Or versuchte verzweifelt, die Tür zu zuhalten, wurde jedoch von den Terroristen überwältigt. Yagil flehte: „Nimm mich nicht, ich bin zu jung.“ Dies waren die letzten Worte, die Renana Gome von ihrem jüngeren Sohn hörte, bevor die Entführer ihr mitteilten, dass sie ihre Söhne in ihrer Gewalt hatten.

Die Brüder Yagil und Or Yaakov waren alleine zu Hause, als Hamas-Terroristen dort einfielen und sie entführten.
Während Yagil und Or nun frei sind, bleibt das Schicksal ihres Vaters Yair und seiner Freundin Meirav weiterhin ungewiss. Sie befinden sich immer noch in der Gewalt der Hamas in Gaza.
Der Trickfilm „Disaster“ illustriert die Entführung:
Emily Hand
Nach fast 50 Tagen in der Gewalt der Hamas in Gaza wurde die irisch-israelische Emily Hand, Tochter von Thomas Hand aus Dublin, endlich freigelassen.
Thomas Hand verriet CNN, dass seine Tochter, die während ihrer Gefangenschaft neun Jahre alt wurde, nach ihrer Freilassung nur flüstern konnte. Emily, die bei dem Überfall der Hamas auf ihren Wohnort, den Kibbuz Be’eri, während einer Übernachtungsparty entführt wurde, glaubte, dass ihr Vater ebenfalls entführt worden sei und litt Todesängste. Während ihrer Gefangenschaft verlor sie mehr als drei Kilogramm Gewicht.

Emily konnte nach ihrer Heimkehr nur noch flüstern – die Hamas zwang sie dazu, leise zu sein.
Thomas Hand, der zunächst geglaubt hatte, seine Tochter sei bei dem Überfall ums Leben gekommen, beschrieb das Wiedersehen mit ihr als überwältigend, aber auch erschütternd. „Das Schockierendste und Beunruhigendste am Wiedersehen mit ihr war, dass sie nur flüsterte, man konnte sie nicht hören. Ich musste mein Ohr an ihre Lippen legen“, sagte Thomas Hand. „Sie war darauf konditioniert, keinen Laut von sich zu geben.“
Emiliy ging davon aus, ein Jahr in Gefangenschaft gewesen zu sein. Sie wurde unter ständigem Beschuss von Haus zu Haus gebracht, um der israelischen Armee zu entkommen, anstatt, wie ihr Vater erst vermutete, in den Tunneln unter Gaza festgehalten zu werden.

Thomas und seine Tochter Emily nach der Wiedervereinigung.
Thomas Hand betonte, dass er alles tun werde, um Emilys Gefühl von Sicherheit und Wohlbefinden wiederherzustellen. Derzeit wird sie in einem Krankenhaus in der Nähe von Tel Aviv von Spezialisten für Kindheitstraumata behandelt.
Nach einem Tweet des irischen Premierministers Leo Varadkar kam es zum Eklat. Varakdar äußerte seine Freude darüber, dass Emily „wiedergefunden“ wurde und erwähnte weder den Terror noch die Hamas. Der erzürnte israelische Premierminister Herzog lud Varakdar nach Israel ein, damit er sich ein Bild von der Lage machen kann.
MMA-Ikone Conor McGregor ging Varakdar für diese Wortwahl in einem Post auf X an:

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Ohad Munder
Der kleine Ohad, der als „aufgeweckter Junge, der Fußball und Tennis spielt und gerne Rubik’s Cube löst“ beschrieben wird, wurde in einem Kinderkrankenhaus mit seinem Vater wiedervereint.

Ohad verbrachte seinen neunten Geburtstag in Gefangenschaft.
Nach seiner Entlassung aß Ohad begeistert seine erste Mahlzeit, ein Schnitzel mit Kartoffelbrei. Am Abend feierte er mit Freunden seinen neunten Geburtstag nach, den er als Geisel verbringen musste. Überrascht wurde der kleine Liverpool-Fan, als eine israelische Fußballmannschaft zu Besuch kam, ihm einen Fanschal umhängte und ihn umarmte.
Roni Kriboy
Der 25-Jährige wurde von der Hamas entführt, als er bei einer Outdoor-Tanzveranstaltung arbeitete. Er wurde in einem bombardierten Gebäude festgehalten.

Die Hamas entließen Roni aus Respekt vor Moskau aus der Haft.
Es gelang ihm zu entkommen und mehrere Tage unterzutauchen, bevor er von Bewohnern Gazas aufgegriffen und wieder der Hamas übergeben wurde. Ronis doppelte Staatsbürgerschaft wurde zum Grund der Freilassung – die Hamas wollte damit ihren Respekt vor Moskau auszudrücken. Putin setzt sich intensiv für einen Waffenstillstand ein und sieht die Hamas als legitime Vertretung der Palästinenser.
Yaffa Adar
Die 85-jährige Yaffa Adar zählte die Tage in Gefangenschaft. Sie verlor dennoch nicht die Hoffnung, erzählt Yaffas Enkelin Advar. „Ich bin so stolz, ihre Enkelin zu sein“, sagt sie und fügt hinzu: „Es bedeutet mir sehr viel, dass sie wieder bei uns ist“.

Yaffa wurde befreit, ihr Enkel Tamir befindet sich weiterhin in den Händen der Hamas.

Yaffa Adar, von Hamas-Terroristen entführt.
Das berührende Bild, das die Entführung Yaffa Adars zeigt, ging um die Welt. In eine rosa Decke gewickelt sitzt sie ergeben in einem Golfwagen, um sie herum bewaffnete Hamas-Terroristen. Sie ist Bewohnerin des Kibbuz Nir Oz. Wie der Guardian berichtet, ist Yaffa Adar Mutter von drei Kindern, hat acht Enkel und sieben Urenkel. Einer ihrer Enkel, der 38-jährige Tamir Adar, befindet sich noch immer in Gefangenschaft der Hamas.
Weiterhin in den Händen der Hamas
Ofir Engel, der während seiner Gefangenschaft 18 Jahre alt wurde und entführt wurde, als er seine Freundin im Kibbuz Be’eri besuchte, wird immer noch in Gaza festgehalten. Auch die 13-jährige Gali Tarshanky, deren 15-jähriger Bruder Lior am 7. Oktober getötet wurde, befindet sich nach wie in Geiselhaft, genauso wie Amit Shani (16), Liam Or (18), Bilal Ziyadne (18), Aisha Ziyadne (17) und Itay Regev (18).
Raaya Rotem, deren 13-jährige Tochter Hila Rotem Shoshani zusammen mit der 9-jährigen Emily Hand am Samstagabend freigelassen wurde, bleibt trotz der israelischen Forderung, Familienmitglieder zusammenzuhalten, in Haft, berichtet die Jewish Chronicle.
NIUS liegen Informationen vor, dass die deutsche Geisel Arbel Yehud vom Palästinensischen Islamischen Dschihad in Khan Yunis, im Süden des Gazastreifens, festgehalten wird. Obwohl die Hamas und ihr Führer Sinwar nicht über alle Informationen hinsichtlich der genauen Aufenthaltsorte der Geiseln vom 7. Oktober haben, verhandeln sie über ihre Freilassung. Nach Informationen von NIUS weiß die Hamas-Führung nicht, wo in Gaza die Geisel Arbel Yehud festgehalten wird.
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Redaktion
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