„Plurale Besetzung“: Günther-CDU in Schleswig-Holstein schenkt Grünen-Politikerin Platz im NDR-Rundfunkrat
Ein Beitrag von
Eine Rundfunkrätin des NDR, die Mitglied bei den Grünen ist, gab kürzlich zu, wie sie unmittelbaren Einfluss auf die Tagesschau nahm. Jessica Kordouni will dafür gesorgt haben, dass in der Nachrichtensendung mehr über Anti-AfD-Demonstrationen berichtet wird, die Bauernproteste aber keine so große Rolle mehr spielen.
So verkündete sie stolz bei X: „Gestern hatten wir ein sehr konstruktives Gespräch im Ausschuss mit dem Chef der Tagesschau. Die Fehleinschätzung über die Bedeutung der Demos wurde bereits Montag aufgearbeitet.“ Dahinter setzte sie den Hashtag: #demogegenrechts.
Das Interessante dabei ist: Es waren nicht die Grünen, die Kordouni in den Rundfunkrat entsendeten, sondern die schleswig-holsteinische CDU unter Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Wie kann das sein?
„Es ist korrekt, dass Frau Jessica Kordouni im September 2022 formal von der CDU Schleswig-Holstein für den NDR-Rundfunkrat 2022 bis 2027 benannt wurde“, heißt es aus der Pressestelle der Union in Schleswig-Holstein. Der CDU hätten aufgrund des Wahlergebnisses bei der Landtagswahl im Mai 2022 zwei Plätze im NDR-Rundfunkrat zugestanden.

Jessica Kordouni freute sich über ihren Einfluss bei der Tagesschau.
Grünen wollten einen der Plätze im NDR-Rundfunkrat
Tatsächlich nutzte die Partei aber nur einen dieser Plätze. Offenbar ließ man sich von den Grünen überreden, einen dieser Plätze abzugeben: „Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen wurde im Sinne einer pluralen Besetzung des NDR-Rundfunkrates vereinbart, einen der beiden Plätze dem Koalitionspartner zur freien Benennung einer Person zu überlassen.“ Auf Wunsch der Grünen sei daher Jessica Kordouni für den NDR-Rundfunkrat benannt worden. „Frau Kordouni spricht in ihrer Funktion als NDR-Rundfunkrätin für sich selbst und nicht für die CDU Schleswig-Holstein“, stellt die CDU klar.
Jessica Kordouni war bis August 2022 Mitglied der Kieler Ratsfraktion für die Grünen. Im Mai 2019 rief die Stadt Kiel symbolisch den Klimanotstand aus. An diesem Antrag hatte sie als Fraktionsvorsitzende der Grünen maßgeblich mitgearbeitet.
Lesen Sie auch:
Grüne gibt zu, wie sie direkt Einfluss auf die Tagesschau nimmt!
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare