Polizisten sprechen bei NIUS über den Messer-Horror: „Alle Kollegen wissen – auch ich könnte jetzt tot sein“
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350.000 Polizisten halten in Deutschland ihren Kopf für die Sicherheit der Bevölkerung hin – einer von ihnen, Rouven L., hat diesen Einsatz mit dem Leben bezahlt, weil ein islamistischer Attentäter aus Afghanistan töten wollte. Sulaiman A. wollte Michael Stürzenberger töten, weil dieser von seinem Grundrecht auf Meinungsfreiheit Gebrauch machte und den Islam kritisiert – dieses Grundrecht wollte Rouven L. verteidigen und ist nun tot.
NIUS hat mit Polizisten aus ganz Deutschland gesprochen, auch mit Beamten aus Mannheim und Umgebung, die um einen Kollegen trauern – alle wollen anonym bleiben, um Anfeindungen und dienstrechtlichen Konsequenzen aus dem Weg zu gehen. Viele berichten Ähnliches ...
Etwa Manuel. Er kannte Rouven vom Sehen, war zwei Jahre in Mannheim im Einsatz: „Unter den Mannheimer Kollegen weiß jeder: Es hätte jeden treffen können, jeder von ihnen könnte jetzt tot sein – was dem Rouven passiert ist, war nur eine Frage der Zeit und es wird wieder passieren“, sagt Manuel (Name von der Redaktion geändert) zu NIUS. Er war bis vor einiger Zeit in der Neckarstadt in Mannheim im Dienst, kannte Rouven L. vom Sehen. Inzwischen hat sich Manuel aber versetzen lassen, „weil ich kein Bock mehr auf die Scheiße hatte“, wie er sagt.
Nach dem schrecklichen Angriff hatte er viel Kontakt zu den Ex-Kollegen, um sich nach Rouvens Zustand zu erkundigen, um Beistand zu leisten. Manuel sagt: „Die Stimmung ist so schlecht, wie es nur geht.“

Die Polizei trauern um einen Kollegen.
„Die halten uns für Menschen zweiter Klasse“
Mannheim beschreibt Manuel als „hartes Pflaster“, in dem Messer und Gewalt inzwischen an der Tagesordnung seien: „Die meisten, die wir aus diesem Milieu kontrollieren, die polizeilich relevant sind, haben ein Messer in der Tasche – das gehört offenbar zur Grundausstattung wie bei mir Schlüssel und Geldbeutel. Es sind natürlich nicht alle Muslime so, wir haben großartige Kollegen, die sich integriert haben – aber die Radikalen eben. Die halten uns für Ungläubige, für Menschen zweiter Klasse und behandeln uns Polizisten auch so, weil sie uns als Staatsmacht nicht akzeptieren.“
Deshalb überlegt er, die Dienstwaffe an den Nagel zu hängen: „Als Polizist erlebe ich jeden Tag, was auf den Straßen abgeht, wir riskieren unser Leben – aber für diese Politik, wenn sich nichts ändert, bin ich nicht mehr bereit, den Arsch hinzuhalten.“
„Ich habe Angst vor Messer-Angriffen“
„Ich bin heute Morgen mit starken Bauchschmerzen in den Dienst gegangen. Man bekommt die Bilder nicht aus dem Kopf und ich muss sagen: Ich habe echt Angst vor Messer-Angriffen. Lieber eine Schlägerei oder sonstwas, aber kein Messer“, sagt Elisa (Name von der Redaktion geändert) zu NIUS. Die 29-Jährige arbeitet als Polizistin im an Mannheim angrenzenden Polizeipräsidium Karlsruhe – bei größeren Einsätzen greift man sich mit den Kollegen aus Mannheim unter die Arme, man kennt sich von gemeinsamen Einsätzen bei der Bereitschaftspolizei.

Hunderte Kerzen und Blumen für den verstorbenen Rouven
Die Stimmung im ersten Dienst nach dem Messer-Attentat sei katastrophal gewesen: „Eigentlich alle sind sich einig, dass dringendst etwas passieren muss, dass es so nicht weitergehen kann, dass wir Polizisten besser geschützt und ausgestattet werden müssen, dass wir aber auch über die Ursache des Problems sprechen müssen. Und das ist nun mal in vielen Fällen leider die Zuwanderung. Wir sehen das an vorderster, ungefilterter Front. Die meisten Kollegen sind wie ich stinksauer und werden jetzt auch bei der Europawahl entsprechend wählen. In der Hoffnung, dass sich bitte bitte bitte endlich etwas ändert.“
„Es gibt unglaublich viel Ohnmacht, weil man sich von der Politik alleingelassen fühlt“
Christopher (Name von der Redaktion geändert) ist Polizist im Polizeipräsidium Mannheim – nach dem schrecklichen Angriff gab es unter den Kollegen nur ein Thema: „Es gibt unglaublich viel Unmut, unglaublich viel Unzufriedenheit und auch Ohnmacht, weil man sich von der Politik alleingelassen fühlt.“ Hauptaufgabe eines Polizeibeamten sei die Gefahrenabwehr, sagt er: „Das heißt, einzugreifen, bevor es zu einem Schadenseintritt kommt. Konkret im Fall Mannheim ist das auf die anhaltende und verheerende Einwanderungspolitik zurückzuführen. Hier hätten schon viele andere Taten präventiv verhindert werden können.“
Das große Problem, so der Polizeibeamte, sei jedoch, dass viele Polizisten nur hinter vorgehaltener Hand über die Probleme sprechen würden. „Zu groß ist die Gefahr, in eine Ecke gestellt oder fertig gemacht zu werden – von dienstlichen Konsequenzen ganz zu schweigen.“
Christopher ist Aufstiegsbeamter, das heißt, er arbeitet mit einem Studium am Aufstieg vom mittleren in den gehobenen Dienst – mit den Inhalten ist er nicht einverstanden: „In der Polizeihochschulen wird ein großer Fokus darauf gelegt, dass die jungen Kollegen den älteren erklären, wie sie sich angepasst an den woken Zeitgeist auszudrücken haben, um niemandem auf den Schlips zu treten. Auch zeigt man uns, wie man Kollegen wunderbar anonym für ein falsches Verhalten anschwärzen kann – kein Wunder, dass keiner was sagt, obwohl die Stimmung schlecht ist“, erklärt er.

Nach der Messerattacke mit mehreren Verletzten in Mannheim sichern Polizeibeamte eine Menschenkette ab, bei der Bürger gegen Extremismus und Gewalt demonstrieren.
„Er wollte mich verfolgen und mir den Kopf abschneiden“
Julian (Name von der Redaktion geändert) ist Polizist in Hamburg. Er berichtet gegenüber NIUS von einer Mord-Drohung eines Islamisten: „Ich hatte in der Nähe des Hauptbahnhofs einen Einsatz, weil drei – später als radikalisiert und polizeibekannt festgestellte – südländische Männer auf einem Spielplatz laut predigen. Als wir vor Ort ankamen, sah man uns und attackierte uns. Zum Glück ohne Messer oder anderer Waffe.“
Die Beamten konnten die Hass-Prediger zu Boden ringen, Julian fixierte den Anführer. Weiter erzählt er: „Er sah mir dabei in die Augen und sagte, er wisse nun, wie mein Gesicht aussieht und wo ich arbeite. Er würde mich nach Dienstschluss nach Hause verfolgen und wird mir heute Nacht den Kopf abschneiden.“
Als Polizist würde man jeden Tag verhöhnt oder bedroht, sagt Julian, „aber diese Drohung war ernst gemeint, so habe ich es in seinen Augen gesehen“. Nach dem Einsatz sei er bewusst einen Umweg nach Hause gefahren, um mögliche Verfolger in die Irre zu führen. Das ungute Gefühl sei bis heute vorhanden.
„Ich hatte nicht einen Tag das Gefühl, dass die Regierung hinter einem steht“
Jens (Name von der Redaktion geändert) war acht Jahre als Bundespolizist in Sachsen aktiv, im März dieses Jahres hat er aufgehört: „Um es kurzzufassen: Ich hatte nicht einen Tag das Gefühl, dass die Regierung hinter einem steht. Aufgrund der großen Einstellungslücke in den letzten 20 Jahren wurde versucht seit 2016 krampfhaft viele neue Leute anzuwerben, um diese Lücke wieder aufzufüllen. Was ich damit sagen möchte ist, dass die aktuell steigende Kriminalität mit Präventionsarbeit nicht mehr zu bewältigen ist. Der Fall in Mannheim hat mich stark erschüttert und gezeigt, dass wir viel früher handeln müssen. Die Gewaltbereitschaft der Asyl-Bewerber und die damit oft verbundene radikalen Ansichten von Religion und Glaube dürfen in unserem Land nicht geduldet werden.
In Bezug auf mich selbst bin ich froh, dass ich nicht mehr auf die Straße muss, um den Mist auszubaden, den die Regierung mit der mangelnden Asylpolitik verzapft hat.“
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