Reaktionen auf Merz’ Kabinett-Debakel: „Eine Demütigung für alle Beteiligten“
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Der Kabinettsumbau von Bundeskanzler Friedrich Merz entwickelt sich kommunikativ zum Fiasko. Nachdem zunächst bekannt wurde, dass Verkehrsminister Patrick Schnieder seinen Mitarbeitern seine Entlassung per SMS ankündigte, Merz auf der Pressekonferenz aber keinen Nachfolger präsentieren konnte, kommen auf X nun scharfe Reaktionen. Mit Spott und Kritik wird nicht gespart.
Welt-Journalist Robin Alexander kommentiert den Ablauf mit beißender Ironie: „Ich werde der Versuchung widerstehen, diese Regierungsumbildung als Odyssee zu beschreiben.“

„Das muss man erst mal schaffen …“
Bild-Vize Paul Ronzheimer bringt es auf den Punkt: „Friedrich Merz betont in seiner PK, dass seine ‚Reform-Regierung‘ sehr erfolgreich laufe, um dann im Sinne von ‚never change a winning Team‘ sehr viele Posten auszuwechseln. Gleichzeitig kann ich mich nicht erinnern, dass schon einmal ein Bundeskanzler einen Minister (ohne vorherigen Skandal) rausgeworfen hat, aber keinen Nachfolger benennen konnte, weil die Wunsch-Person am Morgen absagt. Und warum kündigt man einfach mal so in einer PK an, dass es einen weiteren Umbau gibt, ohne Details zu nennen?“

In einem weiteren Beitrag legt Ronzheimer nach: „Das muss man erst mal schaffen. Im Sommer-Interview austeilen, dass ‚die Medien‘ ihn nur schlechtreden, um dann wenige Tage später den ‚Neuanfang‘ komplett zu verstolpern und für Chaos zu sorgen. Das ist der Bundeskanzler, der als Oppositionsführer über Olaf Scholz sagte: ‚Sie sind ein Klempner der Macht!‘“

„Da holpert es wieder gewaltig“
Handelsblatt-Journalist Julian Olk, der die Schnieder-SMS als erster zeigte, schreibt: „Da holpert es wieder gewaltig: In dieser SMS, die @handelsblatt vorliegt, bestätigt Verkehrsminister #Schnieder seine Entlassung. Merz würde das in PK verkünden. Das hat der Kanzler aber nicht getan. Der Grund: Nachfolger #Güntzler hat laut @JuliusBetschka abgesagt.“

Daniel Eck, Autor bei Table-Briefings, zeigt ein witziges Meme und nimmt in einem weiteren Post den Regierungssprecher ins Visier: „Bei all dem Chaos jetzt sollte man vielleicht auch mal den Regierungssprecher hinterfragen. Wie können seit Monaten permanent die Kommunikation und strategischen Abläufe in die Grütze geritten werden?“

„Merz schafft es irgendwie immer, schlecht dazustehen“
Auch aus der Politik kommt scharfe Kritik. AfD-Chefin Alice Weidel erklärt: „Merz wollte mit seiner Kabinettsumbildung den großen Wurf landen, produziert hat er stattdessen noch mehr Chaos. Diese Selbstbeschäftigung wird den vielfältigen und selbst verursachten Problemen im Land nicht gerecht. Deutschland braucht Neuwahlen.“

FDP-Politiker Martin Hagen schreibt: „Chaostage in der Bundesregierung. Merz nannte seinen Vorgänger mal einen ‚Klempner der Macht‘ – er selbst beweist Tag für Tag, dass er das politische Handwerk nicht beherrscht.“

FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki schonungslos wie immer: „Merz schafft es irgendwie immer, schlecht dazustehen. Eine einzige öffentliche Demütigung für alle Beteiligten.“

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