Sie mögen uns nur, wenn wir applaudieren: Grüne wollen Heul-Foto zensieren
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Das Foto zeigt die Gefühle einer gescheiterten Kandidatin: Tanja Prinz sollte am Wochenende zur Landeschefin der Grünen in Berlin gewählt werden. Doch die Mitglieder ließen die Spitzenkandidatin gleich dreimal durchfallen.
Nach dem zweiten gescheiterten Versuch beriet sich Prinz mit ihren Unterstützern, um dann im dritten Wahlgang nur noch 41 Ja-Stimmen und 104 Nein-Stimmen zu bekommen (zwei Enthaltungen). Ein vernichtendes Ergebnis. Auf einen vierten Wahlgang verzichtete Prinz, ihre Worte zum Abschied: „Vielen Dank, frohe Weihnachten!“ Danach flossen die Tränen, ein Fotograf der deutschen Presseagentur hielt den Moment fest. Der Parteitag wurde später abgebrochen.
Focus, die Berliner Zeitung, Bild und andere Medien verbreiteten das Foto, das die enthemmt heulende Politikerin zeigt. Der RBB titelte: „Gescheiterte Wahl – Kandidatin für Landesvorstand der Berliner Grünen verlässt unter Tränen den Saal.“
So weit, so demokratisch.

Da war noch alles in Ordnung: Prinz VOR der gescheiterten Wahl
Was danach geschah, ist bemerkenswert: Mehrere Grünen-Politiker und Mitglieder kritisierten öffentlich die Verbreitung des Nachrichten-Fotos. Der ehemalige Berliner Grünen-Sprecher Christian Storch (weiter bekennendes Grünen-Mitglied) twitterte, es sei „unterste Schublade“, das Bild zu verwenden. Auf einem dazu passenden Screenshot packte er einen grauen Balken über die weinende Politikerin und schrieb in einem weiteren Post, man müsse Prinz nicht „persönlich diffamieren“.
Am Samstagabend meldete sich laut einem Bild-Bericht der amtierende Sprecher des Landesverbandes der Grünen, René Lutter, telefonisch bei der Zeitung. Er forderte, dass das Heul-Foto der Grünen-Politikerin aus dem Online-Artikel genommen wird. Zur Begründung sagte er: „Man muss sie schützen“. Das Medium lehnte ab.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Grünen mit einem merkwürdigen Verständnis von Pressefreiheit auffallen: NIUS wollte sich für den Bundesparteitag in Karlsruhe akkreditieren, um über das wichtige Beschlussorgan der Regierungspartei berichten zu können – und wurde ohne Angaben von Gründen nicht zugelassen. Die Botschaft auch hier: Wir mögen die Öffentlichkeit nur dann, wenn sie applaudiert. Kritik ist unerwünscht im grünen Bullerbü …
Redaktion
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