Sie trat bei Muslimbrüdern auf – jetzt moderiert sie für ein Projekt von Faesers Innenministerium
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Bei einem Förderprojekt des Innenministeriums wurde eine muslimische Kommunikationstrainerin als Moderatorin engagiert. Doch die Frau trat zuvor offenbar bei islamistischen Muslimbrüdern auf. Islamismus-Expertin Sigrid Herrmann schlägt bei NIUS Alarm: „Unterwanderung ist die übliche Strategie.“
Seit 2021 gibt es das Projekt „Bewegte Zukunft“, das sich die Frage stellt: „Was muss Sportdeutschland tun, um offener und diverser zu werden?“ Menschen mit Migrationshintergrund würden nicht ausreichend in Verbänden abgebildet werden. Bisher wurden Handlungsfehler herausgearbeitet, wie eine „Quote für Menschen mit Migrationsgeschichte“ in Sportstrukturen oder „Diversity Manager*in“ in Vereinen.
Das Modellprojekt des Bundesinnenministeriums (BMI) wird mitverwaltet von der ihr unterstehenden Behörde, dem Bundesamt für Migration (BAMF). BAMF und BMI fördern es mit: 449.400 Euro. Der Träger: der Deutsche Olympische Sportbund.
Innenministerin Nancy Faeser (SPD) selbst wirbt mit diesem Integrations-Projekt in ihrem Begleitprogramm zur Fußball-EM 2024 („Das Bundesinnenministerium unterstützt die UEFA EURO 2024 mit vielen konkreten Projekten“).

Zu dieser Veranstaltung moderierte Fatma Erol-Kilic.
Irritierend: Vor kurzem moderierte Fatma Erol-Kilic eine Veranstaltung des Projektes. Dabei ging es um eine Moderation in Köln unter dem Motto „Zukunft in Bewegung. Vom Mitspielen zum Mitgestalten“ (22. Juni). Das Problem: Erol-Kilic bewegte sich im Aktionsgeflecht der islamistischen Muslimbruderschaft-Szene.
Die Muslimbruderschaft (MB) ist die größte, einflussreichste Islamisten-Bewegung der Welt. Ihr Ziel ist die Errichtung eines politischen, gesellschaftlichen Systems auf Scharia-Grundlage. Ihren extremistischen Plan versuchen sie durch legale Mittel wie das Infiltrieren von politischen und gesellschaftlichen Bereichen zu umzusetzen.

22. Juni (Köln): Fatma Erol-Kilic steht zusammen mit der Referatsleiterin des Bundesamtes für Migration auf der Bühne und moderiert.
Sie stand zuvor auf einer Islamisten-Bühne
Im Jahr 2020 war Fatma Erol-Kilic als Referentin auf der muslimischen Jugendkonferenz „YouCon“ geladen. Dort stand sie fröhlich auf der Bühne. Doch zu der Zeit war bereits klar: Es handelt sich um eine islamistische Muslimbruder-Veranstaltung. So taucht YouCon schon 2016 im Berliner Verfassungsschutzbericht auf. Die Sicherheitsbehörden aus Baden-Württemberg rechneten es sogar dem „Aktionsgeflecht“ der MB zu.
Heißt: Das Event war im Visier des Verfassungsschutzes. Und: Dort nahmen jedes Jahr viele Szene-Salafisten und -Muslimbrüder teil.

Fatma Erol-Kilic auf dem Muslimbruder-nahen Event „YouCon“ im Jahr 2020.
YouCon wurde unter anderem von der „Deutsch Muslimischen Gemeinschaft“ (DMG) organisiert – die zentrale Deutschlandorganisation von MB-Anhängern. Schon 2013 nahmen an dem Jugendevent DIE Muslimbruder teil. Darunter: der berüchtigte Ibrahim El-Zayat, gerichtsfester Funktionär der Muslimbruderschaft – er sorgte mit seinem gesponnenen Moschee-Netz in Europa für Verbreitung der polit-islamischen Ideologie.

Links: Ibrahim El-Zayat auf der YouCon im Jahr 2013 (2.v.r.). Rechts: Ibrayhim El-Zayat vor kurzem für die „Internationale Union muslimische Gelehrter“ bei einer Konferenz in Südafrika (r.).
Der Muslimbruder-Kodex besagt: die Mitgliedschaft bis zum letzten Atemzug zu leugnen. Heute ist El-Zayat durch das europäische Moscheebau-Geschäft reich und tätig für die „Internationale Union muslimischer Gelehrter“, auch genannt als „höchste Autorität der Muslimbruderschaft“.
Auftritt bei weiterem umstrittenen Islam-Verein
Auch trat Fatma Erol-Kilic im selben Jahr bei dem muslimischen Verein „Inssan e.V.“ als Referentin auf. Schon seit seiner Gründung gilt der Verdacht: Vorsicht Muslimbrüder!
Denn als Inssan um 2007 auf Grundstücksuche für eine Moschee in Berlin ging, war es niemand anderes als: der damalige DMG-Chef Ibrahim El-Zayat, der einen Kaufvertrag unterzeichnete. Von 2007 bis 2009 wurde Inssan im Berliner Verfassungsschutzbericht als muslimbrudernah geführt. Der Innensenat teilte 2018 mit, dass einzelne Mitglieder „personelle Verbindungen“ zum „Islamischen Kultur- und Erziehungszentrum“ (IKEZ) haben, das 2017 als ein „Berliner Treffpunkt von Hamas-Anhängern“ eingeordnet wurde.

Zu der Zeit als Fatma Erol-Kilic bei Inssan auftrat, war Mohamad Hajjaj der Geschäftsführer (2015-2022). Auch er ist kein Unbekannter bei den Sicherheitsbehörden. Denn Hajjaj war zugleich auch Vorsitzender bei dem „Teiba Kulturzentrum“ – ein Verein, dem ebenfalls Verbindungen zur Muslimbruderschaft nachgesagt werden. Die Diskussionen darum: seit Jahren in Medien publik.
Mohamad Hajjaj war Stammgast auf der YouCon-Konferenz. Auch 2020 war er wie Erol-Kilic dort anwesend. Hajjaj selbst bestreitet Verbindungen zu Islamisten. Schon 2019 referierte Erol-Kilic mehrmals bei Inssan, auch bei einer Fachtagung, bei der Hajjaj anwesend war.

Der Berliner Islam-Funktionär Mohamad Hajjaj
Islamismus-Expertin schlägt Unterwanderungs-Alarm
Sigrid Herrmann ist Kennerin der Muslimbruder-Szene. Die Islamismus-Expertin sagt gegenüber NIUS: „Bemerkenswert bei der Moderatorin Fatma Erol-Kilic ist ihre angegebene Ausbildung am Islamologischen Institut Wien.“ Denn: „Diese Einrichtung hat deutliche Bezüge zur Muslimbruderschaft.“
Herrmann warnt: „Auch bei weiteren Tätigkeiten von Frau Erol-Kilic fällt immer wieder eine Nähe zu Organisationen auf, die diesem Spektrum, also der Muslimbruderschaft, zuzuordnen sind.“ „Entgrenzung und Unterwanderung sind übliche strategische Tools der Muslimbruderschaft. Es ist inakzeptabel, wenn eine Bundeseinrichtung nicht überprüft, aus welchen Zusammenhängen Referenten, Beauftragte oder andere, die von Steuermittel profitieren, herstammen“, kritisiert die Expertin.

Innenministerin Nancy Faeser (SPD)
„Feinden Bühne geboten mit Steuergeldern“
Innenexperte Christoph de Vries (CDU) betont bei NIUS: „Der frühere Chef des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, hat mehrfach gewarnt, dass Organisationen des legalistischen Islamismus, wie die Muslimbruderschaft, langfristig gefährlicher für Demokratie und Gesellschaft seien als gewaltbereite Islamisten.“

CDU-Innenexperte und Bundestagsabgeordneter Christoph de Vries
Denn sie unterwandern Parteien und Institutionen gezielt, „mit dem Ziel der Errichtung eines islamischen Gottesstaates nach den Regeln der Scharia“. Deshalb: „Ist höchste Vorsicht und maximale Distanz in Umgang mit solchen Organisationen und Akteuren geboten.“
De Vries deutlich: „Es ist fatal, wenn den Feinden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung von Politik und Staat noch eine Bühne geboten wird – mit finanzieller Förderung aus Steuergeldern.“ Der CDU-Abgeordnete fordert vom Bundesinnenministerium: „Ich erwarte, dass mutmaßliche Verbindungen zur Muslimbruderschaft sorgfältig geprüft werden.“
Auf NIUS-Anfrage äußerte sich Erol-Kilic nicht. Eine Sprecherin Innenministeriums teilte mit: „Träger des Projekts ist der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). Die Verantwortung für das Projekt liegt beim DOSB als Träger, weswegen wir Sie bitten, sich zu allen konkreten Fragen an den DOSB zu wenden.“
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Zara Riffler
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