Skandal um Putin-Honorare an ARD-Mann: Jauch-Sendung vom Kreml gekauft?!
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Der preisgekrönte TV-Journalist und „Putin-Kenner“ Hubert Seipel soll sich Hunderttausende Euro von Kreml-nahen Sponsoren zahlen lassen haben – in einer Jauch-Sendung gab er das sogar zu. Was als Scherz aufgenommen wurde, entpuppt sich nun als ein bitter-wahrer Medien-Skandal.
600.000 Euro soll Seipel in Form von „Sponsorenverträgen“ aus Russland erhalten haben, wie der Spiegel und das ZDF gemeinsam mit dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) aufgedeckt haben – zuletzt soll Seipel einen solchen Vertrag 2018 unterschrieben haben, doch auch 2013 soll es bereits eine ähnliche finanzielle Zuwendungsvereinbarung mit dem Kreml gegeben haben.

Seipel zeigt im Juni 2016 Putin sein Buch „Putin, die Logik der Macht“.
Seipel scherzte bei Jauch
Seipel scherzte im ARD-Talk von Günther Jauch sogar darüber, von Putin bestochen worden sein. Anlass der Diskussionsrunde im Januar 2014 war ein weltexklusives Interview, das Seipel mit dem Whistleblower Edward Snowden geführt hatte und wofür er später ein zweites Mal mit dem deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde.
Seipel damals: „Natürlich hat Putin mich instrumentalisiert, der hat mir 1 Million in die Schweiz überwiesen.“ Der NDR twitterte den Satz damals, ordnete ihn jedoch als „ironisch“ ein.
Heute ist klar: Das war kein Scherz, nur dass es nicht 1 Million Euro, sondern „nur“ 600.000 Euro von Kreml-nahen Sponsoren gewesen sein sollen.

Ein Screenshot aus dem Interview Seipels mit Whistleblower Edward Snowden.
Grüße aus Moskau?
NIUS hat den NDR um Zusendung der Sendung gebeten, nachdem diese nicht in den Mediatheken zu finden ist. Der NDR wies die Bitte zurück: „Der NDR prüft aufgrund der gegen Hubert Seipel erhobenen Vorwürfe rechtliche Schritte. Während der Überprüfung sind die Sendungen derzeit nicht mehr in der ARD Mediathek verfügbar.“
Der NDR gab außerdem an „bis jetzt keine Kenntnis davon“ zu haben, „dass Hubert Seipel Geld von russischer Seite erhielt“, wie eine Sprecherin mitteillte. Weiter hieß es: „Der NDR ist am 6. November durch eine Presseanfrage mit den Vorwürfen gegen den Autor Hubert Seipel konfrontiert worden. Aufgrund der Presseanfrage hat der NDR mit dem Autor Kontakt aufgenommen. Seipel hat dabei dem NDR gegenüber eingeräumt, er habe über zwei ,Sponsoring-Verträge' 2013 und 2018 Geld von Alexey Mordashov erhalten und erklärt, es sei für zwei Buchprojekte gewesen. Den Abschluss der Verträge hatte Seipel dem NDR gegenüber zuvor nicht offengelegt.“
Auch beim Management von Günther Jauch hat NIUS nachgefragt, ob dem Moderator bekannt war, dass Seipel aus Russland bezahlt worden sei – die Anfrage blieb unbeantwortet. Den Recherchen von Spiegel und ZDF zufolge dürfte Seipel auch schon damals mit Zahlungen aus Moskau „gesponsert“ worden sein.

Hubert Seipel im SWR-Interview mit Wolfgang Heim
Doch Seipel scheint nicht immer zum Scherzen aufgelegt, wenn finanzielle Zuwendungen Putins besprochen werden: „Honorar aus Russland? Direkt? Geht's noch?“, schimpfte Seipel in Richtung Moderator Wolfgang Heim, der ihn während eines Radio-Interviews für den SWR gefragt hatte, ob er jemals Honorar aus Russland bezogen habe.
Zuvor hatte Seipel noch berichtet, dass man eine bestimmte Nähe zu Politikern wie Putin brauche, „um überhaupt etwas herauszukriegen. In Berlin gibt es vielleicht 10 oder 12 Journalisten, die wirklich gut Bescheid wissen und nur deswegen, weil sie relativ nahe an den Politikern sind“, so Seipel. Und weiter: „Und Nähe heißt ja nicht Vereinnahmung.“
Die enthüllten „Sponsorenverträge“ legen anderes nahe.
Redaktion
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