So verlogen ist Hollywood: Ken auf Oscar-Kurs, für Barbie gibts nur Blumen
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Fast niemand ist im vergangenen Jahr am Barbie-Film vorbeigekommen: Jeder redete über den Film, an jeder Ecke konnte man Barbie-Merchandise kaufen, was damit endete, dass der Film an den Kino-Kassen über eine Milliarde Dollar einspielte. Neben Oppenheimer gab es keinen anderen Film, der so erfolgreich war. Häufig wurde einfach von „Barbenheimer“ gesprochen.

Plastik, Glitzer, Pink: Die stereotype Barbie in ihrer Plastik-Welt.
Der Film thematisierte aber auch das Lieblingsthema der Promis in Hollywood: Feminismus, übertriebene Schönheitsideale, weibliche Körper, Patriarchat und Sexismus. So entflieht die „Stereotyp“-Barbie aus ihrer heilen Plastik-Welt, in der nur Frauen das Sagen haben, in das reale Los Angeles. Dort entdeckt sie, dass das wahre Glück nicht von einer Cellulite freien Figur und einem perfekten Aussehen abhängt, sondern von Selbstbestimmung und Freiheit. Währenddessen erkennt Ken, dass in der realen Welt nur Männer regieren – und zettelt daraufhin in der Barbie-Welt eine patriarchale Revolution an.
Fakt ist: Einen guten Barbie-Film zu drehen, ist ein Wagnis: Denn seitdem Frauen denken können, wird die Barbie wegen ihrer absurden Körpermaße und Oberflächlichkeit von Feministinnen gehasst, während immer mehr Zuschauer von moralisierenden #MeToo-Belehrungen genervt sind. Die Regisseurin Greta Gerwig hat es dennoch geschafft ohne verbittertes Ressentiment, sondern mit viel Witz und Selbstironie, einen sehr guten Barbie-Film zu drehen und damit die Massen, die woken und nicht-woken, die Feministen und Anti-Feministen zu begeistern.

In der echten Welt kommt die Barbie eher nicht so gut an, wird sogar als "Faschistin" beschimpft.
Dass der Film für diese Leistungen nicht nur einen Oscar absahnen würde, stand außer Frage. Gestern hat die Oscar Academy die Nominierungen bekannt gegeben und gezeigt, was sie von ihrer eigenen Vorstellung von Feminismus wirklich hält: gar nichts.
So wurde „Barbie“ zwar für den „besten Film“ nominiert – die Barbie-Darstellerin Margot Robbie und die Regisseurin Greta Gerwig, die in einer absoluten Männerdomäne arbeitet und eine Nominierung wirklich verdient hätte, gingen jedoch leer aus. Stattdessen wurde ausgerechnet Ryan Gosling für die Rolle des Ken und America Ferrera für die Rolle der Mutter nominiert. Ansonsten taucht der Film nur in den unwichtigen Nebenkategeorien wie „bestes Kostümdesign“ und „bestes Produktdesign“ auf.

Ryan Gosling zettelt im Barbie-Film eine patriarchale Revolution an.
Dabei führte die „Oscar Academy“ vor kurzem eine Diversity-Richtline ein, um Hollywood diverser zu machen. Konkret bedeutet das: Mindestens drei der folgende Kriterien müssen bei der Oscar-Verleihung erfüllt sein: So müssen 30 Prozent der Nebendarsteller oder eine Hauptrolle entweder weiblich sein oder einer ethnischen oder sexuellen Minderheit angehören. Dasselbe gilt auch für Regie, Produktion, Drehbuch, Praktikanten oder Mitarbeiter, die generelle Arbeiten verrichten. Oder die Filmhandlung muss sich mit den Problemen von diskriminierten Gruppen beschäftigen.
Und spätestens hier beißt sich die Ratte in den Schwanz: Entweder man will „Barbie“ TROTZ der Diversity-Richtlinien oder WEGEN der Diversity-Richtlinien nicht in den prominenten Kategorien haben. Und hier weiß man dann alles, was man über das Mindset von Hollywood und entsprechende Diveristy-Maßnahmen wissen muss. Sie sind einfach verlogen.
Redaktion
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