So wurden die Höllen-Zustände im Görlitzer Park in Berlin jahrelang schön geredet
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Der Görlitzer Park in Berlin ist deutschlandweites Gesprächsthema geworden. Mal wieder, muss man sagen. Vergangene Woche wurde publik, dass es im Park im Juni zu einer Gruppenvergewaltigung gekommen war. Dabei wurde das Pärchen erst überfall und ausgeraubt, bevor der Freund dabei zusehen musste, wie seine Freundin vergewaltigt wurde. Bisher dringend tatverdächtig: ein 22-jähriger Somalier.
Der Fall ist schockierend, doch kein Einzelfall. In der ersten Jahreshälfte gab es bereits 8 Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung. Außerdem kam es zu 13 Sexualdelikten und zwei Fällen sexuellen Missbrauchs von Kindern.
Dabei ist der Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg schon seit Jahren nach Einschätzung der Berliner Polizei ein kriminalitätsbelasteter Ort (KbO). Dutzende, manchmal hunderte Dealer aus Westafrika, die meisten illegale Flüchtlinge, fechten dort Revierstreitigkeiten aus, verkaufen Drogen, okkupieren in Gruppen den öffentlichen Raum. Eigentlich setzt die Polizei dort Brennpunkteinheiten ein und hat die Möglichkeit, anlasslos Kontrollen durchzuführen. Doch genützt hat all dies im Fall der Gruppenvergewaltigung nicht.
Doch nicht nur die Polizei muss sich Fragen gefallen lassen. Auch Politik und Zivilgesellschaft bieten sich seit Jahren einen Überbietungwettbewerb, wer die krudesten und verharmlosesten Erklärungen für die Zustände vor Ort finden kann. Ein Überblick:
- Grüne: Die Grüne Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann stellte sich 2019 hinter die Dealer im Park. In einem „Kontraste“-Beitrag sagte sie: Es sei ein Anliegen der Anwohner und engagierten Nachbarschaft gewesen, die Dealer nicht des Parks zu verweisen. „Keine Gruppe soll aus dem Park ausgeschlossen werden.“
Und weiter: „Heute ist es die Dealergruppe, die rausgeschickt wird. Was ist morgen? Wer darf morgen nicht in den Park rein?“ Später gab sie in einem anderen Interview zu, Berliner Parks nachts nicht mehr aufzusuchen.

Nicht nur kapitalismus-, sondern auch polizeikritisch: Linkenpolitiker Ferat Kocak.
Kein Zufall: Linke und Grüne beschlossen 2016 einen Masterplan für den Park. Darin heißt es: „Keine Gruppe im Park sollte ausschließlich als Problemverursacher gesehen werden“. Die Dealer „sollen angehalten werden, sich weniger bedrängend und aggressiv zu zeigen“.
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All diese Beispiele zeigen: In weiten Teilen Berlins gibt es eine blauäugige und glorifizierende Sicht auf einen Park, der seit langem Drogenumschlagsplatz ist – und inzwischen auch Schauplatz von sexueller Gewalt.
Es scheint, als seien die Westafrikaner vor Ort quasi per Hautfarbe und Aufenthalt schon Opfer, weshalb linke Gruppierungen sie nahezu von jeder Verantwortung befreien – und dabei die Zustände tolerieren, die jetzt dazu geführt haben, dass Menschen Schlimmes widerfahren ist.
Jan Karon
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