Solar-Mafia am Werk? Diebstahl von Solar-Modulen wirft Fragen auf
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- Bei einem rätselhaften Diebstahl in Bayern wurden über 800 Solar-Module mit einem Gewicht von etwa 23 Tonnen von einer Baustelle entwendet.
- Die Polizei Oberbayern Nord ermittelt in Verbindung mit diesem und weiteren Diebstählen im Bereich von Solarparks, das Ganze sieht nach mafiösen Strukturen aus.
- Die Diebstahlserie in diesem Jahr summiert sich im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord auf einen geschätzten Beuteschaden von etwa 515.000 Euro.
Ein rätselhafter Diebstahl schockiert die Bewohner von Denklingen (Bayern): Unbekannte Täter entwendeten in den vergangenen Tagen mehr als 800 Solarmodule von einer eigentlich videoüberwachten Baustelle. Es handelt sich um einen der größten Diebstähle von Solartechnik in der Region. Doch dieser Vorfall ist nicht der einzige seiner Art.
Diebstähle im Wochentakt
Die Solar-Mafia geht offenbar äußerst zielgerichtet vor: Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord kam es seit Beginn des Jahres 2023 zu insgesamt vier schadensträchtigen Diebstählen im Zusammenhang mit Solarparks und Baustellen von Solarparks. Dabei entstanden erhebliche finanzielle Verluste:
- Landsberg am Lech: Zwischen dem 20.06. und 30.06.2023 verschwanden PV-Module im Wert von 50.000 Euro.
- Brunnen: In der Nacht vom 09.07. auf den 10.07.2023 wurden Kupferkabel im Wert von 65.000 Euro gestohlen.
- Langenbach: Im Zeitraum vom 14.07. bis 17.07.2023 verschwanden Kabel, Speicher und Steuerungseinheiten im Wert von 300.000 Euro.
- Denklingen: Zwischen dem 15.07. und 18.07.2023 wurde erneut in Denklingen zugeschlagen. Dieses Mal verschwanden Solarmodule im Wert von 100.000 Euro.

Frei zugängliches Lager der Paletten
Diese Serie von Diebstählen hat nicht nur finanzielle Auswirkungen, sondern wirft auch Fragen nach der Sicherheit und dem Schutz von Solaranlagen auf.
Aktionen sind gut organisiert
Die Dimension und Professionalität dieser Diebstähle lassen vermuten, dass hinter den Tätern eine gut organisierte Gruppe steht. Eine Person, die mit den Vorgängen vertraut ist, spricht nach NIUS-Recherchen von „klar mafiöse Strukturen, da viel Geld, kriminelle Energie und Planung dahintersteht“. Die Diebe scheinen bestens informiert zu sein und schlagen gezielt an verschiedenen Standorten zu, um ihre Beute abzutransportieren und zu verkaufen.

Bereits aufgebaute Solarmodule
Ein weiterer Fall aus dem Jahr 2022 bestätigt diese Vermutung: Bereits in der Vergangenheit wurde ein Solarfeld mehrfach von Dieben heimgesucht, was auf eine kontinuierliche und organisierte Vorgehensweise hindeutet.
Die Polizei ermittelt mit Hochdruck
Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und arbeitet mit Hochdruck daran, die Täter zu identifizieren und dingfest zu machen. Im Moment werden gesicherte Spuren ausgewertet und vorhandene Videoaufzeichnungen gesichtet, um den Ermittlungsprozess voranzutreiben.
Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord sagt zu NIUS „Die Ermittlungen in Bezug auf den Diebstahl in Denklingen dauern an. Wir prüfen auch mögliche Zusammenhänge mit anderen Fällen bayern- und bundesweit" und weiter „Für den Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord kann die Aussage getroffen werden, dass die Fallzahlen von schadensträchtigen Diebstählen im Zusammenhang mit Solarparks oder Solarfeldern tendenziell steigen.“

Sicherheitssystem direkt neben den gestohlenen Paletten
Die Solar-Mafia geht äußerst professionell vor, doch die Polizei ist entschlossen, den Tätern das Handwerk zu legen und der organisierten Kriminalität im Bereich der Solartechnik Einhalt zu gebieten.
Kein Ende in Sicht
Trotz der professionellen Vorgehensweise der Täter bleibt die Hoffnung, dass die Ermittlungen der Polizei zu einem Erfolg führen und die Solar-Mafia dingfest gemacht wird. Die Diebstähle haben nicht nur finanzielle Konsequenzen für die Unternehmen, sondern gefährden auch den Ausbau erneuerbarer Energien und zeigen eine gewisse Fragilität auf.
Man kann Unternehmen und Solarparks nur dazu anhalten, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen und zu verstärken, um sich vor weiteren Diebstählen zu schützen, um der Solar-Mafia das Handwerk zu legen.
Helena Gebhard
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