Stürzenberger meldet sich: „OP gut verlaufen!“
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Bei einer Kundgebung des Islamkritikers Michael Stürzenberger in Mannheim ist es am Freitagvormittag zu einer schweren Messerattacke gekommen. Ein Video aus dem Livestream des Politikers zeigt, wie ein Mann mit einem Messer auf den Politiker losstürmt und versucht, ihn zu niederzustechen. Ein Polizist wird dabei schwer verletzt – seit Stunden kämpfen Ärzte um das Überleben des Beamten. Laut Zeit-Informationen handelt es sich bei dem Angreifer um einen Afghanen. Er soll 1999 in Herat geboren worden sein und Sulaiman A. heißen, berichtet der Spiegel. Am Abend meldete sich Stürzenberger via Telegram und verkündete: „OP (2 1/2 Stunden) gut verlaufen“.
In einem Statement bedankte sich der Islamkritiker bei den Ärzten und Pflegern und findet auch Worte für die Beamten: „Ich hoffe, dass der Polizist mit dem Nackenstich und alle anderen Verletzten auch bald wieder wohlauf sind.“
Was ist passiert?
Stürzenberger wurde augenscheinlich zumindest am Bein verletzt. Als die Personen am Stand und die Polizei intervenieren wollte, sticht der Mann ebenfalls auf Zivilisten und Beamten zu. In den unübersichtlichen Szenen ist zu sehen, wie er das Messer in den Hals eines Beamten rammt. Der Beamte muss notoperiert werden. Schließlich wird der Angreifer von einem weiteren Polizisten niedergeschossen.
Die Polizei Mannheim teilte kurz nach dem Vorfall mit: „Nach bisherigen Erkenntnissen kam es heute gegen 11:35 Uhr zu einem Angriff auf mehrere Personen auf dem Marktplatz in Mannheim. Dabei soll eine Person mehrere Personen mit einem Messer angegriffen und diese verletzt haben. Über das Ausmaß und Schwere der Verletzungen können bislang keine Angaben gemacht werden.“ Rettungs- und Einsatzkräfte sowie der Rettungshubschrauber seien im Einsatz, der Schienenverkehr falle aus. „Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung.“
An Stürzenbergers Stand, an dem die Kundgebung abgehalten werden sollte, wehten nach Informationen von BILD eine Deutschland- und eine Israel-Flagge. Außerdem sei die Forderung zu lesen gewesen: „Politischen Islam stoppen!“
Der Messerangriff erfolgte unverhofft und ähnelt dabei islamistischen Angriffen aus der Vergangenheit, bei denen Täter plötzlich auf Menschen zustürmen und auf diese einstechen. Der Angreifer mit südländischem Erscheinungsbild und Vollbart trägt eine Adidas-Jogginghose und ein grünes Hemd, zudem Brille und schwarze Bauchtasche, wie der Live-Mitschnitt zeigt.

Der Angreifer trägt grünes Hemd und eine schwarze Bauchtausche.
Der Auftritt Stürzenberger fand auf dem Marktplatz statt. Dieser gilt als einer der Hauptversammlungspunkte der Innenstadt. Angrenzend an den Marktplatz befindet sich das Viertel „Little Istanbul“, in dem es zahlreiche türkische und arabische Restaurants, Brautkleiderläden oder Gemüsestände gibt.
Der Mannheimer Oberbürgermeister Christian Specht äußerte sich zur Tat. Er sagte: „Die brutale Tat erschüttert und schockiert, macht uns sprachlos. Unsere Gedanken sind bei den Beamten und den anderen Verletzten. Wichtig sei, „jetzt nicht zu spekulieren, sondern die Ermittlungen abzuwarten.“
Islam als „faschistische Ideologie“
Der 58-jährige Stürzenberger gilt als langjähriger Islamkritiker. Immer wieder meldet er Versammlungen in deutschen Innenstädte an, in denen er aus dem Koran zitiert und den Islam als Religion kritisiert. Stürzenberger war Pressesprecher der Münchner CSU. Auf Marktplätzen, so auch in Mannheim, tritt er mit der „Bürgerbewegung Pax Europa“ auf.
Stürzenberger war vor mehreren Jahren vom Amtsgericht München zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Grund: Er hatte einen von ihm verfassten Artikel auf der Plattform PI-News mit einem Foto des früheren Großmufti von Jerusalem, Haj Amin al-Husseini, und eines NSDAP-Funktionärs in Berlin während des Zweiten Weltkriegs bebildert, der eine Hakenkreuz-Armbinde trägt. In dem Beitrag nannte der Autor den Islam eine „faschistische Ideologie“.
Stürzenbergers Kundgebungen brauchen immer wieder Polizeischutz. Nicht selten kam es bei diesen Auftritten zu hitzigen Diskussionen und Beleidigungen. 2022 wurde er in Bonn von einem Mann ins Gesicht geschlagen. Der Angriff mit einem Messer stellt jedoch eine neue Eskalationsstufe dar.
Redaktion
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