Tagesschau-Bericht über Mannheim-Terror deutlich kürzer als über Sylt-Video
Ein Beitrag von
Wie berichtet die Tagesschau über die Messerattacke von Mannheim? Das hatten sich im Vorfeld der 20-Uhr-Ausgabe am Freitag viele gefragt, waren die Ereignisse rund um Michael Stürzenberger und den Mannheimer Marktplatz doch die alles dominierende Nachricht am Freitag. Die Antwort fällt wenig überraschend aus: unzureichend.
Die Ereignisse aus Mannheim kamen in der Nachrichtensendung zwar vor, aber eher als Nebengeräusch. Der Beitrag dauerte insgesamt 1 Minute und 40 Sekunden. Zum Vergleich: Die Berichterstattung über die Jugend von Sylt, die „Ausländer raus“ gegrölt hatte, dauerte 2 Minuten und 12 Sekunden an.
Ebenfalls die Gewichtung der Nachrichten ist nicht einleuchtend: So ist die Nachricht aus Mannheim an sechster Stelle, obwohl sie den Tag über das bestimmende Ereignis war. Wichtiger empfand die Tagesschau etwa über Demonstrationen für mehr Klimaschutz zu informieren. Und als man dann schon auf den Terroranschlag zu sprechen kam, dann nicht ohne einordnende Worte wie „rechtspopulistisch“ oder „islamfeindlich“
In dem Beitrag fällt außerdem kein einziges Mal das Wort „islamistischer Terroranschlag“, obwohl über die Ideologie und das Auskundschaften des Tatorts gesprochen wird. Immerhin befolgte die Redaktion die Tipps des eigenen Korrespondenten, Gabor Halasz. Dieser schrieb: „Wer die Bilder aus #Mannheim teilt, hilft dem Terroristen. Bei seinem Ziel, Angst zu verbreiten. Und missachtet das Leid der Opfer.“ Folgerichtig verzichtete die tagesschau auf das Einspielen des Videos, das die brutale Attacke zeigt. Lediglich fünf Sekunden der Festnahme wurden gezeigt, bei denen der Angreifer schon auf dem Boden liegt. Das Motto: Was man nicht zeigt, ist nicht passiert.
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare