Tatort nur 700 Meter vom Studio entfernt: WDR verpasst Auto-Anschlag in Köln
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In Nordrhein-Westfalen ereignete sich vergangenen Montag ein furchtbarer Auto-Anschlag gezielt auf Frauen auf der Straße. Ein jordanischer Taxifahrer fuhr nacheinander fünf Frauen in Essen und Köln brutal um. Nur wenige Meter in Köln entfernt: die Redaktion des öffentlich-rechtlichen Senders WDR (gehört zu ARD). Doch die Rundfunkmitarbeiter haben nichts mitbekommen.
Das war geschehen (NIUS berichtete):
- Am Montagabend (5. August) um ca. 21 Uhr fuhr der Täter, ein Taxifahrer, in Essen eine 50-jährige Frau um. Sie wollte die Straße auf einem Zebrastreifen überqueren. Wie NIUS erfuhr, zeigen Videoaufnahmen, dass der Jordanier sogar extra noch einmal umdrehte – er wollte die Frau ein zweites Mal überfahren. Die Fußgängerin erlitt lebensgefährliche Verletzungen, wurde ins Krankenhaus gebracht. Der Täter flüchtete.
- Dann fuhr er weiter mit seinem VW Passat nach Köln. Dort fuhr er wieder mit seinem Taxi Frauen um. Zunächst fuhr er in der Altstadt in die Kleine Budengasse, wo er zwei Fußgängerinnen (22, 27) umfuhr. Beide junge Frauen wollten – aus Richtung Kölner Dom kommend – auf den Alten Markt gehen. Sie kamen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Dann raste er – wenige Meter entfernt – in die Mühlengasse, raste in drei weitere Frauen rein (23, 25), eine konnte noch zur Seite springen. Die zwei Frauen wurden leicht verletzt.

Nur fünf Minuten zu Fuß entfernt vom Kölner Dom: Die Mühlengasse.
Der 44-jährige Jordanier wurde von den Polizeibeamten noch am selben Tatabend festgenommen. Die Einsatzkräfte beschlagnahmten das Taxi, abgebrochene Fahrzeugteile, Führerschein und Fahrgast-Beförderungsschein. Es besteht der Verdacht, dass der 44-Jährige unter Drogeneinfluss stand. Konkret: Kokain und Cannabis. In seinem Taxi wurde zudem Kokain gefunden. Die Polizisten nahmen deshalb eine Blutprobe. Er wurde in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht.
Nichts mitbekommen: WDR Redaktion nur wenige Meter entfernt
Merkwürdig: Die Redaktion des Westdeutschen Rundfunks Köln (WDR) ist wenige Meter vom Tatort, der Kleinen Budengasse sowie der Mühlengasse entfernt. Konkret: nur 700 und 850 Meter. Ein kurzer Fußweg von wenigen Minuten also. Der WDR ist die größte Sendeanstalt der ARD.
Aber: von Fotos, Reportern oder Berichterstattungen von vor Ort seitens WDR-Mitarbeitern kurz nach der Tat fehlt jede Spur. Ganz offensichtlich hat der WDR den brutalen Auto-Anschlag, der fast vor ihrem Redaktionshaus stattfand, nicht mitbekommen.

Die WDR-Redaktion befindet sich in Köln am Appellhofplatz.
Der öffentlich-rechtliche WDR gibt auf NIUS-Anfrage zu, dass die Redaktion erst am nächsten Tag zur Mittagszeit von der Horror-Tat erfahren habe. „Das Studio Köln hat von der Tat gegen Mittag des folgenden Tages (Dienstag, 5. August) erfahren“, so ein Sprecher. Die Redaktion am Appellhofplatz in Köln ist der Hauptsitz des Senders WDR.
Begründet wird dies damit, dass „beim morgendlichen Polizeirundruf“ der Vorfall seitens der Kölner Polizei „nicht erwähnt worden“ sei. „Es gab zudem zunächst keine Pressemitteilung. Als das Studio dann vom Vorfall erfahren hat, wurde natürlich sofort eine Reporterin darauf angesetzt“, erklärt der WDR-Sprecher weiter.
Im WDR-Bericht wird Nationalität des Täters nicht genannt
Auch fragwürdig ist, dass in dem Bericht des WDR getitelt wurde „Taxi fährt wohl gezielt in Menschen in Köln“. Das Problem: Ein „Taxi“ ist kein Mensch und kann folglich nicht selbstständig gezielt Menschenmengen ansteuern und kaltblütig umfahren. Das kann nur ein Täter.
Doch auch die Nationalität des Täters wurde im WDR-Artikel nicht genannt. Bei dem Täter handelt es sich nach NIUS-Informationen um einen 1980 in Jordanien geborenen Mann, der zudem auch über eine deutsche Staatsbürgerschaft verfügt.

Die Tatwaffe des 44-jährigen Mannes: Sein Taxiauto (Symbolfoto).
Der WDR erklärte gegenüber NIUS zum Weglassen der Einordnung von Nationalität und Staatsbürgerschaften: „Die Polizei hat zunächst keine Angaben zur Nationalität des Täters gemacht. Auch aus Sicht der Redaktion bestand dazu keine spezielle Veranlassung, zumal sehr rasch die Frage nach Drogenkonsum im Vordergrund stand.“
Weiter wird mitgeteilt: „Das deckt sich auch mit der Haltung des zuständigen Staatsanwalts, der der Redaktion heute geschrieben hat: ‚Von der Benennung der Herkunft habe ich in diesem konkreten Fall abgesehen, da sie für die Begehung der Tat vor dem Hintergrund einer schweren psychischen Erkrankung hier erkennbar keine Rolle spielt‘.“
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Zara Riffler
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